Garcilaso de la Vega – Lyrik der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts
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A) Lyrik in 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts
Garcilaso de la Vega
Garcilaso de la Vega findet in der Renaissance lyrische Inspiration. Die innovative poetische Kraft Petrarcas in der italienischen Renaissance führte dazu, dass er Wege fand, diese Kraft in die kastilische Dichtung zu übertragen. Er führte das Sonett ein und trug dazu bei, die grundlegende Komposition der kastilischen Dichtung zu verändern. Seine Dichtkunst beeinflusste Autoren des 20. Jahrhunderts, etwa Miguel Hernández oder F. G. Lorca; ein großer Teil moderner Poesie ist durch seine Arbeit bedingt.
Er verkörpert das Modell des Renaissance-Mannes: perfekter Hofmann und mutiger Ritter, Dichter-Soldat.
Leben
- In Toledo geboren, wahrscheinlich im Jahre 1501.
- 1525: Heirat mit Elena de Zúñiga. Ein Jahr später begegnete er Isabel Freyre, die in dem Dichter eine erwiderte Leidenschaft weckte. Durch die Ehe und deren (möglichen) Verlauf beziehungsweise durch den Tod einer geliebten Person stürzte Garcilaso in eine schwere Krise, die zur Entstehung seiner schönen Gedichte führte.
- 1531: Exil auf einer Insel an der Donau und dann Aufenthalt in Neapel, wo er von führenden italienischen Autoritäten beeinflusst wurde.
- Er starb in Nizza im Jahr 1536.
- Er veröffentlichte zu Lebzeiten nichts; sein Freund Boscán war für die Herausgabe seiner Werke und die Erhaltung seines Nachlasses verantwortlich.
Werk
Sein Werk ist eher kurz und beginnt mit intimen Themen der Liebeslyrik. Diese Lyrik übte Einfluss auf spätere Dichter wie G. A. Bécquer (XIX) oder Pedro Salinas (XX) aus. Hervorzuheben sind die Sonette (etwa 40) und drei Pastoralen (Eklogen):
Ekloge I
Die Hirten Nemoroso und Salicio drücken ihre Liebe und Klagen in einer süßen, idyllischen Natur aus: der eine beklagt die Verachtung Galateas, der andere trauert über den Tod von Elisa. In den Vertretern dieser beiden Figuren singt Garcilaso über Liebe und Tod.
Ekloge II
Die Geschichte von Albanien und der unglücklichen Liebe zur Schäferin Camila. Es ist die erste und eher weniger leidenschaftliche Ekloge.
Ekloge III
Vier Nymphen weben einen Teppich, in dem tragische Liebesgeschichten dargestellt werden: Die ersten drei beziehen sich auf mythologische Figuren, die vierte handelt von der Liebe zwischen Nemoroso und Elisa (eine Darstellung, in der sich Garcilaso mit Isabel Freyre spiegelt).