Garcilaso de la Vega: Phasen, Werk und Stil seiner Poesie

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Garcilaso de la Vega: Die drei Phasen seiner dichterischen Laufbahn

Garcilaso de la Vega, einer der bedeutendsten Dichter der spanischen Renaissance, durchlief in seiner dichterischen Laufbahn drei charakteristische Stufen:

1. Phase: Einfluss der Cancionero-Poesie

Diese Phase ist geprägt vom Einfluss der Cancionero-Poesie (Liederbuch-Poesie). Sie umfasst achtsilbige Kompositionen im Wechsel mit den ersten italienischen Formen. Seinen Versen fehlen noch die Elemente des petrarkistischen Überflusses. Typisch sind die Liebe zur Poesie und die übliche Verwendung von Wortspielen aus der Cancionero-Tradition.

2. Phase: Die petrarkistische Stufe

In Anlehnung an Petrarca verinnerlicht Garcilaso in dieser Phase die Liebe. Er beschreibt seine Liebesgefühle intensiv und nutzt die Natur als Rahmen für die Reflexion und zur Darstellung seiner Geliebten.

3. Phase: Die Fülle des Schaffens

Diese Phase ist die Frucht seines Aufenthalts in Italien und seiner Annäherung an die Klassiker. Sie bietet formale Kompositionen, die sich durch Nüchternheit und natürliche Ausdruckskraft auszeichnen.

Das poetische Werk (Obra)

Das poetische Werk Garcilasos, das 1543 von seinem Freund Boscán veröffentlicht wurde, ist überschaubar, aber von großer Bedeutung. Es umfasst:

  • Einen Brief in Versen
  • Zwei Elegien
  • Drei Eklogen
  • Fünf Oden (Songs)
  • Achtunddreißig Sonette
  • Einige Beispiele traditioneller Poesie

Seine Sonette sind in der spanischen Literatur von zentraler Bedeutung und behandeln meist das Thema der Liebe.

Künstlerische Höhepunkte

Zu den Höhepunkten zählen Verse wie: „schön zu den Nymphen, während rosa und weiße Lilien blühen.“

Werke, die eine höhere künstlerische Perfektion aufweisen, sind die Ekloge I (geschrieben in Terzinen) und die Ekloge III (geschrieben in Strophen).

Poetische Themen bei Garcilaso

Das übergeordnete Thema ist die Liebe, die neoplatonistische Züge mit petrarkistischen Spuren aufweist:

  • Die Gleichgültigkeit der Geliebten
  • Der Schmerz des Liebenden
  • Das Schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung
  • Die heimliche Liebe

Ein weiteres zentrales Thema ist die Natur: Sie bildet eine ansprechende Umgebung, in der die Charaktere ihre Sorgen offenbaren. Sie erscheint als Vertraute, die den Hirten in ihrer Trauer zuhört und sie tröstet.

Stilistische Entwicklung

Die erste Stufe ist durch typische Merkmale der Cancionero-Poesie gekennzeichnet: gegensätzliche Widersprüche und Wortspiele.

Anschließend strebt Garcilaso nach Harmonie und passt seine poetische Sprache den Renaissance-Idealen der Natürlichkeit und Eleganz an. Er verwendet:

  • Syntaktische Parallelität
  • Bimenbrationen (zweigliedrige Satzteile)
  • Aufzählung von Elementen

Diese Techniken verleihen seinen Versen einen einfachen und fließenden Ausdruck.

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