Gase, Dämpfe & Bleivergiftung: Risiken und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz
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Gase, Dämpfe und damit verbundene Risiken
Definitionen
Ein Gas kann als eine Form der Materie definiert werden, die weder flüssig noch fest ist. Es ist ein Stoff, der bei Raumtemperatur und Normaldruck gasförmig ist und sich unbegrenzt ausdehnen kann, um einen Behälter vollständig auszufüllen.
Dämpfe
Dämpfe sind in der Regel der gasförmige Zustand eines Stoffes, der normalerweise fest oder flüssig ist. Dämpfe entstehen, wenn ein Feststoff oder eine Flüssigkeit durch Verdampfung oder Sublimation in einen gasförmigen Zustand übergeht. Der Begriff Gas kann allgemein verwendet werden und gasartige Stoffe wie Rauch einschließen. Ein Dampf entsteht jedoch in der Regel durch Wärme, Druck oder eine Kombination dieser Faktoren. Dämpfe und Gase verhalten sich ähnlich.
Gase und Dämpfe folgen den Gesetzen der Diffusion und vermischen sich frei mit der umgebenden Atmosphäre. Elektrostatische Kräfte können die Partikelbildung beeinflussen. Gase agglomerieren nicht; sie bleiben dauerhaft homogen mit Luft vermischt und sind nicht getrennt.
Bleivergiftung
Aufnahme und Verteilung
Bei Inhalation werden 40–60 % des Bleis in der Lunge aufgenommen und können in den Blutkreislauf gelangen und dort verbleiben. Bei oraler Aufnahme wird Blei (Pb) im Darm nur zu etwa 10 % resorbiert. Das Blut verteilt Pb in Leber, Nieren, Gehirn und vor allem in die Knochen. Neben den natürlichen Ausscheidungswegen über Atemwege, Magen-Darm-Trakt (Galle und Stuhl) und Urin können auch Absonderungen auftreten (Koliken).
Pathologische Wirkungen
- Hämatologisch: Veränderte Stoffwechselprozesse durch Beeinflussung von Enzymen und Akkumulation von Metaboliten.
- Gefäßsystem: Spastische Reaktionen oder Kontraktionen der Kapillaren und Arteriolen; Hypertonie und akute Gefäßbeschwerden möglich.
- Renal: Toxische Wirkung auf die Niere, bis hin zur Niereninsuffizienz.
- Peripheres Nervensystem: Neuritis der Nerven in den Extremitäten, neurologische Ausfälle.
- Zentrales Nervensystem: Ödeme (Schwellungen), Enzephalopathie, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit und Koma.
- Glatte Muskulatur: Kontraktionen der Darm- und Uterusmuskulatur.
Klinische Erscheinungen
Die klinischen Manifestationen können akut, subakut oder chronisch sein und hängen von Dosis, Expositionsdauer und der Verbindung ab.
- Allgemein: Anämie, niedriger Hämoglobinspiegel, Blässe, Kopfschmerzen, Schwäche.
- Gefäß: Hypertonie, Gefäßspasmen, akute Beschwerden.
- Renal: Niereninsuffizienz.
- Neuromuskulär: Zittern, Muskelkrämpfe.
- Zentrales Nervensystem: Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Koma.
- Verdauungstrakt: Übelkeit, Bauchschmerzen, Koliken.
Hygiene und Kontrolle
Maßnahmen zum Umweltschutz
- Lokale Lüftung, Abschottung des Arbeitsbereichs oder des Prozesses.
- Kontrolle der Temperatur des geschmolzenen Metalls unterhalb von 500 °C (Thermostat).
- Wände und Böden feucht reinigen oder mechanisch absaugen.
- Essen und Trinken außerhalb des Arbeitsbereichs.
- Getrennte Aufbewahrung von Straßenkleidung und Arbeitskleidung.
- Sanitäre Einrichtungen und Hygienemittel bereitstellen.
Persönliche Schutzmaßnahmen
- Schulung und präventive Unterweisung zu Risiken und Schutzmaßnahmen.
- Angemessene Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung.
- Atemschutz je nach Exposition: Partikelfilter, Filtermasken oder druckluftbetriebene Überdruckgeräte.
- Schutz vor Rauch und Staub; regelmäßige Wartung von Filtern und Ersatzteilen.
- Hygieneverhalten: Nicht essen, trinken oder rauchen am Arbeitsplatz; Hände gründlich waschen; Hand-zu-Mund-Kontakte vermeiden.