Gattungen der Prosa: Der Roman im Goldenen Zeitalter

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Prosa: Die Romanformen

Der Ritterroman (z.B. Amadis von Gallien)

Der maurische Roman

Die Werke dieser Gattung sind Erben der Tradition der Grenzromane des fünfzehnten Jahrhunderts.

Themen

Sie behandeln die jüngsten Ereignisse der Rückeroberung (Reconquista) und wählen Granada und seine Umgebung als Schauplatz.

Charaktere

Die Prototypen sind stets idealisierte Figuren des muslimischen Adels, die Mut und Schönheit verkörpern, sowie Beispiele für das Zusammenleben zwischen arabischer und christlicher Kultur.

Werke

Die bekanntesten Vertreter sind die Geschichte des Abencerraje und der schönen Jarifa (von einem anonymen Autor, deutlich sentimental und ritterlich) und die Bürgerkriege von Granada von Ginés Pérez de Hita.

Die italienische Novelle

Der Schäferroman (Pastorale Roman)

Merkmale

  • Es handelt sich um eine poetische Gattung mit neuen Eigenschaften.
  • Die Protagonisten sind „falsche“ Hirten, die sich in einer idealisierten pastoralen Landschaft aufhalten, um ihre Liebessorgen auszudrücken. Sie sind stets ehrlich und tugendhaft in der Liebe. Die vorherrschenden Gefühle sind wehmütige Traurigkeit.
  • Die Landschaft ist angenehm und ruhig. Die Renaissance greift hier das Thema des Locus Amoenus (angenehmer Ort) auf.
  • Oftmals greifen mythologische Figuren in die Handlung ein.
  • Die Prosa ist sehr raffiniert und lyrisch.
  • Es werden verschiedene Gedichtformen und Metren eingebunden.

Werke

Die sieben Bücher der Diana.

Wichtige Vertreter

  • Gaspar Gil Polo: Autor der Diana enamorada, deren Schäfer und Schäferinnen in den Regionen seiner Heimatstadt Valencia angesiedelt sind. Das Werk enthält wunderbare Beschreibungen der mediterranen Landschaft.
  • Miguel de Cervantes: Er schrieb La Galatea, angesiedelt in einer idealisierten Landschaft am Ufer des Tajo.
  • Lope de Vega: Er bereicherte dieses Genre mit der Arcadia, einem Werk, das autobiografische Elemente enthält.

Das auffälligste Merkmal dieser Bücher sind die Beschreibungen der Landschaften und die enthaltenen lyrischen Kompositionen.

Der byzantinische Roman oder Pilger-Abenteuerroman

Der Schelmenroman (Picaresque)

Der Schelmenroman wird als Reaktion auf die idealisierten Figuren des Schäferromans und des Rittertums verstanden: Sein Held ist der unheroische und sehr realistische Schurke (Pícaro). Aus soziologischer Sicht gilt der Schelmenroman als ein Dokument, das das soziale Leben der Zeit widerspiegelt.

Merkmale des Schelmenromans

  • Hauptfigur (Der Pícaro): Es ist der Schurke, eine Person der Unterschicht, deren Eltern ehrlos, an den Rand gedrängt oder kriminell sind. Sein einziges Ziel ist der soziale Aufstieg, wofür er Zuflucht zu List, Täuschung und Betrug nimmt.
  • Autobiografische Form: Der Schurke erzählt seine Abenteuer aus erster Hand. Daher gibt es nur die Perspektive der Hauptfigur.
  • Offene Struktur: Der Roman besteht aus vielen losen Szenen an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Charakteren, deren einziges Bindeglied der Schurke ist, der verschiedenen Herren dient. Dieses Merkmal ermöglicht Gesellschaftssatire.
  • Determinismus: Die Eltern des Pícaro gehören zu den niedrigeren sozialen Schichten. Diese Herkunft zwingt ihn zu einer bestimmten Art von Leben.
  • Eingefügte Technik (Technische Einlagen): Beinhaltet das Einfügen von Anekdoten oder Elementen traditioneller und populärer Art, die die Geschichte ausschmücken.
  • Endgültige Rechtfertigung: Die gesamte Geschichte dient dazu, die Situation der Schande, in der sich der Protagonist befindet, zu rechtfertigen.
  • Satirisch: Picareske Werke zeigen eine scharfe Kritik an der Gesellschaft, die in allen Schichten dargestellt wird.
  • Realismus: Beschreibt die Realität, wie sie ist, niemals idealisiert.

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