Geburtsbeginn und kardiovaskuläre Veränderungen

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Anzeichen für den Geburtsbeginn

Die Geburtsanzeichen können bei einer Erstgebärenden (Primigravida) kurz nach dem Auftreten folgender Symptome beginnen:

  • Senkwehen (Feuerzeug): Etwa 2 Wochen vor der Geburt senkt sich der Fötus in das Becken ab. Dies verringert den Druck auf das Zwerchfell, wodurch die schwangere Frau leichter atmen kann. Gleichzeitig drückt die Gebärmutter verstärkt auf die Blase, was zu häufigerem Harndrang führt.
  • Übungswehen (Falsche Wehen): Diese sind eine Verstärkung der Braxton-Hicks-Kontraktionen. Sie treten unregelmäßig auf, sind kurzlebig und schmerzhaft, bessern sich jedoch durch Bewegung. Der entscheidende Unterschied zur echten Geburt: Der Muttermund erweitert sich nicht.
  • Zeichnen (Schleimpfropf): Kurz vor Geburtsbeginn bemerkt die Patientin einen geringen, blutig gefärbten Ausfluss. Dies ist der Abgang des Schleimpfropfs aus dem Zervikalkanal. Die Geburt beginnt meist innerhalb von 24 Stunden danach.
  • Spontaner Blasensprung: Gelegentlich tritt dieser vor den Wehen ein. Risiken sind Infektionen und ein Nabelschnurvorfall. Da die Fruchtblase als Barriere gegen Keime dient, steigt bei einem vorzeitigen Blasensprung das Infektionsrisiko für Mutter und Kind. Bei einem frühen Blasensprung muss daher regelmäßig die Körpertemperatur auf Fieber kontrolliert werden.

Kardiovaskuläre Veränderungen bei der Mutter

Die Herz-Kreislauf-Reaktion wird durch individuelle Faktoren, die Körperhaltung, die Art der Entbindung sowie Anästhesie oder Analgesie beeinflusst:

  • Herzminutenvolumen (HMV): Es kommt zu einer weiteren Steigerung der Herzleistung. Während der zweiten Phase der Geburt steigt das HMV um bis zu 50 %, bei der Entbindung sogar um bis zu 80 %.
  • Herzfrequenz: Während der Eröffnungsphase sinkt die Herzfrequenz auf ca. 80 Schläge/min. In der Austreibungsphase steigt sie auf 100 Schläge/min an und normalisiert sich etwa 10 Minuten nach der Geburt.
  • Schlagvolumen: Dieses steigt um 60–80 % und sinkt erst gegen Ende der zweiten Geburtsphase wieder ab.
  • Blutdruck: Während der Kontraktionen kommt es zu einem moderaten Anstieg. In der zweiten Geburtsphase steigt der systolische Wert um ca. 20 mmHg und der diastolische um 15 mmHg. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutdruck wieder.
  • Volemie: Während der Wehen gibt es keine signifikanten Veränderungen. In den ersten 72 Stunden nach der Geburt nimmt das Blutvolumen um 25 % ab und normalisiert sich bis zum Ende des Wochenbetts.
  • Venendruck: Dieser bleibt während der gesamten Schwangerschaft im oberen Körperbereich konstant, erhöht sich jedoch im Beckenbereich.

Leopold-Handgriffe

  1. 1. Handgriff: Dient dazu, den Fundus abzugrenzen und zu bestimmen, welcher fetale Pol (Kopf oder Steiß) sich dort befindet.
  2. 2. Handgriff: Durch Tasten an beiden Seiten des Uterus wird die Lage des Rückens und der kleinen Teile (Extremitäten) bestimmt.
  3. 3. Handgriff: Mit einer Hand wird versucht, den fetalen Pol oberhalb des Beckeneingangs zu erfassen.
  4. 4. Handgriff: Mit beiden Händen wird versucht, die Präsentation des Fötus im Becken zu bestätigen.

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