Gefahren am Arbeitsplatz: Risikofaktoren und Prävention
Eingeordnet in Medizin & Gesundheit
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,03 KB
Punkt 9: Gefahren am Arbeitsplatz
1. Definition der Gefährdung am Arbeitsplatz
Eine Gefährdung am Arbeitsplatz ist definiert als die Möglichkeit, dass der Arbeitnehmer eine Verletzung erleidet, als Folge bestimmter Bedingungen, unter denen die Arbeit ausgeführt wird.
Eine Gefährdung ist ernst und unmittelbar, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft eintreten kann und dem Arbeitnehmer schwere Gesundheitsschäden zufügen könnte.
Die Arbeitsbedingungen
Die Gefährdungen ergeben sich aus verschiedenen Faktoren:
- Sichere Arbeitsumgebung: Allgemeine Merkmale der Räumlichkeiten und Einrichtungen.
- Arbeitsmittel: Maschinen, Werkzeuge, Produkte und Hilfsmittel am Arbeitsplatz.
- Umgebungsbedingungen: Physikalische Agenzien, chemische und biologische Arbeitsstoffe sowie die Verfahren für deren Nutzung und Handhabung.
- Organisation und Verwaltung der Arbeit: Die Arbeitsbelastung, welche Anforderungen an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stellt, sowie die Arbeitsorganisation.
- Weitere Merkmale der Arbeit, die Risiken schaffen.
Gemäß der Definition der LPRL (Gesetz zum Schutz der Arbeitnehmer) kann jede charakteristische Arbeitsbedingung, die ohne Risiko ist, als ungefährlich eingestuft werden.
3. Umweltbedingte Risikofaktoren
3.1 Physikalische Agenzien
- Lärm: Definiert als unerwünschter und störender Schall, der die Gesundheit schädigen kann. Berufliche Lärmbelastung kann zu Aggression, Konzentrationsmangel, Ablenkung, Müdigkeit und psychischen Störungen sowie Hörschäden führen.
- Vibration: Oszillierende Bewegungen eines Teilchens um einen festen Punkt. Die Anzahl der pro Sekunde erzeugten Schwingungen wird als Frequenz bezeichnet und in Hertz (Hz) angegeben.
- Ionische und nicht-ionische Strahlung: Strahlenschutzmaßnahmen sind notwendig, da Strahlung eine Energiequelle ist, die sich ohne materielle Unterstützung von einem Punkt zum anderen bewegt. Sie kann je nach Art der Strahlung und der Expositionsdauer gefährlich sein.
- Beleuchtung: Ein wesentlicher Faktor für produktives und sicheres Arbeiten. Unzureichende Beleuchtung führt zu einer Zunahme von Arbeitsunfällen, Augenüberanstrengung, juckenden Augen und Kopfschmerzen.
3.2 Chemische Mittel
Chemische Mittel sind solche, die gefährliche Eigenschaften besitzen und aufgrund ihrer Art, wie sie verwendet werden oder am Arbeitsplatz vorhanden sind, eine Gefahr für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer darstellen können. Relevant sind:
- Die Konzentration, d.h. die Menge des Stoffes in der Umwelt.
- Die Expositionszeit gegenüber dem Schadstoff.
3.3 Biologische Arbeitsstoffe
Biologische Verunreinigungen sind infektiöse und parasitäre Agenzien, die infektiöse und parasitäre Krankheiten verursachen können, von denen einige als Berufskrankheiten eingestuft sind. Sie können durch Wasser, Luft, Boden, Rohstoffe, Blut, Urin und Speichel übertragen werden.
Die wichtigsten Übertragungswege für biologische Schadstoffe in den menschlichen Körper sind:
- Respiratorisch: Über die Atemwege.
- Digestiv: Durch den Mund.
- Dermal: Durch die Haut.
- Parenteral: Durch kontaminierte Nadeln oder chirurgische Instrumente.
4. Psychosoziale Risikofaktoren
Die Arbeitsbelastung kann körperlich und geistig sein.
- Die körperliche Belastung entsteht durch die Durchführung einer großen Anzahl von Aufgaben mit Muskelkraft in einem Tempo, das den Körper überfordert.
- Die psychische Belastung wird als das erforderliche Niveau an geistiger Aktivität definiert, um eine Aufgabe zu entwickeln. Wenn der dafür notwendige Aufwand die Möglichkeiten des Einzelnen übersteigt, kann dies zu psychischer Ermüdung führen.
Negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmer:
- Psychologische Auswirkungen: Angst, Stress, Depression, Burnout.
- Psychosomatische Auswirkungen: Psychische Ermüdung, Schlafstörungen (Insomnie, Zyklusstörungen).
- Soziale Auswirkungen: Fehlzeiten, Unfälle, Trennung und Konflikte.
6. Die elektrische Gefahr
Der Durchgang von Strom durch den menschlichen Körper kann zu folgenden Folgen führen:
- Verbrennungen
- Atemnot
- Würgegefühl
- Bewusstlosigkeit
- Erhöhter Blutdruck
- Kammerflimmern: Tritt ein, wenn das Herz aufhört, regelmäßig zu schlagen.
- Tetanisierung: Eine unkontrollierte Muskelbewegung, die dazu führen kann, dass das Opfer den elektrischen Kontakt nicht lösen kann.
- Herzstillstand.