Geheimnis, Identität und Vorurteile: Ein innerer Konflikt

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Was soll ich nur machen? Ich würde Andri so gerne sagen, dass er mein richtiger Sohn und kein Jude ist. Alles wäre leichter, wenn die Andorraner wüssten, dass er einer von ihnen ist. Es wäre viel einfacher für ihn, eine Ausbildungsstelle zu finden, und ich hätte auch nicht das Problem, so viel Geld auftreiben zu müssen. Ich weiß auch, dass ich oft ungerecht handle, aber wenn ich den Andorranern die Wahrheit sage, würde ihnen das Lachen vergehen. Das alles bereitet mir so viel Kummer! Und nur Alkohol ist zurzeit das Einzige, das mir hin und wieder hilft, alles erträglicher zu machen. Auch wenn er das Problem aufwirft, dass mich alle für verrückt halten und mir keiner mehr Glauben schenkt. Ich habe ja versucht, Andri das Ganze zu erklären, doch er wollte mich nicht verstehen und verachtet mich noch mehr.

Ich weiß nicht, wie lange ich das Ganze durchhalte...

Liebes Tagebuch

Warum musste es soweit kommen? Nur weil ich von den anderen nicht akzeptiert wurde, weil ich Jude bin. Ich versuchte doch nur, mich in das Volk von Andorra zu integrieren. Überall, wo ich hinging, wurde ich sofort mit Vorurteilen belastet und bekam nicht einmal die Chance, unter Beweis zu stellen, dass diese Vorurteile falsch sind.

Gefühl der Ablehnung und Selbstzweifel

  • Ich bin nur das, was die Vorurteile sagen.
  • Niemand mag mich, egal was ich tue.
  • Ich fange langsam an zu glauben, dass ich zu nichts gut bin und immer nur ans Geld denke.
Widersprüchliche Aussagen zur Herkunft

Mein Vater meinte, dass ich kein Jude sei, doch ich konnte ihn nicht ernst nehmen, da er zu betrunken war. Dies bestätigte später auch der Pater, der sagte, dass die Senora meine Mutter sei und ich deswegen kein Jude bin. Doch ich wollte es ihm nicht glauben, da alle anderen 20 Jahre lang etwas anderes gesagt hatten.

Tragische Ereignisse und Anschuldigungen

Später bekam ich mit, dass die Senora mit einem Stein getötet wurde, woraufhin ich sofort beschuldigt wurde, da Juden so etwas machen. Sie wollten mir nicht glauben, dass ich das nicht war. Später kamen die Soldaten, um mich zu holen; ich ging ohne Widerstand mit.

Auf der Judenschau angekommen, wurden alle nacheinander begutachtet. Ich wurde als Jude identifiziert, doch mein Vater versuchte zu erklären, dass ich gar keiner sei, da er kein Jude sei – doch ihm wurde nicht geglaubt. Hätte mein Vater doch alles viel früher zugegeben, dann wäre das alles wohl nie passiert.

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