Gehirn, Bewusstsein und Theorien des menschlichen Geistes
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Das Gehirn: Aufbau und Funktion
Das Gehirn ist das wichtigste Organ des Nervensystems. Es wiegt durchschnittlich etwa 1200 Gramm, besteht aus zwei Hemisphären und ist verantwortlich für motorische Aktionen, Reaktionen auf Reize sowie hormonelle Steuerung. Es umfasst:
Wichtige Gehirnstrukturen
Neocortex (Hirnrinde)
Der Neocortex verarbeitet Informationen, bereitet Antworten vor und ist verantwortlich für die Argumentation. Er ist in vier Hauptlappen unterteilt:
- Frontallappen: Zuständig für Planung, Entscheidungsfindung und freie Assoziation.
- Temporallappen: Zuständig für Hören und Gedächtnis.
- Okzipitallappen: Zuständig für visuelle Verarbeitung.
- Parietallappen: Zuständig für sensorische und motorische Verarbeitung.
Mesocortex (Limbisches System)
Spielt eine wichtige Rolle im Seelenleben und reguliert affektive und emotionale Funktionen im Allgemeinen.
Paläocortex
Regelt sehr grundlegende Aspekte wie Schlaf oder Appetit.
Philosophische Theorien des Geistes
1. Dualismus
Der Dualismus geht von der Existenz zweier unterschiedlicher Realitäten aus: Körper und Geist. Er argumentiert, dass Gehirn und Geist (als etwas Geistiges und Immaterielles) nicht identisch sind. Traditionelle Vertreter sind Platon und Descartes.
Formen des Dualismus
Platonischer Dualismus
Der Mensch besteht aus einer göttlichen und unsterblichen Seele und einem groben, sterblichen Körper (als „Gefängnis“ der Seele).
Kartesischer Dualismus (Descartes)
Der Mensch besteht aus zwei unterschiedlichen und unabhängigen Substanzen: der res cogitans (denkende Substanz/Geist) und der res extensa (ausgedehnte Substanz/Körper).
2. Monismus
Der Monismus betrachtet den Menschen als ein einzelnes Lebewesen und bestreitet, dass der Geist eine von der physischen Realität (dem Gehirn) getrennte Entität ist. Es gibt zwei Haupttypen:
Formen des Monismus
Spiritualistischer Monismus
Leugnet die Realität des Körpers und reduziert die gesamte menschliche Existenz auf den Geist (Idealismus).
Materialistischer Monismus
Der Geist ist nichts anderes als eine Art physikalisches Phänomen. Hierzu zählen mehrere Positionen:
- Behaviorismus: Ignoriert die Existenz des Geistes und mentaler Prozesse.
- Physikalistische Reduktion (Identitätstheorie): Mentale Zustände sind identisch mit neurophysiologischen Zuständen des Gehirns.
- Funktionalismus: Reduziert mentale Prozesse nicht auf spezifische neurophysiologische Zustände, da die Funktion oder der mentale Prozess durch die Rolle definiert wird, die er spielt.
Ergänzende Konzepte und Theorien
Emergenter Eigenschaftsdualismus
Vereint Ideen des Monismus und Dualismus. Er besagt, dass der Mensch zwar aus einer einzigen Substanz (der physikalischen Realität) besteht, diese Substanz jedoch Eigenschaften zweier verschiedener Arten hervorbringt: körperliche und geistige Eigenschaften.
Personalismus
Plädiert für die Einheit von Körper und Geist, ohne die Wechselbeziehung vollständig zu spezifizieren.
Homöostatische Theorie
Der Mensch strebt primär nach Gleichgewicht (Homöostase). Wenn eine Notwendigkeit oder Belastung dieses Gleichgewicht stört, entsteht ein Ungleichgewicht, das den Körper zur Reaktion veranlasst, um die verlorene Ordnung wiederherzustellen.
Der Mensch als lernendes und unzufriedenes Wesen
Der Mensch ist ein Außenseiter, der sich nicht nur in die Natur, sondern auch in die Gesellschaft oder seine Kultur einfügen muss. Die Plastizität ermöglicht kontinuierliches Lernen. Er wird als ein unzufriedenes Wesen betrachtet, das sich ständig neue Ziele setzt. Dies bildet die gesamte Basis der menschlichen Größe.