Geistliche Kampfführung: Das Handbuch zu Epheser 6
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Erste Schritte: Spiritual Warfare 3
Das Handbuch der geistlichen Kampfführung (Epheser 6)
In der Geschichte der Kirche haben Gläubige, Theologen und Laien in dieser Passage aus Epheser 6 Hilfe gesucht – vor allem dann, wenn es schien, als seien alle Mächte der Hölle gegen sie entfesselt worden. Wie hilft uns die Lehre des Apostels Paulus dabei, eine wirksame Evangelisierung derer zu erreichen, deren Blick für die Wahrheit des Evangeliums durch böse Geister verblendet ist? In diesem Kapitel führt Paulus all seine Lehren in den Kampf. Er bereitet die Leser auf die wichtigsten Anweisungen des Briefes vor: die geistliche Kampfführung. Man könnte sagen, dies ist die praktische Anwendung seiner Lehre. Ein Kommentator bemerkte: Dies ist der einzige Ort in allen paulinischen Schriften, der die Gläubigen zum Kampf aufruft.
Der Kampf des Heiligen Geistes für die Gläubigen: Mit der Rüstung Gottes gegen die listigen Anschläge des Teufels bestehen, um den Sieg zu erringen. Paulus begann seinen Vortrag mit den Worten: „Im Übrigen...“. Denn für diesen Kampf hat uns der Heilige Geist – neben Christus, der in uns wohnt – befähigt, da wir ein Leib mit ihm sind.
Der Teufel und die bösen Mächte, die Krieg gegen uns führen, sind zwar durch den Herrn Jesus besiegt worden, dennoch greifen sie weiterhin an, um unseren Dienst zu behindern. Sie müssen keine Angst haben. Wir müssen jedoch lernen, in Christus stark zu sein. Während der Feind uns angreift, hat Gott alles bereitgestellt, was wir brauchen, um siegreiche Soldaten zu werden.
Ein Blick auf Epheser Kapitel 6
Der Ausdruck „im Übrigen“ wird von drei Imperativen gefolgt:
- „Werdet stark“ (V. 10)
- „Zieht an“ (V. 11)
- „Ergreift“ (V. 13)
Die letzten beiden beziehen sich auf das Anlegen der Rüstung Gottes und unterstreichen die Notwendigkeit göttlicher Kraft, um dem Feind zu widerstehen.
Der Apostel Paulus stellt in den Versen 13–14 die Verbindung her und führt zur wichtigsten Ermahnung in Vers 14. Er verweist global auf die Notwendigkeit göttlicher Macht angesichts der übernatürlichen Wesen und mächtigen Feinde, die in Vers 12 beschrieben werden – ein Vers, der den Charakter unserer Gegner zum Ausdruck bringt.
Der Imperativ „festzustehen“ (V. 14) wird zu Recht als der zentrale Aufruf dieser Passage betrachtet. Der Rat, göttliche Kraft zu erwerben und sich zu rüsten, ist für den Autor kein Selbstzweck. Diese Kraft wird für einen bestimmten Zweck benötigt: Damit die Gläubigen in der Lage sind, gegen die Mächte zu bestehen und sich erfolgreich zur Wehr zu setzen (Verse 11, 13 und 14). Deshalb ist das „Standhaft-Bleiben“ in diesem Vers die zentrale Führung der Passage.
Steht nun fest
Paulus hat sein erstes Gebot gegeben. Vine sagt, dass dies bedeutet: „auf eine vorsätzliche und wohlgesinnte Weise das zu empfangen, was angeboten wird; es in die Hand zu nehmen und zu ergreifen.“ Wenn wir feststehen, ist der Sieg unser; in Jesu Namen ist alles möglich. Die Verse 14–20 hängen vollständig von dem in Vers 14 ausgedrückten Gedanken ab: Alle anderen Ideen dienen diesem ultimativen Ziel, die Rüstung und göttliche Macht zu nutzen.
Dies ist ein sehr wichtiger Vers. Jeder Gläubige muss in der Kraft Jesu leben und in seiner Macht gestärkt werden. Paulus sagt, dass die Gläubigen einen breiten Zugang zu dieser göttlichen Kraft haben, die bereits bewiesen hat, dass sie stark genug ist, um satanischen Widerstand zu überwinden. Es ist wahrscheinlich, dass Paulus durch den Heiligen Geist inspiriert wurde, als er Vers 10 von Epheser 6 schrieb.
Der Feind, dem wir gegenüberstehen
Nach dem Aufruf an alle Gläubigen, in der Macht des Herrn stark zu werden und die volle Rüstung Gottes anzulegen, nennt Paulus in den Versen 11 und 12 die Gründe für seinen Schlachtruf:
- Wir müssen gegen die „listigen Anschläge des Teufels“ bestehen (V. 11).
- Wir kämpfen nicht gegen menschliche Feinde (V. 12a).
- Wir kämpfen gegen eine Armee-Hierarchie komplexer und bösartiger Wesen, die den Himmel infiltriert haben und große Kontrolle über die Welt ausüben (V. 12b).
Das „Stehen“ in Vers 14 ist eine Wiederholung der vorangegangenen Aufforderungen (V. 11b, 13b) und verstärkt das primäre Mandat. Ein Kommentator sagt, dass der Begriff „widerstehen“ im griechischen Militärkontext von Paulus bewusst gewählt wurde, um den Charakter des Widerstands zu betonen.
Nach Paulus ist diese militärische Vorgehensweise nicht gegen Menschen, sondern gegen den Teufel und seine dämonischen Kräfte gerichtet (V. 11–12). In diesem Kapitel unserer Studie beziehen wir uns sowohl auf „Satan“ als auch auf „den Teufel“ (V. 16).
Einsichten aus dem 2. Korintherbrief
Im 2. Korintherbrief finden wir zudem Beschreibungen der Mächte und Gewalten, einschließlich des Teufels als ultimativem kosmischen Fürsten des Bösen. Die Idee hinter „methodeia“ ist Täuschung. Der Apostel mahnt uns, dass das gesamte Kriegssystem des Teufels auf Lügen basiert. Er kämpft nicht immer auf einem offenen Schlachtfeld, sondern nutzt plötzliche Angriffe, List und Grausamkeit.
Die Natur des übernatürlichen Kampfes
Sicherlich ist Vers 12 aus Epheser 6 einer der bemerkenswertesten Verse der Bibel über geistliche Kampfführung. Paulus sagt klar, dass wir gegen Mächte und Gewalten von hohem Rang kämpfen – ein vollständig übernatürliches Böses. Die griechische Metaphorik der Athletik beinhaltet einen Wettbewerb zwischen zwei Kontrahenten, bei dem einer den anderen niederwirft. Der Kampf der Christen gegen die Mächte der Finsternis ist verzweifelt und erfordert höchste Wachsamkeit.
Dass Paulus die Metapher vom Soldaten zum Kämpfer wechselt, sollte nicht überraschen, da ein Soldat im Nahkampf oft zum Kämpfer wird. Paulus nutzt dieses Bild, um die Intensität zu betonen. Während er zuvor allgemein von bösen Mächten sprach, wird er in Epheser 6 konkret: Er nennt den Teufel (V. 11, V. 16) und die Mächte und Gewalten (V. 12). Unser Kampf findet gegen das personifizierte Böse statt, das durch eine komplexe Hierarchie agiert.
Mehrere Kommentatoren stellen fest, dass Paulus hier Begriffe verwendet, die in der damaligen magischen Tradition und Astrologie geläufig waren. Gläubige, die einst Gottheiten wie die ephesische Artemis, Diana oder Serapis verehrt hatten, verstehen nun durch Paulus, dass diese heidnischen Kulte Instrumente des Satans waren. Die bösartigen kosmischen Kräfte kontrollieren auch heute noch moderne Systeme von Geistern und Magie.
Gott sei Dank, der uns aus der Herrschaft der Finsternis gerettet und in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt hat! Das Wort Gottes besagt, dass der Christ aus der Dunkelheit befreit wurde. Fürchten Sie sich also nicht. Auch wenn wir einen erbitterten Kampf führen, ist der Sieg unser durch das Blut Jesu Christi.
Paulus ermutigt die christlichen Soldaten, dem schrecklichen Feind entgegenzutreten. Eine Kirche, die sich nicht in die Schlacht begibt, sondern nur defensiv bleibt, ist bereits geschlagen. Paulus beschreibt eine Rüstung, die sowohl offensiv als auch defensiv ist.
Analyse der Rüstungsteile
Umgürtet eure Lenden mit Wahrheit (V. 14b)
Dies ist das Symbol des Soldaten, der bereit für den Kampf ist. Die Wahrheit ist das Evangelium und Jesus selbst. Es bedeutet die Abwesenheit jeglicher Täuschung. Das Evangelium ist die „Kraft Gottes“ zum Heil.
Der Panzer der Gerechtigkeit (V. 14b)
Der Panzer der Gerechtigkeit war bereits Teil der Rüstung Jahwes bei Jesaja. Gerechtigkeit kommt von Gott als göttliche Macht und besiegt den Feind. Das Ergebnis ist ein rechtschaffenes Leben.
Die Stiefel der Bereitschaft (V. 15)
Die Füße sind beschuht mit der Bereitschaft (Hetoimasia), das Evangelium des Friedens zu verkünden. Dies gibt dem Gläubigen Festigkeit und Stand im Kampf.
Der Schild des Glaubens (V. 16)
Der Glaube stützt sich auf die Ressourcen Gottes. Er ermöglicht es, alle „feurigen Pfeile des Bösen“ auszulöschen. Der Glaube ist die Kraft zum Triumph.
Der Helm des Heils (V. 17)
Der Helm schützt den Kopf und damit die Gedanken. Er bewahrt das Kind Gottes vor tödlichen Schlägen wie dem Zweifel an der eigenen Annahme durch den Herrn.
Das Schwert des Geistes (V. 17)
Paulus nennt das Wort Gottes das Schwert des Geistes. Er verwendet das Wort „Machaira“ (Kurzschwert) für den Nahkampf. Es ist die entscheidende offensive Waffe.
Das Gebet: Die siebte Waffe
Obwohl das Gebet oft nicht als separates Rüstungsteil gezählt wird, ist es das siebte Stück der geistlichen Ausrüstung. Es ist zentral für den Einsatz aller anderen Waffen. Das Gebet ist der Schlüssel zu einem wirksamen Kampf gegen die Mächte der Finsternis.