Gemeinschaftliche Soziale Arbeit: Methodik, Herausforderungen & Ziele

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Gemeinschaftliche Soziale Arbeit: Grundlagen und Methodik

1. Einleitung: Die Notwendigkeit Gemeinschaftlicher Sozialer Arbeit

Die Gemeinschaftliche Soziale Arbeit ist aus zwei Hauptgründen von Bedeutung:

  1. In modernen technologischen Gesellschaften führen Mangel an zwischenmenschlichen Fähigkeiten, Individualisierungsprozesse und eine zunehmende Isolation dazu, dass Menschen verstärkt Schwierigkeiten haben, alten und neuen Formen der sozialen Ausgrenzung zu begegnen.
  2. Die Ausbreitung der Demokratie und eine stärkere Sensibilisierung für die individuellen Rechte stellen lokale und kommunale Gruppen vor eine entscheidende Tatsache: Dort, wo Interessenvertretung, Repräsentationsfähigkeit, Mobilisierung und Organisationsfähigkeit miteinander verknüpft sind, wird dies zu einer notwendigen Voraussetzung, um Chancen zu nutzen und neu auftretenden Risiken zu begegnen.

Bei der Umsetzung der Gemeinschaftlichen Sozialen Arbeit sind folgende Herausforderungen zu berücksichtigen:

1. Multidisziplinäre Teams in der professionellen Intervention

Die professionelle Intervention wird von multidisziplinären Teams durchgeführt. Die Soziale Arbeit erfolgt in einem System, das je nach Priorität die Einbeziehung weiterer Fachkräfte erfordert. Dazu gehören beispielsweise:

  • Straßensozialarbeiter und integrierte sozio-kulturelle Fachkräfte
  • Technische Experten für soziale Eingliederungsprozesse
  • Psychologen und Gesundheitsfachkräfte
  • Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure

2. Die Heterogenität unserer Gesellschaften

Die Unterschiede im Grad der wirtschaftlichen Entwicklung, die Vielfalt der ethnischen Gruppen in jedem Land und jeder Stadt sowie die Unterschiede in Lebenschancen, Beschäftigung, Löhnen und Leistungen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen (auch nach Alter) erfordern eine stärkere Spezialisierung der Sozialarbeiter in der Dynamik der Gemeinschaftsentwicklung.

3. Ganzheitliche Ausrichtung trotz Heterogenität

Obwohl die Intervention der Gemeinschaftssozialarbeiterin eine ganzheitliche Ausrichtung hat und versucht, die gesamte Gemeinschaft zu mobilisieren, ist es angesichts der Heterogenität in vielen Fällen notwendig, zunächst Gruppen um ein klar definiertes Problem zu artikulieren. Anschließend wird schrittweise der Rest der Bevölkerung in die Lösung von Problemen einbezogen, die zwar alle betreffen, aber bestimmte Gruppen stärker belasten.

4. Stärkung der Kapazitäten für gemeinschaftliches Handeln

Ein zentrales Ziel jeder Intervention in der Methodik der Gemeinschaftlichen Sozialen Arbeit ist es, die Kapazitäten für gemeinsames Handeln in der Gesellschaft zu stärken. Das Ziel ist es, die Gemeinschaft so vorzubereiten, dass sie in der Lage ist, Probleme zu analysieren, sich zu mobilisieren und sowohl intern mit ihren eigenen Ressourcen als auch extern gegenüber Institutionen oder anderen Kräften zu handeln. Die Sozialarbeiter und ihre Mitarbeiter müssen dabei besonders darauf achten, ihre anfängliche Führungsrolle angemessen zu steuern und schrittweise abzugeben.

2. Entwicklung eines Modells der Gemeinschaftlichen Sozialen Arbeit

Jedes Interventionsmodell, das auf der Methodik der Gemeinwesenarbeit basiert, zielt darauf ab, die grundlegende gemeinschaftliche Dimension zu stärken. Individualismus, Isolation und die mangelnde Fähigkeit, Verbindungen zu anderen aufzubauen, verschlechtern drastisch die Chancen, die Herausforderungen und Möglichkeiten des Lebens zu bewältigen.

Eine der gefährlichsten Folgen für die psychische Gesundheit und die persönliche Erfüllung, die aus unserer Kultur resultiert, ist die Überhöhung unserer Ziele und der sozialen Erwartungen, die unsere Fähigkeit zur Beziehungsgestaltung stören. Dies liegt daran, dass wir die soziale Realität oft als einen darwinistischen Kampf um Macht, Geld und persönliche Zufriedenheit betrachten und dabei unsere Natur als soziales, relationales Wesen ignorieren. Die Forschung belegt die positiven Auswirkungen starker familiärer Bindungen, individueller und gesellschaftlicher Verantwortung sowie von Freundschaften auf das Privatleben.

Wir leben in einem Verhaltensmuster, das auf Konsum basiert. Es ist wichtig, das notwendige Einkommen zu erzielen, um teilnehmen zu können, und durch Konsum unseren Status, unseren Lebensstandard und unsere Integration in die Gruppe zu demonstrieren, die sich dies leisten kann. Um dies zu erreichen, müssen wir mehr Zeit in Arbeit und Weiterbildung für unsere berufliche Karriere investieren. Das Ergebnis ist eindeutig: Wir haben immer weniger Zeit, unsere Beziehungen zu pflegen und unser Wissen über uns selbst zu vertiefen.

Die Zunahme von Sekten und die Flut neuer Selbsthilfe-Literatur zum Thema Glück zeigen einerseits die Sehnsucht, die wir als Subjekte nach Beziehungen (auch wenn sie mit Objekten oder Personen sind) empfinden. Andererseits demonstrieren sie die begrenzten Antwortkapazitäten, die unser konsumorientierter Lebensstil und Individualismus angesichts der vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen des Lebens bieten.

Demokratie ist ein Regierungssystem, in dem gewählte Vertreter unsere Interessen verteidigen, was zur Entwicklung spezifischer Repräsentationsmechanismen führt. Daher ist es unerlässlich, organisiert zu sein und Strategien entwickeln zu können, um gemeinschaftliche Maßnahmen zur Erreichung bestimmter Ziele voranzutreiben. Dies gilt insbesondere in fortgeschrittenen technologischen Gesellschaften, die inmitten eines Massenkonsumfestes Lebensbedingungen schaffen, welche die Isolation des Einzelnen verstärken.

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