Gemeinwesenarbeit und Soziale Arbeit: Interventionsebenen
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1. Gemeinwesenarbeit und Soziale Arbeit
Im Zusammenhang zwischen Gemeinwesenarbeit und Sozialer Arbeit bestehen wichtige Unklarheiten:
Die Gemeinwesenarbeit wird als eine der drei traditionellen Methoden der Intervention angesehen. Diese Methoden bilden den methodischen Dreiklang für die professionelle Ausübung der Sozialen Arbeit. Während die ersten beiden Methoden (Einzelfallhilfe und Soziale Gruppenarbeit) auf die Behandlung persönlicher sozialer Situationen abzielen, befasst sich die Gemeinwesenarbeit mit kollektiven sozialen Situationen.
Wir weisen auf die Existenz eines gemeinsamen Repertoires der verschiedenen Methoden hin. Dieses ergibt sich aus der Tätigkeit im selben Gebiet (gemeinsame Ziele erfordern die Nähe der Akteure) und der gemeinsamen Logik, die den wissenschaftlichen Prozess und das rationale Handeln bestimmt. Das gemeinsame Repertoire darf jedoch nicht dazu führen, den Kerninhalt und die Differenzierung der Gemeinwesenarbeit zu vergessen. Die Differenzierung (im Falle der Gemeinwesenarbeit) liegt in der Schaffung und/oder Unterstützung von Organisationen, die als Motor für die Maßnahme dienen.
Obwohl die Soziale Arbeit verschiedene Ansätze und Methoden umfasst, ist es wichtig, die Unterschiede und die drei *Singularitäten* zu erkennen, da diese nicht aufeinander reduzierbar sind. Trotz der Tatsache, dass alle Fachkräfte vom gleichen Generischen Objekt (soziale Beziehungen der Marginalisierung/Integration) ausgehen und wissenschaftliche Beratung nutzen, verfügen Gemeinwesenarbeit, Soziale Gruppenarbeit und Einzelfallhilfe über einzigartige Strategien zur Analyse sozialer Situationen und Interaktionsumgebungen, und die Intervention ist ebenfalls einzigartig.
Die sogenannten kommunalen Pläne haben seit Ende der neunziger Jahre in Katalonien die Eröffnung eines neuen Praxisraums erleichtert, der sich auf die Gemeinwesenarbeit konzentriert.
5. Praxis in einem Kontinuum organisatorischer Interventionsebenen
Traditionell wurde der Gemeinwesenarbeit ein ausschließliches Interesse an der lokalen Entwicklung zugeschrieben. Dies führte dazu, dass Stadtteile oder Ortschaften, mehr oder weniger verkürzt, als natürliche Entwicklungsbereiche betrachtet wurden.
Das Verständnis der Gemeinwesenarbeit als Praxis der sozialen Organisation impliziert jedoch, dass sie sich auf sehr unterschiedlichen Ebenen entwickeln kann:
- Natürlich auf lokaler Ebene (im Ort).
- Durch die Praxis der Föderation oder Koalition auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.
Die aktuelle Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bietet die Möglichkeit, Gemeinschaften in Internet-Netzwerken aufzubauen, die offensichtlich nicht an räumliche Nähe gebunden sind.
Ebenso kann sich die Gemeinwesenarbeit auf der Ebene spezifischer Gruppen entwickeln, im Rahmen von Interventionsstrategien gegen Ausgrenzung, um soziale Probleme zu lindern oder zu verhindern, die diese Gruppen besonders betreffen (z. B. der Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen, gegen Armut, Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch usw.).
Die Praxis der Gemeinwesenarbeit muss sich daher in einem Kontinuum der Interventionsebenen bewegen, wobei die Entwicklung auf der Mikroebene (Stärkung von Einzelpersonen, Kollektiven und Gruppen) mit der Mesosozialen Ebene (Bezirk, Ort) und der Makroebene (national und international) verbunden wird.