Die Generation von '27: Aleixandre, Alonso und Cernuda

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Vicente Aleixandre: Surrealismus und Kommunikation

Vicente Aleixandre thematisiert die Kommunikation über den Wunsch nach Schönheit. Sein Stil ist durch den Reichtum an surrealen Bildern und die Verwendung von freien Versen (Verso libre) geprägt. Die Poesie dient ihm als Medium der Kommunikation zwischen dem Universum und den Menschen.

Karriere und Entwicklungsphasen

  • Frühwerk: Ámbito – reine Poesie in der Tradition von Salinas und Guillén.
  • Surrealistische Phase: Radikaler Pessimismus, Nachdenken über Schmerz und Angst der Menschen. Ziel ist die Verschmelzung mit dem Kosmos, um unempfindlich zu sein. In Werken wie Espadas como labios und La destrucción o el amor wird das Universum als Hymne an die Natur und die Liebe dargestellt. Dieses Gefühl bricht die radikale Einsamkeit des Menschen auf und ermöglicht die Fusion mit dem Geliebten. Beeinflusst vom Surrealismus, umfasst sein Stil zahlreiche Bilder, die sich auf die Natur und den Kosmos beziehen, oft in freien Versen und Strophen.
  • Humanistische Phase: Mit Historia del corazón konzentriert er sich auf das menschliche Wesen in der Gemeinschaft. Die Poesie wird hier zum Zeugnis – human und ethisch.

Dámaso Alonso: Existenzielle Nachkriegspoesie

Dámaso Alonso entwickelte sich in Richtung einer existenziellen Poesie, die in der Nachkriegszeit (Postguerra) gipfelte. Er widmete sich gleichermaßen der Dichtung wie der Literaturkritik (z. B. über Góngora). Seine poetische Sprache entspringt der Ästhetik der Generation von '27.

Wichtige Werke und Stilwandel

  • Erste Phase: Poemillas der Stadt sowie Der Wind und der Vers (populärer Ton).
  • Zweite Phase: Ein existenzieller Ton prägt Hijos de la ira (Söhne des Zorns), ein unverzichtbares Werk der spanischen Nachkriegsdichtung. Er distanzierte sich von rein ästhetischen Idealen: „Heute interessiert mich nur noch der Mensch... um ihn zu erreichen... jenseits der Wege der Schönheit oder der Zerstörung (zarapazos).“

Luis Cernuda: Zwischen Wirklichkeit und Verlangen

Das Werk von Luis Cernuda ist von einer intimen und romantischen Stimmung geprägt. Zentrales Thema ist die Unmöglichkeit der Versöhnung von persönlichen Wünschen und der Realität. Dieser Konflikt gibt seinem Gesamtwerk den Titel: La realidad y el deseo (Wirklichkeit und Verlangen).

Die vier Phasen seines Schaffens

  • Anfänge: Reine Poesie in Perfil del aire sowie klassische Einflüsse in Égloga, elegía, oda.
  • Surrealistischer Einfluss: Nach seinem Aufenthalt in Frankreich zeigt sich der Surrealismus in Un río, un amor und wird in Los placeres prohibidos gemildert. Es entstehen Konfrontationen zwischen seinen Wünschen und seiner Existenz, was in Gefühlen der Einsamkeit und der Sehnsucht nach Schönheit und Liebe mündet. Er nutzt eine dichte, emotionale Ausdrucksweise und bevorzugt eine gesprochene Sprache mit umgangssprachlichem Ton, die eine enorme Suggestionskraft besitzt.
  • Bürgerkrieg: Las nubes (Die Wolken), ein Werk, das er im Exil vollendete.
  • Exil: In dieser Phase erreichen die Themen Einsamkeit und Exil ihren Höhepunkt. Wichtige Werke sind Como quien espera el alba, Vivir sin estar viviendo und Con las horas contadas.

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