Die Generation von '27: Geschichte und Literatur
Eingeordnet in Spanisch
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,14 KB
Die Generation von '27: Von der Monarchie zur Republik
Das Ende der Diktatur von Primo de Rivera war durch einen Rückgang der politischen Repression und den Ausbau des parlamentarischen Modells gekennzeichnet. Im Jahr 1931 dankte der König ab und am 14. April wurde die Zweite Republik unter der Leitung von Manuel Azaña ausgerufen. Diese unternahm ein umfangreiches politisches Programm, sah sich jedoch mit der Wirtschaftskrise von 1929 und einer starken ideologischen Polarisierung (Faschismus und Kommunismus) konfrontiert. Nach den Wahlen von 1936 gewann die Volksfront (Frente Popular). Die Mitglieder der Generation von '27 zeigten ein wachsendes politisches Engagement und widmeten sich zudem pädagogischen Aufgaben.
Die Entstehung der Generation von '27
Das Jahr 1927 markierte den 300. Jahrestag des Todes von Góngora, dem barocken Vorbild der Dichter. Zu den gemeinsamen Merkmalen der Gruppe zählen:
- Ein breiter literarischer Hintergrund
- Enge freundschaftliche Beziehungen
- Gemeinsame Literaturzeitschriften und Anthologien
- Ähnliche ästhetische Vorlieben und literarische Einflüsse
- Interesse an der Verbindung von Volkstradition und Avantgarde
Thematisch standen Fortschritt, die Natur, die Liebe und die gesellschaftliche Verantwortung im Fokus. Die Entwicklung lässt sich in drei Phasen unterteilen: die Anfangsphase (bis 1929), die Zeit vor dem Bürgerkrieg (1929–1936) und die Zeit nach dem Bürgerkrieg (ab 1939).
Wichtige Autoren und ihre Werke
- Pedro Salinas (1891–1951): Sein Stil ist geprägt von der Suche nach der Essenz des Lebens und intellektueller Schönheit. Wichtige Werke: „Omen“, „Sichere Chance“, „Stimme durch dich“.
- Jorge Guillén (1893–1984): Cervantes-Preisträger. Sein Stil zeichnet sich durch aufwendige Ausdrucksformen aus. Wichtige Werke: „Cántico“, „Clamor“, „Homenaje“.
- Gerardo Diego (1896–1987): Er verband traditionelle Dichtung mit avantgardistischen Elementen. Themen: Liebe, Natur, Musik und Religion.
- Vicente Aleixandre (1898–1984): Nobelpreisträger und Mitglied der Königlichen Akademie. Bekannt für innovative Metaphern und Subjektivität. Werke: „Schatten des Paradieses“, „Historia del corazón“.
- Rafael Alberti (1902–1999): Cervantes-Preisträger. Sein Stil zeichnet sich durch Vielfalt, Anaphern und surreale Bilder aus. Werke: „Marinero en tierra“, „Cal y Canto“.
- Federico García Lorca (1898–1936): Seine Themen kreisen um den unvermeidlichen Tod, Liebe und Enttäuschung. Bekannt für seine technische Meisterschaft und Symbolik. Werke: „Zigeuner-Romanzen“, „Dichter in New York“.
- Luis Cernuda (1902–1963): Schüler von Pedro Salinas, beeinflusst vom Surrealismus. Seine Werke thematisieren Isolation und Rebellion. Werke: „Ein Fluss, eine Liebe“, „Verbotene Genüsse“.