Die Generation von '27: Spanische Lyrik und Avantgarde

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Die Generation von '27 (Generación del 27)

Alberti, Lorca, Cernuda... Das Studentenwohnheim in Madrid war der zentrale Treffpunkt aufgrund seiner kulturellen Aktivitäten, wie etwa der Feier des hundertsten Jahrestages von Góngora im Jahr 1927. Die Existenz dieser Gruppe wird durch Gerardo Diegos Werk "Antología" bestätigt, welches eine Auswahl der Werke dieser Autoren enthält.

Ästhetik und Balance

Die Ästhetik zeichnet sich durch Vielfalt und Gemeinsamkeiten aus sowie durch die Tendenz zum Gleichgewicht zwischen gegensätzlichen Polen, welche die spanische Poesie der letzten Jahre geprägt haben:

  • Zwischen dem Intellektuellen und dem Emotionalen
  • Zwischen einer fast mystischen Vorstellung von Poesie und einer großen Strenge bei der Ausarbeitung des Gedichts
  • Zwischen ästhetischer Reinheit und menschlicher Authentizität
  • Zwischen der Minderheit und der breiten Masse
  • Zwischen dem Allgemeinen und dem spezifisch Spanischen

Zusammen mit ihren kultivierten Formen wird die Tradition verehrt und respektiert, was jedoch nicht im Widerspruch zu ihrer Arbeit an der Renovierung der Lyrik steht.

Charakteristika und Trends

Das Hauptmerkmal ist die Verbindung von Avantgarde und Tradition. Folgende Trends lassen sich unterscheiden:

  • Reine Poesie: Suche nach Ästhetizismus, weitgehend ohne Gefühle (z. B. Jorge Guillén).
  • Populär: Volks- und traditionelle Lieder sowie traditionelle Metriken (z. B. Lorca und Alberti).
  • Surrealismus: Geistiger Ton, vorwiegend aus dem Unterbewusstsein gespeist (z. B. Aleixandre, Prados, Lorca und Alberti).
  • Neoromantik: Re-Humanisierung der intimsten Lyrik mit sentimentalen und sozialen Nuancen (z. B. Dámaso Alonso, Salinas, Gerardo Diego).

Themen und Versformen

Die Themen umfassen die kosmopolitische Stadt, eine glückliche Zukunft und den Fortschritt; später werden diese eher pessimistisch. Die Liebe wird mit großer Ausdrucksfreiheit besungen. Zudem gibt es ein starkes soziales Engagement (Poesie in Kriegszeiten zur Bekämpfung sozialer Ungerechtigkeit, Sorge um das Land und das Schicksal des Menschen).

Hinsichtlich der Verse fungierten sie als Initiatoren des freien Verses, wobei sie gleichzeitig alle traditionellen Versformen beibehielten.

Evolution der Gruppe

Schritt 1: Bis 1927

Bécquer-ähnliche Töne und Einflüsse der frühen Avantgarde. Die Lyrik orientiert sich an Juan Ramón Jiménez (reine Poesie) und einer klassischen Annäherung.

Schritt 2: 1927 bis zum Bürgerkrieg

Ein Prozess der Re-Humanisierung der Lyrik setzt ein. Es folgt der Einbruch des Surrealismus sowie soziale und politische Akzente. Die Phase der reinen Avantgarde-Poesie wird abgeschlossen.

Schritt 3: Nach dem Krieg

Die Exilgruppe zerstreut sich und jedes Mitglied geht eigene Wege.

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