Die Generation von 98 und der Modernismo: Spanische Literaturwende

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Die Generation von 98: Ursprung und Idealismus

Die Generación del 98 (Generation von 98) entstand infolge der nationalen Krise des Jahres 1898 (Verlust der letzten spanischen Kolonien). Diese Gruppe von Schriftstellern erneuerte die spanische Literatur. Der Name „Generation von 98“ wurde von José Martínez Ruiz (*Azorín*) geprägt. Die Autoren dieser Generation teilten einen selbstlosen Idealismus, einen kritischen Geist und eine tiefe Liebe zur Kunst.

Charakteristika und Stilmerkmale

Die Autoren zeichneten sich durch folgende Merkmale aus:

  • Rebellion: Auflehnung gegen Korruption und die politische Instabilität, die das Land lähmte.
  • Wiederentdeckung: Rechtfertigung der Figur von Larra und Wiederentdeckung vergessener Aspekte der spanischen Kultur.
  • Stil: Die anti-rhetorische Schlichtheit und Eleganz des Stils ist in der Sorgfalt ihres Schreibens wahrnehmbar.
  • Subjektivismus: Die Autoren reflektierten ihre eigenen Gefühle und Visionen.
  • Traditionalismus: Das Interesse an Spanien führte zur Verwendung traditioneller und klassischer Wörter.
  • Genre: Bevorzugung flexibler Genres (wie Essays), um Gedanken, Reflexionen und lyrische Kulturvisionen zu sammeln.

Zentrale Themen der Generation von 98

  • Spanien: Große Sorge um den Rückstand des Landes. Starkes Interesse an der spanischen Landschaft, Geschichte und Kultur.
  • Geschichte und Werte: Die Suche nach den spanischen Werten und den Wurzeln des nationalen Übels.

Wichtige Vertreter und Hauptwerke

  • Miguel de Unamuno: Nebel (*Niebla*), *Tante Tula* (*La tía Tula*), *Abel Sánchez*, *Der heilige Manuel der Gute, Märtyrer* (*San Manuel Bueno, mártir*).
  • Pío Baroja: *Der Weg zur Vollkommenheit* (*El camino de perfección*), *Die Suche* (*La busca*), *Zalacaín der Abenteurer* (*Zalacaín el aventurero*), *Der Baum der Wissenschaft* (*El árbol de la ciencia*).
  • José Martínez Ruiz (*Azorín*): *Der Wille* (*La voluntad*), *Die Bekenntnisse eines jungen Philosophen* (*Las confesiones de un pequeño filósofo*).
  • Ramón María del Valle-Inclán: *Tirano Banderas*.
  • Antonio Machado: *Campos de Castilla*.

Rubén Darío: Der Wegbereiter des Modernismo

Félix Rubén Darío García Sarmiento, bekannt als Rubén Darío, wurde in Nicaragua geboren. Durch seine Tätigkeit als Journalist und Diplomat reiste er viel in Europa und Amerika und wurde so zum wichtigsten Förderer des Modernismo (der spanischsprachigen Moderne).

Seine Werke spiegeln sein turbulentes Leben, seine Meditationen, seinen sinnlichen Genuss, seine intellektuellen Freundschaften sowie die Einflüsse der Romantiker, Parnassiens und Symbolisten wider. Er schrieb Lyrik und Prosa, die sich durch folgende Werke auszeichnen:

Hauptwerke des Modernismo

  • Azul... (Blau): Gilt als Initiator des Modernismo. Es zeigt den Einfluss der Parnassiens und besteht aus Prosa-Geschichten und Gedichten.
  • Prosas profanas y otros poemas (Profane Prosas und andere Gedichte): Dieses Werk zeichnet sich durch eine reiche Sprache, neue metrische Kombinationen, Alliterationen und Synästhesien aus, die typisch für den Modernismo sind. Zentrale Themen sind die Liebe und die Suche nach Harmonie in der Kunst.
  • Cantos de vida y esperanza (Gesänge des Lebens und der Hoffnung): Hier wird die persönliche Note seiner Kompositionen betont. Darío zeigt seine Sorge um die Menschheit, ihre Probleme und ihre Zukunft.

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