Geodynamischer Zyklus & Vulkane: Gesteinsbildung und Gefahren
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Geodynamischer Zyklus
Auch als geodynamischer Zyklus bezeichnet, beschreibt dieser Prozess eine Reihe von Vorgängen, mit denen sich die Materialien der Erde verändern. Er versucht, die Umwandlung geologischer Materialien zu erklären und bezieht sich auf Kreisläufe von Erosion und Plattentektonik, die auf Zeiträumen ablaufen, die im Vergleich zur menschlichen Lebensspanne sehr groß sind. Verschiedene Stadien treten nacheinander auf und führen zur Entstehung unterschiedlicher Gesteinsformationen.
Stadien des Zyklus
Im Folgenden sind die Hauptstadien des geodynamischen Zyklus beschrieben:
- Magmatische Gesteine: Entstehen durch das Abkühlen und Erstarren von Magma. Es gibt intrusive (plutonische) Gesteine, die tief unter der Erdoberfläche aus Magma in Rissen und Kammern langsam abkühlen und kristallisieren, und extrusive (vulkanische) Gesteine, die an der Oberfläche nach Vulkanausbrüchen oder an Fissuren in Form von Lava und Tephra abgelagert werden.
- Sedimentgesteine: Bilden sich, wenn magmatische oder andere Gesteine Verwitterungs-, Erosions- und Transportprozessen an der Oberfläche ausgesetzt sind. Das verwitterte Material wird in kleine Partikel zerlegt, transportiert und in Ozeanen oder Seen als Sediment abgelagert. Durch das Gewicht aufeinander folgender Schichten werden diese Ablagerungen kompaktiert und oft durch in den Poren gelöste Mineralien zementiert, sodass sich aus den Sedimenten festes Gestein bildet.
- Metamorphe Gesteine: Entstehen, wenn Sediment- oder magmatische Gesteine tief vergraben werden oder durch Gebirgsbildungen und Plattenbewegungen hohen Temperaturen und Drucken ausgesetzt sind. Unter diesen Bedingungen verändern sich Mineralzusammensetzung und Gefüge, und es entstehen metamorphe Gesteine.
- Rückführung ins Magma: Wenn metamorphen Gesteinen extrem hohe Temperaturen und sehr hoher Druck zukommen, können sie erneut aufschmelzen und in Magma zurückgeführt werden, womit der Zyklus erneut beginnt.
Besonderheiten magmatischer Gesteine
Magmatische Gesteine können sehr unterschiedliche Zusammensetzungen und Texturen aufweisen. Intrusive Gesteine kristallisieren langsam und zeigen grobkörnige, kristalline Strukturen. Extrusive Gesteine entstehen schnell an der Oberfläche und sind oft feinkörnig oder glasig. Die Art des Magmas (sauer vs. basaltisch), seine Viskosität und der Gasgehalt bestimmen maßgeblich das Aussehen und Verhalten der Ausbrüche.
Vulkane: Formen, Typen und Gefahren
Vulkane sind kegelförmige Strukturen oder Kuppen, durch die Lava, Gase und pyroklastisches Material emittiert werden. Form und Abmessungen von Vulkanen variieren stark und hängen von der Art der Lava und dem Vorhandensein von Tephra ab. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Grundtypen:
Typen von Vulkanen
- Composite-Vulkane (Schichtvulkane): Hohe, steile Gebilde, aufgebaut aus abwechselnden Lagen von saurer Lava und Asche. Diese Vulkane treten oft in Subduktionszonen auf, wo aufsteigendes Magma durch Metamorphose und Magmen-Differentiation entstehen kann.
- Schlackenkegel (Lapilli-, Schotterkegel): Kleinere, steilere Kegel, die überwiegend durch das Absetzen von pyroklastischem Material wie Lapilli und Schutt gebildet werden.
Pyroklastische Ströme und Tuffbildung
Eine der gefährlichsten Erscheinungen bei explosiven Ausbrüchen ist die glühende Wolke, auch bekannt als pyroklastischer Strom oder Nuée ardente. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus heißen Gasen, Asche und Gesteinsfragmenten, die mit hoher Geschwindigkeit den Krater verlassen und die Hänge des vulkanischen Kegels herabfließen. Diese Ströme sind sehr heiß, zerstörerisch und können weite Bereiche verbrannten Materials hinterlassen. Die Ablagerungen solcher Ströme können verfestigen und zu Tuffgestein werden, einem relativ leichten Gestein, das aus Asche und anderen pyroklastischen Partikeln besteht.
Lahare und andere Gefahren
Neben pyroklastischen Strömen können Vulkane Lahare produzieren — Schlamm- und Schuttströme, die durch das Vermischen von Asche mit Wasser (Schneeschmelze, Regen, Seen) entstehen und bedeutende Abflussprozesse auslösen. Diese Gefahren machen viele Vulkane zu ernstzunehmenden Risiken für Mensch und Infrastruktur.
Vulkanische Landschaftsformen
Vulkanische Landschaftsformen entstehen oft durch das Vorhandensein magmatischer Gesteine an der Oberfläche, die aus erkaltetem Magma innerhalb von Leitungen und Kammern der Erdkruste hervortreten. Zu den charakteristischen Reliefformen gehören:
- Vulkankegel (Schichtvulkane und Schlacken- bzw. Lapillenkegel)
- Kessel und Calderen
- Gussformen von erkalteter Lava
Die Existenz dieser Formen wird durch Eigenschaften des Magmas bestimmt: saure Laven sind kühler, zäher und enthalten meist größere Mengen an gelöstem Gas unter Druck, was explosive Aktivitäten begünstigt. Basische (grundlegende) Laven sind dagegen flüssiger und enthalten weniger Gas. Beim Erreichen der Oberfläche kann vulkanisches Material entweder als Lavaströme (zähflüssige oder dünnflüssige Lava) austreten oder unter Druck der Gase als Tephra und Asche in die Luft geschleudert werden. Die Natur eines Vulkanausbruchs — explosiv oder effusiv — hängt somit stark von der Zusammensetzung und den physikalischen Eigenschaften des Magmas ab.
Ästhetik und Beispiele
Viele Vulkankegel werden wegen ihrer markanten Gestalt und Schönheit bewundert, Beispiele sind die Berge Kilimanjaro und Fuji. Als vulkanische Landschaftsformen prägen sie lokale Reliefs und bieten wichtige Einblicke in die geodynamischen Prozesse, die zur Bildung magmatischer Gesteine geführt haben.
Zusammenfassung
Zusammenfassend beschreibt der geodynamische Zyklus die kontinuierliche Umwandlung von Gesteinen: magmatisch → sedimentär → metamorph → (bei Aufschmelzung) wieder magmatisch. Vulkane sind sichtbare Ausdrucksformen dieser Prozesse an der Erdoberfläche; ihre Erscheinungsform, Gefährdungspotenziale und die entstehenden Gesteine werden wesentlich von der Zusammensetzung und dem Verhalten des Magmas bestimmt.