Geografisches Glossar: Klima, Hydrologie & Geomorphologie
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Geografische Begriffe und Definitionen
Klima und Atmosphäre
Höhe: Die Höhe ist der vertikale Abstand eines Punktes über dem Meeresspiegel.
Temperaturbereich: Temperaturunterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert, der an einem Ort oder in einem bestimmten Zeitraum gemessen wurde.
Hochdruckgebiet: Gebiet mit höherem Luftdruck als die Umgebung. Die Winde umlaufen ein Hoch auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn (z. B. über Spanien). Hochdruckgebiete bringen meist stabiles Wetter.
Trockenheit (Dürre): Zustand mit niedriger Boden- und Luftfeuchtigkeit infolge hoher Temperaturen und geringer Niederschläge. Sie wird z. B. mit Trockenheitsindizes bewertet.
Vegetation
Laubwald: Wald mit mittel- bis hochwüchsigen Bäumen mit geradem Stamm und glatter oder dünner Rinde; die großen Blätter fallen im Herbst ab (z. B. Eiche und Buche). Der Unterwuchs (sotobosque) besteht aus Farnen und Moosen.
Immergrüner Wald: Wälder mit meist mittelgroßen Bäumen, dicker, rauer Rinde (z. B. Korkeichen). Der Unterwuchs besteht aus strauchigem Gestrüpp und besenartigen Pflanzen.
Küste, Meer und Meeresbrisen
Seewind (Coastal Breeze): Tagsüber auftretende, regelmäßige Winde, die durch Temperatur- und Druckunterschiede zwischen Land und Meer verursacht werden.
Flussdelta: Dreieckig gestaltete Fläche an der Mündung eines Flusses, in der die äußeren Arme Sedimente ablagern, weil die Transportenergie abnimmt.
Ästuar (Estuary / Mündungstrichter): Teil der Flussmündung, in dem Süßwasser und Meerwasser sich mischen; hier werden Sedimente abgelagert und die Flusswirkung wird durch Gezeitenströme beeinflusst.
Ría: Flach eingeschnittene Meeresbucht, die durch Überflutung eines Flusstals entstanden ist; Meeresanstieg oder tektonische Senkung können zur Bildung einer Ría führen.
Kontinentalschelf: Unter Wasser liegende, sanft geneigte Fläche, die sich vom Küstenbereich bis zum Beginn des Kontinentalhangs erstreckt.
Hydrologie und Flusssysteme
Quellbereich eines Flusses: Ort des Ursprungs und der Herkunft des Flusssystems.
Abfluss eines Flusses: Menge des Wassers, das an einem bestimmten Punkt pro Sekunde vorbeifließt, ausgedrückt in Kubikmetern pro Sekunde (m³/s).
Mindestabfluss (Magra): Mindestwassermenge eines Flusses, die unter dem Einfluss von Trockenheit oder fehlendem saisonalen Niederschlag auftreten kann.
Hydrographisches Netz: Gesamtheit der natürlichen Wasserläufe eines Gebiets, einschließlich Flüsse und dauerhafte Gewässer, in denen das Wasser eines Einzugsgebiets abfließt.
Abflussregime: Zeitliche Schwankung der mittleren Wasserführung eines Flusses über Jahre.
Torrent (Bergbach): Stark geneigte Gebirgsbäche mit unregelmäßigem Abfluss; sie können intermittierend sein und besitzen oft eine hohe erosive Kapazität.
Klimaindikatoren und Karten
Isobaren: Linien gleicher Luftdruckwerte; an ihrem Verlauf lassen sich Windrichtung und -stärke abschätzen.
Isothermen: Linien gleicher Temperatur.
Isohyeten: Verbindungslinien von Punkten mit gleicher Niederschlagsmenge; sie können sich auf das ganze Jahr oder auf einzelne Monate beziehen.
Niederschläge: Abgabe von Wasser aus Wolken, sowohl in fester (Schnee, Hagel) als auch in flüssiger Form (Regen); gemessen mit Pluviometern und dargestellt durch Isohyeten.
Atmosphärischer Druck: Kraft pro Fläche, die durch die Luftsäule auf die Erdoberfläche ausgeübt wird; gemessen mit dem Barometer (Einheit: Millibar) und dargestellt durch Isobaren.
Kartenmaßstab: Mathematische Beziehung zwischen den tatsächlichen Abmessungen und denen auf der Karte; er stellt die Realität in einer flachen Darstellung dar.
Topographische Karte: Darstellung der Geländeoberfläche in einem bestimmten Maßstab; sie enthält Höhenlinien (Niveaukurven) sowie die Form der Landoberfläche.
Geomorphologie und Relief
Gebirgszug (Range): Eine Reihe miteinander verbundener Berge, entstanden z. B. durch alpin-orogene Prozesse im Tertiär.
Wasserscheide: Gebiet, dessen Oberflächenwasser in einen bestimmten Hauptfluss und seine Nebenflüsse abfließt. Wasserscheiden trennen Einzugsgebiete und folgen oftmals Höhenzügen.
Sedimentbecken: Orte, an denen erosive Materialien als Produkte der Erosion abgelagert werden; sie können Ausgangspunkte für die Entstehung von Reliefs bei orogenen Bewegungen sein.
Karstmorphologie: Landschaftsformen, die durch Lösung von Kalkgestein durch Wasser entstehen; Klüfte und Bruchzonen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Alpines Relief: Relief, das während der alpin-orogenen Gebirgsbildung im Tertiär entstand.
Ercinisches Relief: Relief, das während der ercinischen (herzynischen) Orogenese im Primärbereich entstand.
Sockel: Bereich des Grundgebirges (Basement), der durch Erosion freigelegt wurde; oft das Ergebnis von Abschleifung im Zusammenhang mit Gebirgsbildungsprozessen.
Peneplaus / Penillanura: Breite, fast einförmige Ebene mit geringen Höhendifferenzen, Produkt langer Erosionsphasen und Abtragung eines vorher existierenden Reliefs.
Marsch: Küstennahe Fläche mit Sedimentablagerungen, die durch Gezeiten, Flüsse oder Überschwemmungen gebildet wird.
Glazialformen
Gletschersee: See, der durch Schmelzwasser oder Abschmelzen eines Gletschers in einer Gletschermulde (z. B. Zirkus) gebildet wird oder durch Moränen oder Gletscherabbrüche aufgestaut ist.
Talgletscher (Valley Glacier): Gletscher, die sich in Tälern ausbreiten und eine für glaziale Erosion typische Morphologie aufweisen.
Koordinaten und Lage
Breite (Latitude): Der Winkelabstand eines beliebigen Punkts zur Äquatorlinie (Nord-Süd-Angabe).
Länge (Longitude): Der Winkelabstand eines Punktes zum 0°-Meridian (Längengrad, Ost-West-Angabe).
Meridian: Halbkreis von Pol zu Pol (z. B. der 0°-Meridian); er dient als Bezugsachse zur Bestimmung von Längen.
Parallel: Kreis der Erdoberfläche, dessen Ebene senkrecht zur Rotationsachse steht (z. B. der Äquator).
Meridional: Bezeichnet Richtungen oder Faktoren, die nach Süden gerichtet oder mit dem Süden verbunden sind ("südlich").
Weitere Begriffe
Dehesa: Traditionelle Kulturlandschaft im Mittelmeerraum, meist offene Parkwälder, die Forstwirtschaft, Ackerbau und Viehhaltung integrieren.
Nachhaltige Entwicklung: Rationelle Nutzung natürlicher Ressourcen, um die Bedürfnisse der heutigen Generationen zu erfüllen, ohne die Entwicklungsmöglichkeiten künftiger Generationen zu beeinträchtigen.
Globalisierung: Prozess zunehmender weltwirtschaftlicher Verflechtungen von Produktion und Handel sowie der Verbreitung kapitalistischer Produktions- und Konsummuster.
Polarfront: Grenze zwischen tropischen und polaren Luftmassen. Fronten sind oft verantwortlich für bedeutende Niederschlagsereignisse (z. B. Kalt- und Warmfronten).
Septentrional: Zum Norden gehörig; nördlich.
Solstitium (Sonnenwende): Zeitpunkt, an dem die Sonne ihre größte nördliche (Sommer) oder südliche (Winter) Deklination erreicht (z. B. Wendekreis des Krebses bzw. des Steinbocks).
Sotavento (Lee / Leeseite): Von Wind abgeschirmte Seite eines Geländes; geringere Wind- und Niederschlagsmengen können auftreten (Leeeffekt).
Isobaren, Isothermen, Isohyeten: Als Zusammenfassung: Isobaren sind Linien gleichen Luftdrucks, Isothermen Linien gleicher Temperatur und Isohyeten Linien gleichen Niederschlags.
Hinweis: Einige Begriffe im ursprünglichen Text enthielten Schreibfehler oder Mischungen aus Spanisch/Deutsch (z. B. "sotobosque", "penillanura"). Ich habe diese Begriffe in die gebräuchliche deutsche Terminologie übertragen und, wo sinnvoll, ursprüngliche Begriffe in Klammern erläutert.