Geologie und Aufbau der Erde: Methoden und Strukturen

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Methoden der geologischen Erforschung

Direkte Methoden der Studie liefern überprüfbare Daten über das untersuchte Objekt. Indirekte Methoden werden angewendet, um Informationen über Materialien und Objekte zu erhalten, die nicht direkt manipuliert werden können.

1.1. Indirekte Methoden

Seismische Methode: Die Untersuchung von Erdbeben liefert Informationen über das Erdinnere, da seismische Wellen durch die Erdkruste wandern und von Seismographen aufgezeichnet werden.

  • P-Wellen: Primär- oder Längswellen. Sie sind die schnellsten Wellen und erreichen als erste die Seismographen. Sie vibrieren in Ausbreitungsrichtung der Welle und können Flüssigkeiten durchdringen.
  • S-Wellen: Sekundär- oder Querwellen. Sie sind langsamer als P-Wellen, vibrieren senkrecht zur Ausbreitungsrichtung und können sich nicht in Flüssigkeiten ausbreiten.
  • L-Wellen: Lange Oberflächenwellen. Sie sind am langsamsten und verursachen die größten Schäden an der Erdoberfläche.

Durch die Analyse der Geschwindigkeit von P- und S-Wellen wurden seismische Diskontinuitäten entdeckt, die auf Schichten mit unterschiedlicher Zusammensetzung hinweisen. Die wichtigsten sind:

  • Mohorovicic-Diskontinuität
  • Low-Speed-Kanal
  • Gutenberg-Diskontinuität
  • Lehman-Diskontinuität

Magnetische Verfahren: Untersuchung von Anomalien im Erdmagnetfeld. Da sich die magnetischen Pole periodisch umkehren (säkulare Variation), hilft die Ausrichtung magnetischer Mineralien bei der Datierung.

Gravimetrische Methode: Untersuchung kleiner Variationen der Gravitation durch Reliefunterschiede.

Weitere Informationsquellen

  • Dichtestudien: Die durchschnittliche Dichte der Erde beträgt 5,5 g/cm³, während die Kruste nur 2,8 g/cm³ aufweist, was auf einen sehr dichten Kern schließen lässt.
  • Meteoritenstudien: Sie geben Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems:
    • Siderite: Bestehen aus Eisen und Nickel (Kern).
    • Sideralite: Mischung aus Sideriten und Litometeoriten (Mantel).
    • Litometeorite: Bestehen aus Silikaten (Kruste).
  • Geothermische Untersuchungen: Basieren auf der Wärmeerzeugung des Planeten.
  • Vulkanismus: Ausgestoßenes Material erlaubt Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung der tiefen Kruste und des Mantels.

2. Geologische Zeitrechnung

2.1. Zeiteinteilungen

Die Geschichte der Erde (ca. 4500 Mio. Jahre) wird in Äonen, Ären und Perioden unterteilt. Wichtige Kriterien sind:

  • Fehlanpassungen: Diskordanzen zwischen unterschiedlich gefalteten Materialschichten.
  • Aussterben von Arten: Das Verschwinden bestimmter Fossilien in Gesteinsschichten.

Man unterscheidet drei Hauptgruppen:

  • Paläozoikum: Stark gefaltete Materialien mit Fossilien alter Organismen.
  • Mesozoikum: Sedimentgesteine mit moderneren Organismen.
  • Känozoikum: Kaum gefaltete Materialien mit Fossilien, die heutigen Organismen sehr ähnlich sind.

2.2. Fossilien

Fossilien dienen als Leitfossilien zur Korrelation von Gesteinsschichten, wenn sie eine weite geografische Verbreitung und eine kurze Existenzdauer aufweisen.

3. Alter der Gesteine: Absolute und relative Datierung

Die absolute Datierung bestimmt das spezifische Alter in Millionen von Jahren, beispielsweise durch die C14-Methode (Halbwertszeit von 5570 Jahren).

Die relative Datierung ordnet geologische Prozesse chronologisch:

  • Superpositionsprinzip: Höher liegende Schichten sind jünger als tiefer liegende.
  • Geologische Prozesse: Prozesse, die Schichten durchschneiden, sind jünger als die Schichten selbst.
  • Fossilienvergleich: Gesteine mit gleichen Leitfossilien sind gleich alt.

4. Geochemische und dynamische Zusammensetzung

4.1. Geochemische Zusammensetzung

Unterteilung nach seismischen Diskontinuitäten:

  • Kontinentale und ozeanische Kruste
  • Oberer und unterer Erdmantel
  • Äußerer (flüssiger) und innerer (fester) Kern

4.2. Dynamische Zusammensetzung

  • Lithosphäre: Starre äußere Schicht (Kruste und oberer Mantel).
  • Asthenosphäre: Semi-viskoses Material unter der Lithosphäre.
  • Mesosphäre: Entspricht dem unteren Mantel.
  • Endosphäre: Entspricht dem Erdkern.

5. Struktur der Erdkruste

5.1. Ozeanische Kruste

Sie ist maximal 180 Mio. Jahre alt und durch Subduktion geprägt. Sie besteht aus einer vertikalen Schichtung (Sedimente, Basalte, Plutonite) und horizontalen Strukturen wie Tiefseebecken und mittelozeanischen Rücken.

5.2. Kontinentale Kruste

Sie ist dicker, aber weniger dicht als die ozeanische Kruste und besteht primär aus Granit. Man unterscheidet Schilde, Plattformen und Orogene (Gebirgsgürtel).

6. Atmosphäre und Hydrosphäre

Die Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Stickstoff (78%) und Sauerstoff (21%). Sie gliedert sich in Homosphäre (Troposphäre, Stratosphäre, Mesosphäre) und Heterosphäre (Ionosphäre/Thermosphäre).

Die Hydrosphäre umfasst das gesamte Wasser der Erde. Der Wasserkreislauf wird durch solare Energie angetrieben. Ozeane fungieren als thermische Puffer und Modulatoren des Klimas, wobei Strömungen und Gezeiten die Dynamik des Meerwassers bestimmen.

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