Geologische Prozesse: Wasser, Eis, Wind und Meer
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Grundwasser und Aquifere
Regenwasser und Schmelzwasser dringen in den Boden ein, sofern dieser durchlässig ist oder aus zerklüftetem Gestein besteht. Das Wasser sickert bis zu undurchlässigen Schichten (z. B. Ton) und staut sich dort als Grundwasserleiter (Aquifer).
- Sättigungszone: Bereich, der vollständig mit Wasser gefüllt ist.
- Belüftungszone: Bereich zwischen Bodenoberfläche und Sättigungszone.
- Grundwasserspiegel: Oberste Schicht der gesättigten Zone.
Tritt der Grundwasserspiegel an die Oberfläche, entstehen Quellen und Flüsse. Bei artesischen Brunnen steht das Grundwasser unter Druck. Probleme für Aquifere sind Übernutzung und Umweltverschmutzung.
Karstmodellierung
Regenwasser bildet mit Kohlendioxid Kohlensäure, die Kalkstein löst. Dabei entstehen charakteristische Formen:
- Simas: Senkrechte Kanäle.
- Galerien: Horizontale Gänge.
- Höhlen: Große Hohlräume, in denen durch Tropfwasser Kristallisationen entstehen:
- Stalaktiten: Wachsen von der Decke nach unten.
- Stalagmiten: Wachsen vom Boden nach oben.
- Tropfsteinsäulen: Verschmelzung von Stalaktit und Stalagmit.
- Lapias: Rillen im Fels.
- Dolinen: Kreisrunde Vertiefungen.
Geologische Wirkung von Gletschern
Gletscher sind Eismassen, die etwa 10 % der Landoberfläche bedecken. Sie entstehen durch Akkumulation, Verdichtung und Rekristallisation von Schnee in Polargebieten und Hochgebirgen.
Inlandeis
Große Eismassen in Polargebieten, die 85 % des Süßwassers speichern. Wenn Gletscher im Meer enden, können Eisberge abbrechen.
Alpine Gletscher
Sie bestehen aus einem Gletscherkar (Sammelbecken), der Gletscherzunge (fließende Eismasse, die U-Täler formt) und der Gletscherfront (Schmelzbereich).
Gletschererosion
Gletscher bewegen sich langsam und erodieren den Untergrund durch mitgeführte Gesteinsfragmente. Das mitgeführte Material wird Moräne genannt (unterschieden in Front-, Seiten- oder Grundmoräne).
Geologische Wirkung des Windes
Die Wirkung des Windes hängt von Klima, Orographie und Vegetation ab.
- Deflation: Der Wind transportiert kleinere Partikel durch Suspension oder Rollen.
- Windabrieb: Partikel kollidieren mit Felsen und formen Rillen, natürliche Bögen oder Pilzfelsen.
Sedimentation durch Wind
- Reg (Steinwüste): Große Ebenen mit Steinen.
- Erg (Sandwüste): Ansammlungen feiner Materialien (Dünen).
- Dünenformen: Rippeln oder halbmondförmige Barjane.
Geologische Wirkung des Meeres
Das Meer formt die Küsten durch Erosion, Transport und Sedimentation.
Erosionsfaktoren
- Wellen: Abhängig von Wind und seismischer Aktivität (Tsunamis).
- Gezeiten: Vertikale Wasserbewegung durch Anziehung von Mond und Sonne.
- Meeresströmungen: Verursacht durch Wind, Temperatur- und Dichteunterschiede.
An Küsten entstehen durch Erosion Klippen, Brandungshohlkehlen und Abrasionsplattformen. Je nach Gesteinshärte bilden sich Buchten oder Landvorsprünge.
Sedimentationsformen
- Strände: Ablagerung von Sand, Kies und Muscheln.
- Tombolos: Verbindung einer Insel mit dem Festland.
- Nehrungen und Pfeile: Sandanhäufungen entlang der Küste.
- Lagunen und Marschen: Gebildet durch Sedimentation an Flussmündungen.