Geomorphologie und Reliefformen Spaniens
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Reliefformen und geologische Prozesse
Jurassisches Relief (R. jurásico)
Dieses Relief bildet sich bei jungen Bergketten durch die Faltung von Schichten, wodurch Sättel (Antiklinalen) und Mulden (Synklinalen) entstehen. Wasser erzeugt durch Erosion Täler senkrecht zu den Gipfeln (Cluses) sowie parallele Täler (Combes). Sobald Erosion auftritt, leeren sich die Synklinaltäler schnell (Synklinalhaken). Die Erosion des Tals legt die Antiklinale frei (exhumierte Antiklinale), und der Zyklus beginnt von neuem.
Appalachen-Relief (R. apalachense)
Dieses Relief entsteht durch die Einebnung eines bergigen Gebiets infolge von Erosion. Es bildet ein Relief aus abwechselnden Bergrücken und Tälern, die je nach Härte der Gesteinsschichten unterschiedlich stark erodiert sind.
Horizontales Relief (R. horizontal)
Hierbei graben Flüsse Täler in breite Plattformen, sogenannte Moore. Diese bestehen aus konkaven Flanken. Harte Gesteinsschichten bilden Berge, die oft Zeugenberge und Antecerros hinterlassen.
Schichtstufenrelief (R. de cuesta)
Dieses Relief zeichnet sich durch eine harte Rückseite (Dorsale) aus, die aus geneigten Schichten besteht, sowie eine Steilwand (Gesims) mit starkem Gefälle. Auch hier führt Erosion zur Bildung von Zeugenbergen und Antecerros.
Sedimentbecken und Plateaus
Die inneren Sedimentbecken unterteilen sich in:
- Nördliches Sub-Plateau: Höher gelegen und fast vollständig von Bergen umschlossen.
- Südliches Sub-Plateau: Niedriger gelegen, robuster in der Mitte und zum Atlantik hin offen.
Diese Becken entstanden während der alpinen Gebirgsbildung. Sie bildeten zunächst Seen, die später mit tertiären Materialien gefüllt wurden (unten weich wie Ton/Sand, oben hart wie Kalkstein). Dies führte zu einer Gliederung in Ebenen, Plateaus und Hänge.
Kantabrisches Gebirge (Cordillera Cantábrica)
Das Gebirge gliedert sich in zwei Sektoren:
- Westsektor (Asturisches Massiv): Entstand im Tertiär durch Hebung; besteht aus paläozoischen Materialien. Im Osten befinden sich die Picos de Europa, im Westen zeigt sich ein Appalachen-Relief.
- Ostsektor: Entstand im Tertiär durch die Faltung sekundärer, meist kalkhaltiger Meeresablagerungen am Rande der Meseta.
Atlantikküste
- Kantabrische Küste: Überwiegend geradlinig mit Klippen, flachen Abschnitten, kurzen Stränden und Tombolos.
- Galicische Rías: Entstanden durch das Eindringen des Meeres in die Flusstäler der zahlreichen Brüche des galicischen Massivs (bis zu 25–35 km tief).
- Andalusische Atlantikküste: Geprägt durch Sümpfe (z. B. Mündung des Guadalquivir), Nehrungen (Pfeile), Dünenfelder und den Doñana-Nationalpark.
Kanarische Küste
Die Küsten der Kanarischen Inseln wurden durch vulkanische Eruptionen geformt. Es überwiegen Klippen und Strände. Hohe Klippen (100–500 m) sind charakteristisch für alte Massive, während niedrigere (70–100 m) auf jüngeren Ablagerungen basieren. Die westlichen Inseln haben aufgrund der schmalen Küstenplattform steile Küsten, während die östlichen Inseln breitere Plattformen mit Sandstränden aufweisen.