Geomorphologische Prozesse: Murgänge, Solifluktion und Karstlandschaften
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Geomorphologische Prozesse und Landschaften
Murgänge und Bodenkriechen
Murgänge sind Bewegungen, die große Volumenströme von Regolith einbeziehen, so viel Material, dass sie fast wie Schifffahrtsrinnen wirken können. Reichlich feines Material wird als Erdfälle (Earthflows) bezeichnet. Bodenkriechen (Soil Creep) ist ein langsamerer Prozess, der manchmal eine beherrschende Stellung im Gelände einnimmt. Sein Motor ist die Schwerkraft und er wird durch saisonale Veränderungen von Hitze und Kälte, insbesondere durch Frost-Tau-Wechsel, begünstigt. Man kann dies an Bäumen sehen, die in Kolluviumzonen stehen und sehr fruchtbare Ebenen schaffen. Gelifluktion oder Solifluktion sind charakteristisch für Gefrier- und Auftauprozesse.
Klimageschichte und glaziale Formen
Bedeutung des Klimas und Eiszeiten
Die Klimageschichte ist von wesentlicher Bedeutung. Es gab Kalt- und Warmzeiten. Die derzeit geltende Periode ist das Miozän. Wichtig ist die Analyse der sauerstoffisotopischen Zusammensetzung der Schneeschichten. Die letzte Eiszeit in Europa war kalt. Von Gletschern geformte Landschaften weisen charakteristische Felsformationen auf. Assoziierte Gebirgssysteme:
- Ältere Zirkus (ausgehöhlte Kessel)
- Grater (scharfe Spitzen nach der Erosion durch einen Zirkus)
- Hörner (spitze Winkel)
- Drumlins (eiszeitliche Ablagerungen in Walzenform)
- U-Täler und Übertiefung (Überbaggerung)
Mittlere und periglaziale Formen
Mittlere Formen: Felsen mit quergestreiften und glatten Rändern sowie fragmentierte Schollen. Nebenfälle: Rillen und Kanäle. Der Permafrost ist dauerhaft gefrorener Boden in glazialen Zonen, unterteilt in Mollisol (die oberen 5 Meter) und den Permafrostteil (400 oder 1000 m tief). Eine Schicht wird durch die Sonne erwärmt, die andere durch innere Wärme.
Karstlandschaften und Lösungserscheinungen
Karst und chemische Prozesse
Karst beschreibt die Landschaftsformung von Karbonatgesteinen durch Lösung. Im Prinzip sind dies hauptsächlich Kalkstein, Halogenide und Sulfate. Die Verkarstung ist die Menge der Modellierung durch Karstprozesse und kann in einigen Fällen reversibel sein. Prozesse:
- Physikalisch-chemisch: Der Druck begünstigt die Löslichkeit von CO2; Niederschlag hilft, es aufzulösen. Der hydrostatische Druck, die Temperatur (ob turbulent oder nicht) und der Ionenaustausch spielen eine Rolle. Das Vorhandensein von Stoffen wie Halit, Carnallit oder Silvin im Wasser begünstigt die Lösung von CaCO3, während Dolomit oder Quarzit dies behindern oder erschweren.
- Lithologisch: Gips und Halogenide sind sehr löslich, weshalb die Verkarstung hier sehr aktiv ist. Kalkstein, Dolomit, Quarzit und Sandstein begünstigen eine Karstlandschaft unter bestimmten externen Bedingungen.
Faktoren der Verkarstung
Eine stärkere Konzentration von CaCO3 ist wichtig für die Löslichkeit, ebenso wie die Verkarstung selbst. Strukturen wie Schichtungen und Klüfte fördern die Auflösung in Blöcken. Biologische Aktivitäten produzieren CO2 und fördern so zusätzlich zu den mechanischen Maßnahmen die Wirkung der organischen Säuren. Das Klima ist entscheidend, da es alles steuert.
Formen des Karstes
Man unterscheidet Karstformen nach ihrer Lage (endokarstisch und exokarstisch: je nachdem, ob sie atmosphärisch oder unterirdisch sind), nach ihrer Entstehung (destruktiv oder konstruktiv, je nachdem, ob sie durch Niederschlag oder Auflösung entstehen) und nach ihrem Alter (älter oder jünger):
Oberflächenformen
- Dolinen: Konische, kreisrunde Vertiefungen sind Dolinen.
- Uvala: Ovale Vertiefungen, die aus der Fusion von Dolinen entstehen.
- Polje: Vertiefungen, die bis zu 2 km groß werden können; sie weisen oft Quellen, Senken und einen Grundwasserspiegel nahe der Oberfläche auf.
- Karstpflaster (Pavement Karst): Oftmals stimmen die Schichtungen mit der Verwitterung überein, die Verkarstung erfolgt in der Regel entlang der Klüfte.
- Karsttäler (Valles carstisocs): Eine Gruppe, die sowohl fluviale als auch Karst-Erosion durch Auflösung der Karbonate enthält, einschließlich unterirdischer Röhren und Schluchten.
- Mogoten, Türme und Zinnen: Pyramidenförmige, konische oder zylindrische Formen in tropischen Regionen.
- Lapiaz: Weniger entwickelte Form an der Oberfläche mit Mikroformen, die den oben genannten ähneln.
Konstruktive und unterirdische Formen
- Tuffartige Ablagerungen und Travertin: Konstruktive Wege im Freien.
- Entkalkungsschalen: Massiv in Höhlen (Stollen und Kavernen) und Erdfällen.
- Höhlen und unterirdische Stollen: Röhren, die durch die Erosion und Auflösung von gefiltertem Wasser entstehen.
- Sinter und vertikale Dräne: Niederschlagsablagerungen von Tropfsteinen.