Geriatrische Patienten: Krankheitsbilder und Herausforderungen

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Der Alterungsprozess bei älteren Menschen

Der Alterungsprozess bei gesunden älteren Menschen ist durch funktionelle und morphologische Veränderungen gekennzeichnet, die an der Grenze zwischen Normalität und Pathologie liegen. Dieses instabile Gleichgewicht beeinflusst ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit (nach Pietro de Nicola).

Ältere Menschen weisen bei Erkrankungen besondere Merkmale auf:

  • Spezifische Alterserkrankungen: Einige Krankheiten treten spezifisch in diesem Lebensabschnitt auf.
  • Veränderte Inzidenz: Krankheiten, die in jüngeren Jahren selten sind, kommen häufiger vor, da sich der Organismus verändert hat.
  • Atypische Krankheitsbilder: Dieselbe Krankheit kann im Alter andere diagnostische und therapeutische Merkmale aufweisen.
  • Multimorbidität: Häufig sind mehrere Organe und Systeme vom Krankheitsverlauf betroffen.
  • Psychosoziale Faktoren: Soziale und psychologische Probleme beeinflussen den Krankheitsverlauf in größerem Maße als in anderen Altersgruppen.
  • Geschwächte Abwehr: Aufgrund begrenzter Abwehrmechanismen können Krankheiten schon bei schwachen Reizen ausbrechen.

Der gebrechliche ältere Mensch

Gebrechlichkeit (Fragilität) bezeichnet den Verlust der Fähigkeit einer Person, internen oder externen Veränderungen zu widerstehen (nach Woodhouse). Diese Anfälligkeit führt zu einem erhöhten Risiko für akute Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit, Institutionalisierung und Tod. Sie wird durch das Zusammenspiel von physischen, sozialen und umweltbedingten Faktoren bestimmt.

Der geriatrische Patient

Ein geriatrischer Patient ist in der Regel über 65 Jahre alt und leidet an einer oder mehreren Krankheiten, die zu Funktionsverlust oder Behinderung führen. Der Zustand wird oft durch psychologische und/oder soziale Faktoren beeinflusst. Das Krankheitsmanagement und der Verlauf sind stark von der Umgebung abhängig.

Merkmale geriatrischer Erkrankungen

Ursachen

Die Ursachen liegen oft in einer lebenslangen Exposition gegenüber Risikofaktoren und etablierten Lebensgewohnheiten, die zu chronischen Erkrankungen führen.

Kennzeichen gesundheitlicher Veränderungen

  • Morphologische Veränderungen
  • Veränderungen im zeitlichen Ablauf von Krankheiten
  • Funktionelle Veränderungen (z. B. bei Leistung und Toleranz)
  • Einfluss endogener und exogener Faktoren bei geschwächter Abwehr

Multimorbidität (Pluripathologie)

Die Ursachen für die häufige Mehrfacherkrankung sind:

  • Veränderte Fähigkeit, das innere Gleichgewicht (Homöostase) bei äußeren Veränderungen aufrechtzuerhalten.
  • Eingeschränkte Funktionsfähigkeit von Organen und Systemen.
  • Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Krankheiten und Systemen.
  • Langer Krankheitsverlauf.
  • Störungen des Immunsystems.
  • Immobilität.
  • Iatrogenese (Schädigung durch ärztliche Maßnahmen).

Polymedikation

Aufgrund der Vielzahl an Erkrankungen ist es üblich, dass ältere Menschen mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen (Polymedikation).

Atypische Symptomatik

Die Diagnose wird oft durch eine atypische Symptomatik erschwert. Symptome können unvollständig, untypisch, scheinbar unbedeutend oder sogar „still“ (latent) sein, was die Anamnese erschwert.

Neigung zu Chronizität und Behinderung

Geriatrische Erkrankungen neigen dazu, chronisch zu werden und zu Behinderungen zu führen. Die Prognose ist oft ungünstiger als bei jüngeren Patienten.

Soziale und familiäre Auswirkungen

Krankheiten im Alter haben erhebliche Auswirkungen auf das soziale und familiäre Umfeld des Patienten.

Der hospitalisierte ältere Mensch

Ältere Menschen stellen den höchsten Anteil an Krankenhauspatienten dar. Sie haben im Durchschnitt längere Aufenthalte, höhere Wiederaufnahmeraten pro Jahr und einen höheren Verbrauch an Medikamenten.

Besondere Risiken im Krankenhaus

Zu den besonderen Risiken während eines Krankenhausaufenthalts zählen:

  • Respiratorische Komplikationen
  • Verwirrtheitszustände (Delir)
  • Probleme bei der Ausscheidung
  • Hohes Infektionsrisiko

Kontinuität der Pflege

Eine sorgfältige Pflegeplanung ist ein wichtiges Instrument, um die Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten. Sie erleichtert die Koordination zwischen verschiedenen Einrichtungen und die Kontrolle des Krankheitsverlaufs. Es ist zu beachten, dass sich das zuständige Gesundheitszentrum bei einem Wohnortwechsel ändern kann.

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