Geschichte Aragoniens: Von der Monarchie bis zum Humanismus

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Staatliche Institutionen in Aragonien

Die staatlichen Institutionen Aragoniens folgten der pactista-Tradition. In dieser Monarchie war der König verpflichtet, die Institutionen, Gesetze und Sitten der Staaten zu respektieren. Als Vertreter des Königs fungierten Statthalter oder Vizekönige.

Die Cortes und der Allgemeine Rat

Jedes Königreich besaß eigene Cortes (Ständeversammlungen). Der König musste diese einberufen und um Erlaubnis bitten, bevor er finanzielle Mittel fordern konnte. Der Allgemeine Rat wurde gegründet, um die Einhaltung der genehmigten Beschlüsse zu überwachen. In den Gemeinden erlangte das Bürgertum durch die kommerzielle Entwicklung zunehmend an Macht.

Wirtschaftliche Entwicklung in Aragonien

Die Wirtschaft Aragoniens basierte primär auf Landwirtschaft und Viehzucht, insbesondere der Schafzucht. Auch die Bewässerungslandwirtschaft entwickelte sich stark. Zudem gab es ein blühendes Handwerk und eine produktive Fertigung. Über mediterrane Handelswege exportierte Aragonien Gewebe, Öl, Eiseninstrumente und Waffen.

Kunstgeschichte: Romanik und Gotik

Romanische Kunst (11. und 12. Jahrhundert)

In der Architektur dominierten Landkirchen und im 12. Jahrhundert der Bau großer Klöster. Skulptur und Malerei dienten als dekorative Ergänzung. Die besten Beispiele für die Malerei finden sich in den Fresken, welche die Apsiden und Wände der Kirchen schmücken.

Gotik in Aragonien

Die gotische Architektur zeichnet sich durch die Dominanz horizontaler Linien aus. Dies zeigt sich in religiösen Bauten wie Kathedralen sowie in der Zivilarchitektur, insbesondere bei den Lonjas (Handelsbörsen), Palästen und öffentlichen Gebäuden. Die Skulptur zeigt deutliche Einflüsse der flämischen Kunst. Das Altarbild wurde zu einer immer häufigeren Kunstform, die Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria und der Heiligen darstellte.

Humanismus und die Renaissance

Der Humanismus etablierte eine neue Denkweise, die den Menschen in den Mittelpunkt der Welt stellt. Ab dem 15. Jahrhundert verbreitete sich diese Bewegung in Europa; im 16. Jahrhundert spricht man von der Renaissance. Zentrale Merkmale sind:

  • Die Erhöhung des menschlichen Wesens, der Vernunft und der Freiheit.
  • Die Rückbesinnung auf die griechisch-römische Kultur.
  • Wissenschaftlicher Fortschritt und technischer Geist.
  • Die Verwendung der Umgangssprachen.

Der bedeutendste Vertreter des christlichen Humanismus war Erasmus von Rotterdam.

Verbreitung des humanistischen Gedankenguts

Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts war entscheidend für die Verbreitung humanistischer Ideen. Akademien förderten den humanistischen Impuls und konzentrierten ihre Studien auf Sprache, Literatur und Philosophie. Universitäten in Bologna, Florenz, Löwen und Alcalá de Henares spielten eine wichtige Rolle bei der Bildung und Übertragung neuen Wissens.

Die Reformation und Martin Luther

Gründe für die Unzufriedenheit mit der Kirche waren übermäßiger Luxus, die geringe Ausbildung des Klerus sowie der Verkauf von Ämtern, Ablassbriefen und Bullen. Martin Luther veröffentlichte seine 95 Thesen gegen die katholische Lehre. Er verneinte den Wert der Vergebung durch die Kirche und deren Macht zur Gewährung derselben. Luther wurde dabei von deutschen Fürsten und Adligen unterstützt.

Das Auto-da-fé

Das Auto-da-fé (Glaubensgericht) war ein öffentliches Verfahren, bei dem Verurteilte ihren religiösen Überzeugungen abschwören mussten, um in den Schoß der Kirche zurückzukehren. Wer dies verweigerte, wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

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