Die Geschichte der Arbeiterbewegung und Arbeitsrechte

Eingeordnet in Sozialwissenschaften

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,91 KB

Die Entstehung der Arbeiterbewegung

Die Arbeiter hatten das Bedürfnis, eigene, von bürgerlichen Gruppen unabhängige Organisationen zu bilden. So begannen sich stabile Cluster zu formieren, die Alternativen zur kapitalistischen Gesellschaft entwickelten: Kooperativen versus Individualismus und wettbewerbsorientierter Kollektivismus.

Die ersten Formen der Arbeitsorganisation waren Friendly Societies, die als Widerstandsgruppen fungierten. Sie unterstützten Arbeitnehmer im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit und organisierten die ersten Streiks durch die Erhebung von Beiträgen. Ab 1820 weiteten sie ihre Aktivitäten aus. Ihre Aktionen führten zur Abschaffung der Combination Acts und zur Konsolidierung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit.

Bald ergab sich die Notwendigkeit, alle Gewerkschaften landesweit zu koordinieren. Es gab mehrere Versuche, wie die Schaffung der Nationalen Vereinigung für den Schutz der Arbeit, die aus Verbänden der Bau-, Textil-, Metall- und Bergbauindustrie gebildet wurde. Zudem unterstützte die Organisation das allgemeine Wahlrecht im Jahr 1832.

Im Jahr 1834 wurde die Grand National Consolidated Trades Union (GNCTU) gegründet, die die meisten Gewerkschaften zusammenführte, zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrief und die Gründung von Produktionsgenossenschaften förderte. Die Reaktion der Regierung, der Arbeitgeber sowie das Scheitern der Genossenschaften führten jedoch zum Ende der GNCTU. Ähnliche Bewegungen entstanden in Frankreich mit der Workers' Union und in Spanien mit der Vereinigung der Arbeiter von Barcelona.

Fortschritte im Arbeitsrecht

Das Wachstum des Kapitalismus führte zu einem dramatischen Anstieg des industriellen Proletariats. Die Ausbreitung sozialistischer Ideen begünstigte die Bildung einer neuen Gewerkschaftsbewegung. Um den Druck zu erhöhen, etablierte sich die Praxis der Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern zur Lohnfindung. Als Folge entstanden die ersten Arbeitsgesetze:

  • Kinder- und Frauenarbeit: 1819 legte die britische Regierung ein Mindestalter von neun Jahren fest. In Frankreich wurde das Mindestalter 1841 auf acht und 1892 auf zwölf Jahre angehoben. Zudem wurde Nachtarbeit für Frauen verboten und Ruhezeiten nach der Entbindung eingeführt.
  • Sozialversicherung: Deutschland war Pionier bei der Schaffung staatlicher Pflichtversicherungen für Arbeitnehmer. Frankreich und England etablierten ähnliche Gesetze. Im Jahr 1908 garantierte ein englisches Gesetz Entschädigungen für Arbeitslose.
  • Arbeitszeit: In weiten Teilen der industrialisierten Länder wurde ein Zehn-Stunden-Tag in den Werkstätten und ein Acht-Stunden-Tag in den Minen eingeführt. Der allgemeine Acht-Stunden-Tag wurde jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg flächendeckend durchgesetzt.

Verwandte Einträge: