Geschichte des Dramas: Vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert
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Die Evolution des Dramas im Mittelalter
Das Theater von William Shakespeare hat seine tiefen Wurzeln im Mittelalter. Ursprünglich wollten Bischöfe den Menschen die Bibel näherbringen. Dies ist der Grund, warum Priester begannen, einige Bibelstellen szenisch aufzuführen, um sie dem Volk verständlicher zu machen. Daher lässt sich sagen, dass der Ursprung des Dramas in der Kirche liegt. Bestimmte biblische Episoden wurden ausschließlich während der Osterzeit dargestellt.
Moralitäten im 15. und 16. Jahrhundert
Diese Stücke thematisierten das Schicksal des einzelnen Menschen. Sie wurden von Wandertruppen aufgeführt. Das berühmteste dieser Morality Plays ist Jedermann (Everyman). Elemente der Moralitäten überlebten später in Marlowes Dr. Faustus durch die Monologe des Protagonisten, seine guten und bösen Engel sowie die abschließende moralische Lehre.
Mystery- und Miracle-Spiele
Bei dieser Art von Aufführungen handelte es sich um Zyklen religiöser Dramen, die nicht von Priestern, sondern von städtischen Zünften – religiös geprägten Berufsverbänden – aufgeführt wurden. Ein bedeutendes Mysterienspiel ist The Play Called Corpus Christi.
Das frühe Tudor-Drama im 16. Jahrhundert
In dieser Ära gab es verschiedene Arten des Dramas an unterschiedlichen Orten:
- Kirchen und Straßen
- Inn-Yards (Gasthöfe)
- Der königliche Hof
- Häuser des Adels, Schulen und Universitäten
Nach 1530 entwickelte sich das Drama zu einer wichtigen Großveranstaltung. Die Behörden waren jedoch besorgt über die Kontrolle der Spiele. Seit dem Bruch mit der katholischen Kirche verschwanden die Open-Air-Aufführungen der Mysterienspiele. Die Puritaner forderten die Abschaffung des Theaters, da sie es als ein Instrument der Korruption im Zusammenhang mit der katholischen Kirche betrachteten – ähnlich wie es den Christen im antiken Rom erging.
Das Restaurationsdrama
Zu diesem Zeitpunkt gab es signifikante Veränderungen im Drama. Es existierten nur noch öffentlich lizenzierte Theater, wie das Theatre Royal oder das Lincoln's Inn Fields Theatre. Erstmals begannen Frauen damit, weibliche Charaktere zu spielen. Das Publikum bestand anfangs aus der Oberklasse oder der gehobenen Mittelschicht. Die Stücke spiegelten die Sitten und moralischen Werte der Menschen wider, die mit dem König aus Frankreich zurückgekehrt waren. Dies nannte man Comedy of Manners (Sittenkomödie).
In einigen Stücken nahmen Liebe und Erotik einen größeren Raum ein, wurden jedoch komödiantisch und freizügig behandelt. Zum Beispiel suchten ältere Männer und Frauen nach jüngeren Liebhabern. Neue Themen entwickelten sich aus der früheren City Comedy. Die Stücke porträtierten zudem die Unterschiede zwischen dem Land- und Stadtleben durch komplexe und amüsante Geschichten. Zudem wurde die künstliche Mode und das egoistische Verhalten der damaligen Zeit persifliert.
Spätviktorianische Literatur und das Drama
Das Drama des 19. Jahrhunderts war im Wesentlichen ein Melodrama. Es nutzte Soundeffekte sowie häufige Kostüm- und Bühnenwechsel. In dieser Zeit entstand ein Kult um die Schauspieler; Sarah Bernhardt und Henry Irving wurden weltberühmt und bewundert. Die Mittel- und Oberklasse begann, regelmäßig das Theater zu besuchen. Obwohl das Melodram der vorherrschende Stil war, existierte auch das „ernste“ oder „neue“ Drama. Es war die Wiedergeburt des Dramas als Ideendrama.
Im Jahr 1850 wurde die Music Hall geboren, die Schauspiel, Musik, Tanz und Akrobatik kombinierte. Nicht zu vergessen ist eine weitere wichtige Kunstform der Zeit: die Fotografie. Julia Margaret Cameron war eine der ersten Frauen, die als Fotografin berühmt wurde.