Geschichte und Entwicklung der Europäischen Union
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Die Europäische Union: Eine Einführung
Während des 20. Jahrhunderts erschütterten zwei Weltkriege (1914–1918 und 1939–1945) Europa. Viele Länder waren finanziell ruiniert und die Bevölkerung litt über Generationen hinweg unter den Folgen. Dank amerikanischer Hilfe (Marshallplan) konnten sich die europäischen Staaten wieder aufbauen.
Einige Politiker erkannten, dass eine Vereinigung notwendig war, um:
- Mit den großen Supermächten (USA, UdSSR, später Japan) zu konkurrieren.
- Streitigkeiten zwischen Siegern und Verlierern zu überwinden und neue Kriege zu verhindern.
So entstanden die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, 1950) und die Westeuropäische Union (WEU, 1954). Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 trug die Union maßgeblich dazu bei, die Unterschiede zwischen dem entwickelten Westen und dem unterentwickelten Osten zu mildern, was die Wiedervereinigung Deutschlands und die Integration osteuropäischer Länder ermöglichte.
Der Vertrag von Rom: Gründung der EWG (1957)
Am 25. März 1957 unterzeichneten sechs Länder (Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande und Luxemburg) den Vertrag von Rom zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Trotz des kurz zuvor beendeten Zweiten Weltkriegs herrschte noch Misstrauen.
Wichtige Meilensteine:
- 1960: Gründung der EFTA durch England und andere Länder als Reaktion auf die EWG.
- 1965: Fusion von EGKS, Euratom und EWG.
- 1968: Einführung der Zollunion (Abschaffung von Zöllen zwischen Mitgliedern und gemeinsamer Außenzoll).
- Politikfelder: Einführung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds (EAGFL), der Gemeinsamen Fischereipolitik (1976) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE, 1975).
- Währung: Gründung der Europäischen Zentralbank (1998) und Einführung des Euro als offizielle Währung am 1. Januar 1999.
Erweiterungen der Europäischen Union
Die Union wuchs über die Jahrzehnte stetig an:
- 1973: Beitritt von Dänemark, Irland und dem Vereinigten Königreich (Europa der 9).
- 1981: Griechenland wird zehntes Mitglied.
- 1986: Spanien und Portugal treten bei.
- 1995: Österreich, Finnland und Schweden treten bei (Europa der 15).
- 2004: Beitritt von Zypern, Malta, Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen (EU-25).
- 2007: Rumänien und Bulgarien treten bei (EU-27).
Am 30. Oktober 2004 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs im römischen Kapitol die erste europäische Verfassung. Der 9. Mai wird als Europatag gefeiert, in Erinnerung an die Rede des französischen Außenministers Robert Schuman im Jahr 1950.