Geschichte der klassischen Musik: Gregorianik, Renaissance & Barock

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Mittelalter

Mittelalter: Die Musik des Mittelalters war in erster Linie religiös. Die Musik wurde in Burgen, Klöstern und Kirchen aufgeführt. Der Austausch zwischen diesen drei musikalischen Welten führte zur Entstehung verschiedener Formen der klassischen Musik der Epoche: der Motette, der mehrstimmigen Messe, dem Lied, dem Madrigal und dem Choral.

Vom gregorianischen Choral bis zur Mehrstimmigkeit

Vom gregorianischen Choral bis zur Mehrstimmigkeit: Nach dem Untergang des Römischen Reiches war die Kirche die einzige dominante Macht in Europa. Der Papst legte die Regeln der Liturgie fest. Dabei entstand eine Gesangstradition in lateinischer Sprache, die einstimmig und meist ohne instrumentale Begleitung vorgetragen wurde. Dieser Gesang wurde mit Papst Gregor I. in Verbindung gebracht und als Gregorianik bezeichnet. Der gregorianische Choral gilt als Ursprung der westlichen Kunstmusik.

Aus der gregorianischen Tradition entwickelte sich die Polyphonie: Stimmen überlagerten sich, zunächst oft in Sekund- oder Terzabständen, später auch in Quart- und anderen Intervallen. Gelegentlich begleiteten Instrumente den Gesang. Polyphone Techniken wurden schließlich auch in weltlicher Musik nachgeahmt.

Die Renaissance

Die Renaissance: Die Messe für vier Stimmen und die Motette blieben dominierend. In der sakralen Musik wurden zunehmend weltliche Melodien und polyphone Techniken integriert. In Italien entwickelten sich das Madrigal und die Instrumentalmusik weiter; Instrumentenbau und -spiel wurden verfeinert. Wichtige Instrumente dieser Zeit waren die Laute, die Orgel, das Virginal, Gamben und verschiedene Blasinstrumente.

Barockmusik und Opernaufkommen

Barockoper: Die Barockmusik wird zeitlich meist mit etwa 1650–1750 angesetzt und entspricht dem Barock in den bildenden Künsten. Italien war die Wiege der neuen Vokalmusik, aber auch der Instrumentalmusik: Sonaten und Konzerte entwickelten sich zu wichtigen Gattungen.

Oper: eine erzählte Geschichte

Oper: eine Geschichte dargeboten: Die Oper ist ein barockes Genre, in dem Sängerinnen und Sänger Rollen darstellen und dramatische Handlungen musikalisch erzählen. Die Kantate ist eine verwandte Gattung, bei der häufig zwei oder drei Sänger als Rezitatoren auftreten. Die Oper entstand in Italien um die Wende zum 17. Jahrhundert; Claudio Monteverdi (1567–1643) spielte eine zentrale Rolle, indem er Madrigale weiterentwickelte und das Musikdrama prägte.

Monteverdi komponierte wegweisende Opern wie L'Orfeo (die Rückkehr des Orpheus) und später L'incoronazione di Poppea. Seine dramatischen Werke wurden zum Bezugspunkt für viele spätere Opernproduktionen. 1637 wurde in Venedig das erste öffentliche Opernhaus eröffnet, was die Verbreitung der Oper als öffentliches Genre beschleunigte.

Purcell und die Oper in England

Purcell und die Oper in England: Die englische Oper trat mit Henry Purcell (1659–1695) hervor. Seine berühmte Oper Dido and Aeneas entstand ursprünglich für ein Mädchentraining bzw. eine Mädchenschule. Purcell verband in seinen Bühnenwerken tragische und komische Elemente, mischte Rezitative und Arien und schrieb zudem zahlreiche Instrumentalstücke.

Vivaldi, der Meister des Konzerts

Vivaldi, der Meister des Konzerts: Antonio Vivaldi (1678–1741) wurde in Venedig geboren. Er war Geiger und einer der bedeutendsten Virtuosen seiner Zeit. 1703 wurde er zum Priester geweiht, widmete aber den Großteil seiner Tätigkeit der musikalischen Ausbildung in einem Mädcheninstitut (dem Ospedale della Pietà), in dem er viele Werke komponierte, die von Schülerinnen regelmäßig aufgeführt wurden.

Die Vier Jahreszeiten ist eines der bekanntesten Werke der klassischen Musik. Vivaldi starb 1741 in Wien in Armut; zu Lebzeiten hatte er großen Erfolg in Venedig. Nach seinem Tod geriet sein Werk fast ein Jahrhundert lang in Vergessenheit, bevor es wieder große Beliebtheit erlangte.

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