Geschichte und Merkmale des Baskischen Romans: Von der Tradition zur Moderne
Eingeordnet in Spanisch
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,84 KB
Die Tradition des Romans (19. Jahrhundert bis 1936)
Die Tradition des Romans reicht vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Spanischen Bürgerkrieg (1936) und darüber hinaus (zibileraino aldikoari).
Merkmale des traditionellen Romans
- Wurzeln im romantischen Roman: Sensibilität für die Darstellung von Sitten und Gebräuchen. Es besteht das Risiko, dass der Verlust oder die Veränderung dieser Gewohnheiten thematisiert wird.
- Idealisierung: Die Darstellung der Menschen in den Dörfern und am Meer ist oft stark idealisiert.
- Religiöser Einfluss: Das Gewicht der katholischen Religion ist spürbar; oft handelt es sich um einen offenen Pastoralroman.
- Handlung und Erzähler: Die Handlung ist oft beschreibend oder wenig komplex (ahulekoak). Der Erzähler ist allwissend (orojakilea).
- Motivation: Die Sensibilisierung der baskischen Schriftsteller treibt sie zum Schreiben an.
Txomin Aguirre (1864–1920)
Txomin Aguirre gilt als einer der besten Romanautoren dieser Epoche. Er wurde in Ondarroa geboren, war Priester und starb in Zumaia. Er war Mitglied der baskischen Akademie.
Wichtige Werke von Txomin Aguirre
Er schrieb drei Hauptwerke:
- Auñamendiak
- Blume
- Garoa
- Mises
Analyse des Romans Mises
Die Atmosphäre des Romans Mises basiert auf dem Fischereiwesen. Er beschreibt die Sitten und das Leben in Ondarroa. Die Handlung beinhaltet auch Liebesgeschichten.
Stilistische Merkmale von Mises
- Satzbau: Tendenz zu langen Sätzen.
- Sprache: Sehr sorgfältige und ausgewählte Wortwahl.
- Adjektive (Izenondoak): Häufiger Gebrauch von Adjektiven, um dem Text Reife und Tiefe zu verleihen.
- Rhetorik: Geschickter Umgang mit Wortspielen, Vergleichen und Paradoxa.
Analyse des Romans Garoa
Die Handlung von Garoa spielt in einem Bauernhof (Hof). Es ist ein in Guipuzcoa geschriebenes Werk. Der Stil und die Sprache zeugen von großer Meisterschaft. Aguirre nutzt literarische Ressourcen effektiv. Die Dialoge und die Angemessenheit der Sprache sind vorbildlich und voller Vitalität.
Weitere Merkmale von Aguirres Romanen
- Didaktik (Didaktismoa): Der Wunsch, den Leser zu erziehen.
- Sprachpflege: Große Sorgfalt und Aufmerksamkeit für die baskische Sprache (Euskara).
- Stil: Der Stil ist ruhig und gelassen (patxadatsua).
Der Moderne Roman (ab 1957)
Die Moderne bringt folgende Neuerungen mit sich:
- Subjektivität: Die eigene Weltsicht des Autors tritt deutlich hervor (nabarmendi).
- Ironie und Kritik: Ironie wird als Mittel der Kritik eingesetzt, um einen kritischen Blick auf die Realität zu werfen (azaltzeko).
- Reflexion: Die Kritik ist eine Reflexion der Haltung der Akzeptanz und Offenheit für Veränderungen in der Ausdrucksweise.
Merkmale der modernen baskischen Autoren
Baskische Autoren übernehmen neue Innovationen und prägen diese. Ihre Merkmale umfassen:
- Sie verfügen über eine Universitätsausbildung.
- Sie beginnen in jungen Jahren zu schreiben.
- Sie sind städtisch orientiert.
- Sie kennen europäische Sprachen und Literaturen.
- Sie sind baskische Muttersprachler.
- Sie haben einen heterodoxen kulturellen Geschmack.
- Sie zeigen ein klares Bekenntnis zur baskischen Sprache.
- Sie synchronisieren die baskische Literatur und ihre Modernisierung mit europäischen Strömungen.
Periodisierung des modernen Romans
- 1957–1969
- 1969–1976
- Ab 1976
Jon Mirande (Paris 1925–1972)
Seine Eltern stammten aus Zuberoa (zuberotarra). Er war ein Euskaldunberri (Neubaskischsprecher). Sein Leben war von vielen Details geprägt, die ihn als Andersgläubigen kennzeichneten. Er war ein großer Polyglot, der jedoch eine einzigartige Sprachauffassung pflegte.
Mirande war eine kontroverse Figur: Er war antisemitisch, antiklerikal, faschistisch und antifranquistisch. Er war sehr polemisch (Polemikazale) und starb durch Suizid.
Werk: Kinder besoetakoa
Der Roman Kinder besoetakoa thematisiert die eigenartige Beziehung zwischen dem 11-jährigen Protagonisten und Erzähler und der pädophilen Tochter Theresa. Es handelt sich um einen psychologischen Roman.
Zitate über Mirande
- Augustinus Anabitarte: „Poly.“
- Sebastian Salaberría: „Nizkin Streifen mich.“