Geschichte und Philosophie der Menschenrechte
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Die Bedeutung der Menschenrechte
Die Menschenrechte dienen als Werkzeug, um die Wirklichkeit zu reflektieren. Das Fundament der Menschenrechte bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Sie fungieren als ethisches Kriterium, um die Rechtssysteme verschiedener Länder zu bewerten und deren Fairness zu beurteilen.
Naturrecht und politische Philosophie
John Locke argumentierte, dass jeder Mensch vor Gott für die Freiheit, das Leben, die Gesundheit und das Eigentum anderer verantwortlich ist – dies bezeichnete er als das Gesetz der Natur. Menschen sind rationale Wesen, die das Recht erkennen können.
Der Naturzustand
Im sogenannten „State of Nature“ lebten die Menschen in frühen Zeiten ohne politische Herrschaft. Jeder hatte das Recht, das Naturrecht zu verteidigen.
Die Glorreiche Revolution
Die Absetzung von Jakob II. in England führte dazu, dass Wilhelm von Oranien 1689 die Bill of Rights akzeptieren musste. Dies etablierte eine parlamentarische Monarchie und das Recht des Volkes, Vertreter zu wählen.
Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte
Die 1789 zu Beginn der Französischen Revolution verkündete Erklärung war stark von Locke und Aufklärern wie Rousseau beeinflusst. Sie postuliert, dass der Erhalt der natürlichen Rechte das Ziel jeder politischen Vereinigung ist.
Utilitaristische Ethik
Jeremy Bentham, der Begründer der utilitaristischen Ethik, lehnte das Konzept natürlicher Rechte ab. Für ihn waren Freude und Schmerz die einzigen Grundlagen, auf denen man Gesetzgebung rational aufbauen kann. Sein Ziel war das „größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen“.
Marxismus und Menschenrechte
Karl Marx betrachtete Menschenrechte als Rechte des „egoistischen Menschen“. Er sah die Gesellschaft als wirtschaftliche Einheit und kritisierte Naturrechtstheorien als Ausdruck der Interessen der herrschenden Klasse.
Neue Anforderungen und soziale Bewegungen
In Europa entstanden sozialistische und kommunistische Gruppen, die nach der Veröffentlichung des Kommunistischen Manifests (1848) und der Gründung der Ersten Internationalen (1864) an Bedeutung gewannen. Die marxistische Ideologie forderte die Überführung von Privateigentum in gesellschaftliches Eigentum.
Moderne Perspektiven und Minderheitenrechte
Die heutige Konzeption der Menschenrechte wurde maßgeblich durch den Wunsch geprägt, die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs zu verhindern. Menschenrechte sind universell, unveräußerlich und für alle gleich. Dennoch bleibt die kulturelle Relativität eine Tatsache, da moralische Regeln und Institutionen historisch und gesellschaftlich variieren.
Schutz von Minderheiten
Eine Minderheit ist eine zahlenmäßig unterlegene Gruppe mit gemeinsamen Merkmalen (z. B. Rasse, Religion). Die Rechte von Minderheiten umfassen:
- Individuelle Rechte: z. B. das Wahlrecht für Zuwanderer.
- Kollektive Rechte: z. B. das Recht auf eine Erziehung, die auf die eigenen Traditionen zugeschnitten ist.