Geschichte und Regeln der galicischen Sprachnormierung
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,64 KB
Historische Perspektive der Standardisierung
Die Normalisierung ist ein aufwendiger Prozess. Der erste Schritt besteht darin, eine Rechtschreibprüfung durchzuführen, eine Standardsorte zu wählen sowie Wörterbücher und Grammatiken zu erstellen. Galicische Wörterbücher und Grammatiken erschienen zwar bereits seit 1860, doch erst im 20. Jahrhundert begannen Vorschläge für gemeinsame Standards zu reifen. Ein klares Beispiel sind die Regeln für die Vereinigung der galicischen Sprache, die 1933 vom Seminar für Galicische Studien veröffentlicht wurden, sowie die 1936 erschienene Publikation Normen für die Vereinheitlichung der galicischen Sprache.
In den 1970er Jahren präsentierte die RAG (Real Academia Galega) erste Ergebnisse der Normung: Eine standardisierte galicische Sprache (1970) sowie Regeln der Rechtschreibung und Morphologie der galicischen Sprache (1971). Im selben Jahr wurde das Institut für die galicische Sprache (ILG) in Santiago gegründet, das zur Veröffentlichung der ersten Lernmethoden für Galicisch (Galego 1, 2 und 3) beitrug.
Offizielle Regeln: Auswahl und Qualifizierung
Nachdem Galicisch zur Amtssprache wurde, veröffentlichten ILG und RAG die orthographischen und morphologischen Merkmale der galicischen Sprache. Diese Richtlinien wurden später von der Regierung offiziell übernommen und in den Jahren 1995 und 2003 aktualisiert. Die Entwicklung der Standards fixiert die Schreibweise nach drei wesentlichen Kriterien:
- Phonologisches Kriterium: Ein einziges Phonem entspricht einer einzigen Schreibweise.
- Etymologisches Kriterium: Die grafische Darstellung eines Phonems orientiert sich an der lateinischen Wurzel des Wortes.
- Schriftliche Überlieferung: Bei der Darstellung von Palatalen und Lateralen wählte man die Schreibweisen ñ und ll, angelehnt an die Autoren des Rexurdimento.
Wahl des Standards und sprachliche Harmonie
Bezüglich des Standards kann eine geografische Varietät gewählt oder eine supradialektale Form geschaffen werden. Bei diesem Muster berücksichtigt man die geografische Ausdehnung, die Sprecherzahl, die literarische Verwendung und die Harmonie mit anderen romanischen Sprachen (so wurde beispielsweise „x“ statt „j“ gewählt). Ziel der Regelung ist es, Einflüsse des Standard-Kastilischen, Lusismen oder Hypergalizismen zu vermeiden und stattdessen auf das alte Galicisch oder Portugiesisch Bezug zu nehmen.