Geschichte des Spanischen Journalismus im 20. Jahrhundert
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,94 KB
Spanischer Journalismus im 20. Jahrhundert: Von der Krise zur Stabilität
Die Entwicklung des spanischen Journalismus im 20. Jahrhundert begann mit der Wiederherstellung der Stabilität nach der Krise von 1898. Dies trug zur Entstehung und Entwicklung bedeutender Zeitungen bei, darunter ABC, El Sol und El Debate.
Intellektuelle Blüte und die Zweite Republik
Das erste Drittel des Jahrhunderts war durch ein hohes intellektuelles und literarisches Niveau gekennzeichnet. Dies galt weniger für die Jahre der Diktatur Primo de Riveras, die eine Phase der Zurückhaltung einleitete.
Führende Zeitungen wie El Sol, El Liberal und La Correspondencia de España (vermutlich „Die Messe“) zeigten die enge Verbindung zwischen Literatur und Journalismus. Autoren wie Unamuno, Valle-Inclán und Ortega y Gasset veröffentlichten ihre Werke in diesen Blättern.
In diesen Publikationen wurden aktuelle politische, gesellschaftliche, wissenschaftliche, literarische und philosophische Themen diskutiert. In den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts erlebte auch der Essayismus einen Aufschwung (z. B. durch Eugenio d’Ors). Während der Zweiten Republik (1931–1939) gewannen nationalistische Nachrichten an Bedeutung, wie das Beispiel der Zeitung Euskadi zeigt.
Der Spanische Bürgerkrieg und die Ära Franco
Mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs (1936–1939) wurde der Journalismus zu einer Waffe im Kampf und erfüllte primär eine Propagandafunktion.
Nach dem Sieg Francos setzte Zensur ein. Die Presseproduktion sank drastisch, bedingt durch die Repression sowie den Tod oder die Verbannung vieler Autoren.
Zwei Phasen der Franco-Diktatur (1939–1975)
Innerhalb der Franco-Ära lassen sich zwei Hauptperioden unterscheiden:
-
Phase 1 (1939–1966): Strikte Zensur und Monotonie.
In dieser Zeit war die Zensur am stärksten. Republikanische Zeitungen wurden eliminiert, und die Presse diente primär der Propaganda, was zu einer allgemein monotonen Berichterstattung führte. Die Zeitungen wurden nach Trägerschaft unterschieden:
- Privatbesitz
- Kirche
- Die Bewegung (z. B. Arriba)
-
Phase 2 (1966–1975): Relative Öffnung.
Diese Phase war durch eine relative Öffnung des Systems gekennzeichnet. Zeitungen, die der Kirche und der Bewegung nahestanden, wurden verdrängt. Neue Publikationen wie Cuadernos para el Diálogo (Hefte für den Dialog) erschienen, und der Diario de Madrid zeichnete sich durch einen intellektuelleren Ton aus.
Die Demokratische Wende und die Diversifizierung der Presse
Nach der Ankunft der Demokratie wurde der Journalismus zu einem wichtigen Akteur bei der Gestaltung der politischen Agenda, was zu Konkurrenzkämpfen zwischen verschiedenen Medienunternehmen führte.
Die meisten Franco-Zeitungen, einschließlich Arriba, verschwanden. Stattdessen entstanden neue, einflussreiche Blätter wie El País und Diario 16. Regionale und überregionale Zeitungen gewannen an Intensität.
Kultur und Literatur rückten wieder in den Vordergrund und blieben eng mit dem Journalismus verbunden, obwohl die Zeitungen zunehmend globaler ausgerichtet waren.
Es kam zum Aufstieg spezialisierter Presseformate:
- Wirtschaftspresse
- Boulevardpresse (Herz)
- Erotische und satirische Presse
- Regionale Presse
- Kostenlose Zeitungen (durch Werbung finanziert)
Später erschien die neue Zeitung El Mundo, die sich schnell zur zweitwichtigsten des Landes entwickelte.
Ankunft des Internet-Zeitalters
Schließlich passte sich die spanische Presse im Internet-Zeitalter dem neuen Format an. Diese Entwicklung stellte eine große Revolution für den Journalismus dar, insbesondere im Hinblick auf die weltweite Verbreitung von Nachrichten.