Geschichte des spanischen Theaters: Vom Mittelalter zum Barock
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Die Ursprünge des spanischen Theaters
Das mittelalterliche Theater
Der älteste erhaltene dramatische Text in kastilischer Sprache ist das Auto de los Reyes Magos, welches aus der Mitte des zwölften Jahrhunderts stammt.
Das Theater der Renaissance
- Religiöses Theater
- Italienisch beeinflusstes Theater (Italizante): In diesem Bereich ragen die dramatischen Werke von Juan del Encina heraus.
- Klassisches Theater: Hierbei wurden griechisch-römische Vorbilder nachgeahmt.
- Nationalistisches Theater: In dieser Strömung ist besonders Juan de la Cueva hervorzuheben.
- Populäres Theater: Hier ragen die Werke von Lope de Rueda heraus, der Stücke schrieb und der Schöpfer der sogenannten Pasos (kurze Zwischenspiele wie „Die Oliven“) war.
Das Theater von Miguel de Cervantes
Auch Cervantes widmete sich dem Drama und entwickelte es weiter. Besonders hervorzuheben sind seine Entremeses (Zwischenspiele).
- Entremeses: Cervantes überarbeitete die Figurentypen von Lope de Rueda, wie etwa den Gauner oder den einfältigen „Bobo“. Seine Themen umfassen die Liebe, die Ehe und Gesellschaftssatire. Zu seinen wertvollsten Werken gehört Das Altarbild der Wunder (El retablo de las maravillas).
Das Theater im 17. Jahrhundert
Die Corrales de Comedias
Die Aufführungen des Barock fanden zunächst in Innenhöfen statt, den sogenannten Corrales. Die Gebäude an den Seiten des Hofes verfügten über ein Erdgeschoss und drei Etagen. Im ersten Stock befanden sich vergitterte Fenster; im zweiten und letzten Stock lagen die kleinen Dachkammern. Das Gebäude gegenüber der Bühne hatte vier Stockwerke: Im Erdgeschoss befanden sich der Eingang und die beiden Alojeras (Erfrischungsstände). Im ersten Stock lag die Cazuela (der Bereich für Frauen), darüber der Balkon des Stadtrats von Madrid, sieben Wohnungen im obersten Stockwerk und schließlich die Tertulia, die für Geistliche reserviert war.
Hinter der Bühne befand sich ein Holzgebäude, das als Umkleidekabine diente. Der erste Stock wurde für verschiedene Szenenbilder genutzt, der zweite war der erste Laufgang, der dritte der zweite Laufgang und der vierte auf dem Dachboden beherbergte die Drehmaschinen für die Bühnentechnik.
Ein Großteil der Zuschauer saß auf Bänken, seitlichen Stufen, Podesten (Tarimones) oder Hockern. Der Hof selbst war für stehende Zuschauer vorgesehen. Die Männer hielten sich im Hof oder auf den Dachböden auf, während die Frauen in der Cazuela saßen. Die Logen wurden von den mächtigsten Adligen des Reiches besetzt.
Die wichtigsten Corrales in Spanien waren: Príncipe und de la Cruz in Madrid, Doña Elvira, San Pedro und La Montería in Sevilla sowie der Corral de Comedias in Almagro, der heute noch als Theater genutzt wird.
Das höfische Theater
Das Drama wurde zu einem Schlüsselfaktor bei den Hoffesten. Das höfische Theater zeichnete sich durch seine spektakuläre Inszenierung aus. Die Aufführungen nahmen unter Philipp III. zu, und die dramatische Aktivität am Hof stieg unter Philipp IV. weiter an, als italienische Bühnenbildner in Spanien zu arbeiten begannen. Die Aufführungen fanden in den Palästen oder im Freien statt.
Nach dem Tod von Philipp IV. wurden die spektakulären Inszenierungen für fast fünf Jahre ausgesetzt, woraufhin das höfische Theater langsam an Bedeutung verlor.