Die Gestaltung der Erdoberfläche: Geologische Prozesse
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Die Gestaltung des Reliefs
Meere, Flüsse, Gletscher und Wind verändern das Relief als geologische Agenten. Diese werden durch Sonnenenergie aktiviert, welche die Verdunstung von Wasser begünstigt und Regen sowie Schwerkraft ermöglicht. Externe geologische Agenten lösen externe geologische Prozesse aus. Interne Prozesse der Erde werden hingegen durch die Hitze im Erdinneren verursacht.
Voraussetzungen für die Reliefbildung
Der Prozess der Reliefbildung nimmt verschiedene Formen an, basierend auf der Modellierung durch:
- Jede Art von Gestein: Gesteine besitzen spezifische Eigenschaften.
- Das Klima: Externe geologische Agenten werden durch das Klima bestimmt (z. B. Eis in kalten Zonen, warmes Wasser in tropischen Gebieten).
- Die Struktur der Materialien: Gefaltete oder gebrochene Gesteine geben Formen vor.
- Das Alter des Reliefs: Die Landschaft verändert sich im Laufe der Zeit.
Einfluss der Gesteinsart
Das Gesteinsmaterial bestimmt die Modellierung des Reliefs. Bestehende Gesteine in jedem Gebiet beeinflussen die Form. Sehr kohäsive Gesteine sind schwerer zu erodieren, während Gesteine mit geringem Zusammenhalt leichter der Erosion unterliegen.
Tonrelief
Sedimente und Gesteine aus Ton sind leicht kohäsiv, undurchlässig und leicht erodierbar. Ebenen und Flachreliefs bedecken den größten Teil der Iberischen Halbinsel. In ariden Klimazonen gibt es wenig Vegetation. Torrenzielle Regenfälle verursachen Schluchten, Canyons und Ödland (Badlands).
Karstrelief (Kalksteinrelief)
Reliefs entstehen durch die Auflösung von Kalkstein oder ähnlichen Gesteinen. Formen: Regenwasser löst den Kalkstein auf und bildet Furchen oder Karren (Lenar). An Orten, an denen sich Wasser sammelt, entstehen Dolinen (runde oder ovale Vertiefungen). Kalkstein ist sehr durchlässig; das Wasser wird durch Risse und Schichtflächen gefiltert. Während des Fließens löst es den Kalkstein auf und lässt Schächte, Gruben und horizontale Galerien entstehen. Eine Verengung der Galerie bildet eine Höhle. Gewölbe entstehen durch Wassereintritt. Da das Wasser gelösten Kalk enthält, hinterlässt jeder Tropfen einen kleinen Teil davon. So bilden sich Stalaktiten an der Decke und Stalagmiten am Boden. Durch das Zusammenwachsen entstehen Säulen.
Granitlandschaften
Ein Pluton besteht aus felsigem Granit (Quarz, Feldspat und Glimmer) mit erkennbarer Prägung. Er ist widerstandsfähig gegen natürliche Verwitterung, aber anfällig für chemische Verwitterung. Risse oder Klüfte in horizontalen und vertikalen Ebenen unterteilen die Blöcke in kubische Formen.
Evolution:
- Wasser dringt in die Klüfte ein, der Prozess der chemischen Verwitterung beginnt. Er ist an den Ecken stärker, da dort mehr Kontaktfläche besteht.
- Effekte: Arenisierung (Sandbildung) und Kies entstehen durch chemische Verwitterung zwischen den Blöcken. Es bilden sich Wollsäcke (Bowling). Das Volumen der Blöcke verringert sich und sie werden abgerundet.
- Abgerundete und gestapelte Blöcke bilden ein Blockmeer (Chaos). Unter den Blöcken verbleibt Sand.
Landschaften mit chaotisch angeordneten Felsen werden als Berrocales bezeichnet. Wackelsteine (Piedras Caballeras) liegen aufeinander. Ein Tor ist ein Restbau auf sanft abfallendem, sandigem Boden.
Klimatische Einflüsse
Jeder geologische Agent ist an klimatische Bedingungen gebunden:
- Oberflächenwasser: Kontinentale Zonen, warmes Wetter, tropisches Klima.
- Meer: Ozeanische Zonen und Küsten.
- Wind: Aride Zonen, Küstengebietswinde.
- Gletscher: Glaziale und periglaziale Zonen.
Zusätzlich zu diesen Agenten treten Materialbewegungen durch Gravitationsprozesse auf.
Gravitationsprozesse
Verdrängung von Materie durch die Wirkung der Schwerkraft ohne direktes Transportmedium.
- Sturz (Detachment): Herabfallende Materialien, ganz oder teilweise in der Luft, verursacht durch Einsturz.
- Gleiten (Slippage): Gleitende Materialien auf einer Gleitfläche. Sie verlieren nie den Kontakt zum Untergrund und behalten ihre Form während des Gleitens bei.
- Fließen (Flow): Materialmassenbewegungen mit geringem Zusammenhalt, die wie eine Strömung ihre Form ändern (z. B. Schlammfluss).
- Kriechen (Creeping): Langsame Hangverschiebung des losen Materials unter der Oberfläche. Diese diskontinuierlichen Bewegungen sind sehr langsam und können nicht direkt beobachtet werden.
Überall dort, wo es Abhänge gibt, umfasst dies ein hoch effizientes Transportsystem.
Modellierung durch Oberflächenwasser
Regenwasser folgt drei Wegen: Es verdunstet, infiltriert oder fließt ab. Oberflächenwasser, das nicht in festen Betten fließt, wird als wild abfließendes Wasser bezeichnet. Bäche und Flüsse sind miteinander verbunden. Wasser trägt Materialien aus den Hochlagen ab und lagert sie in tiefer gelegenen Zonen ab.
Formen der Erosion
Die erosive Kapazität steigt mit der Geschwindigkeit und der Strömung.
- Differenzielle Erosion: Oberflächenwasser passiert abwechselnd verschiedene Gesteine, wodurch Klippen, Wasserfälle und Feenkamine entstehen.
- Furchen und Schluchten: Diese erweitern und vertiefen sich zu Rinnen und Schluchten. Es entsteht ein hierarchisches Netzwerk, das der Steigung folgt.
- V-Täler: Ein Gebirgsfluss vertieft sein Bett.
- Muldentäler: Erosion an den Wänden und Schwerkraft weiten das Tal im Unterlauf aus, sodass das Wasser eine größere Aue bedeckt.
Formen der Ablagerung
Bei Verringerung der Strömung verliert das Wasser an Kraft und lagert die Last ab.
- Schwemmkegel: Anhäufung von erodiertem Material, das durch einen Bach beim Erreichen von Flachland abgelagert wird.
- Auen: Ablagerungen des Flusses in Zeiten von Hochwasser.
- Mäander: Kurvenreiche Flussläufe. Durch Geschwindigkeitsunterschiede entsteht Erosion am Prallhang (außen) und Sedimentation am Gleithang (innen).
- Flussterrassen: Alte Auen, in die sich der Fluss tief eingegraben hat.
Modellierung durch Gletscher
Ein Gletscher ist eine große Eismasse, die sich über die Erdoberfläche bewegt. Man unterscheidet Polargebiete (Eiskappen) und Gebirgsgletscher (Alpengletscher). Drei Bereiche:
- Kar (Circus): Höchster Bereich, in dem Schnee akkumuliert und zu Eis wird.
- Gletscherzunge: Eismasse, die talwärts fließt.
- Terminalzone: Bereich, in dem das Eis schmilzt und Material abgelagert wird.
Formen der Erosion
Die erosive Kapazität resultiert aus der Eismasse und den Gesteinsfragmenten.
- U-Täler: Gletscher graben ein U-förmiges Querprofil.
- Hängetäler: Seitentäler ehemaliger Gletscher.
- Karenseen (Lagunas): In übertieften Betten bilden sich nach dem Schmelzen des Eises Bergseen.
Formen der Sedimentation
Ablagerungen bilden Moränen:
- Endmoräne: Am vorderen Ende des Gletschers.
- Seitenmoräne: An beiden Seiten der Gletscherzunge.
- Mittelmoräne: Entsteht beim Zusammenfluss zweier Gletscherzungen.