Gesundheit und Krankheit: Definitionen und Epidemiologie
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Gesundheit und Krankheit: Eine umfassende Übersicht
Gesundheit und Krankheit sowie langfristige Gesundheit sind zentrale Themen der Medizin. Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist Gesundheit der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen. Eine gesunde Person sollte sich in ihrem Körper, ihrer Anatomie und Physiologie gut fühlen, Harmonie in ihrem emotionalen Leben und Geist besitzen sowie eine gelungene Integration in die Gesellschaft und die Umwelt aufweisen, in die sie eingebettet ist.
Chronische Krankheiten und ihre Ursachen
Ein chronisch Kranker erfährt eine Veränderung seines Gesundheitszustands, das heißt einen Verlust des Gleichgewichts zwischen körperlichen, geistigen und sozialen Aspekten.
Arten von Erkrankungen
Die Ursachen von Krankheiten können extern (Krankheitserreger und Umweltbedingungen) oder intern (individuelle Empfindlichkeit) sein:
- Durch externe Faktoren verursacht: Infektiöse, soziale und berufliche Erkrankungen sowie solche, die durch Traumata entstehen.
- Durch interne Faktoren verursacht: Angeborene und erbliche Defekte, funktionelle Störungen, psychische Probleme sowie Ernährungsfehler.
Detaillierte Klassifizierung der Krankheiten
- Infektiös: Verursacht durch biologische, physikalische oder chemische Krankheitserreger, die durch direkte oder indirekte Infektion in den Körper gelangen (Beispiel: Grippe).
- Sozial: Diese betreffen das Individuum und die Gesellschaft als Ganzes, sowohl in ihren Ursachen als auch in ihren Folgen (Beispiel: Drogenabhängigkeiten).
- Beruflich: Krankheiten, die als Folge der Ausübung gewisser wirtschaftlicher Tätigkeiten entstehen (Beispiel: Hypoakusis bzw. Schwerhörigkeit).
- Durch Trauma verursacht: Veränderungen im Gesundheitszustand aufgrund von Unfällen, die zu Verletzungen, Frakturen etc. führen.
- Angeboren und erblich: Erstere werden durch Missbildungen verursacht, die häufig während der Schwangerschaft oder Geburt auftreten (z. B. Hydrozephalus). Erbkrankheiten werden durch die Gene übermittelt.
- Funktionell: Diese werden durch Veränderungen in der Funktion eines Organs hervorgerufen (Beispiel: Herz).
- Psychisch: Störungen, die im Nervensystem entstehen und Verhaltensänderungen bewirken, oft mit vorübergehendem oder dauerhaftem Verlust der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt (Beispiel: Schizophrenie).
- Ernährung: Gesundheitsveränderungen durch schlechte Ernährung, wie Rachitis, Fettleibigkeit oder Magersucht.
Konzepte der Epidemiologie
Die Epidemiologie ist die Wissenschaft, welche die Art und Weise untersucht, wie Krankheiten eine Gruppe von Personen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit betreffen.
- Epidemie: Wenn eine Krankheit plötzlich in einer bestimmten Region auftritt und eine hohe Anzahl von Menschen betrifft (z. B. Masern).
- Endemie: Wenn eine Krankheit über Jahre in einer Region bleibt (z. B. Malaria in den Tropen).
- Pandemie: Wenn sich eine Krankheit über Ländergrenzen hinweg ausbreitet und stärker auftritt als zuvor gedacht (Beispiel: AIDS).
Übertragung von Krankheiten
Ein Krankheitserreger ist ein Faktor, der Schäden im Körper verursachen und das Gleichgewicht zur Umwelt zerstören kann. Krankheitserreger werden als biologische, chemische, physikalische sowie soziale und kulturelle Akteure klassifiziert. Sie können von der Umgebung oder von einem anderen Lebewesen auf eine gesunde Person übertragen werden.
Übertragungswege
- Direkte Übertragung: Erfolgt ohne Zwischenhändler, etwa durch Kontakt mit kranken Tieren, Husten, Niesen oder sexuelle Beziehungen.
- Indirekte Übertragung: Erfolgt durch einen lebenden Vermittler (Vektor) oder über kontaminierte Gegenstände (Übertragungsvehikel).
Biologische Krankheitserreger (Keime)
Biologische Krankheitserreger sind Lebewesen, die Krankheiten auslösen. Die wichtigsten sind:
- Viren: Supramolekulare Systeme. Wenn sie in ein Lebewesen eindringen, werden sie zu obligaten intrazellulären Parasiten und stören die Zellfunktion (Beispiel: AIDS und Grippe).
- Bakterien: Einzellige prokaryotische Organismen (Beispiel: Cholera).
- Protozoen: Einzeller (Beispiel: Plasmodien, verantwortlich für Malaria).
- Pilze: Verursachen verschiedene Arten von Mykosen (Beispiel: Fußpilz).
- Metazoen: Mehrzellige Wesen in großer Vielfalt (Beispiel: Milben).
Weitere Krankheitserreger
- Chemisch: Lebensmittelvergiftungen durch toxische Verbindungen in verdorbenen Lebensmitteln oder durch Bisse und Stiche von Tieren.
- Physikalisch: Schädliche Strahlung (Röntgen, Radioaktivität), Lärm über 75 Dezibel oder stumpfe Gegenstände (Schläge).
- Psychisch, sozial und kulturell: Veränderungen im Alltag, Beschleunigung des Lebens, Krieg, wirtschaftliche Probleme, Arbeitslosigkeit sowie soziale und religiöse Diskriminierung.
Infektionskrankheiten und Pandemien
Infektionskrankheiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie leicht übertragen werden und den Körper infizieren. Sie sind ansteckend, da eine kranke Person den Erreger auf eine gesunde übertragen kann (Beispiel: Niesen). Der Krankheitsverlauf umfasst drei Perioden: Inkubation, Entwicklung der Krankheit und Rekonvaleszenz (Genesung).
Ein Infektionszyklus wird durch folgende Faktoren bestimmt: das ätiologische Agens, das Reservoir des Erregers, die Austrittspforte des Keims, den Übertragungsmodus (direkt/indirekt), die Eintrittspforte in den Körper und die Anfälligkeit der Person.
Pandemien und Epidemien
Pandemien sind Krankheiten, die über ein weites Gebiet verstreut sind und häufig zu vielen Todesfällen führen. Eine Pandemie tritt in der Regel auf, wenn ein neuer Erreger erscheint, gegen den Menschen wenig Immunität besitzen, und sich dieser leicht ausbreitet. Länder versuchen oft, die Ankunft durch Grenzschließungen zu verzögern. Aktuelle Pandemien bzw. globale Gesundheitskrisen umfassen AIDS, SARS, Malaria und Tuberkulose.
Andere Krankheiten, die in der Zukunft zu Pandemien werden könnten, sind Dengue-Fieber, Buruli-Ulkus oder Gelbfieber. Eine epidemische Krankheit wie Typhus kann besonders in Kriegszeiten pandemische Ausmaße erreichen.