Gesundheit und Krankheit: Konzepte und Indikatoren
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Thema 1: Gesundheit und Krankheit
1. Gesundheit und Krankheit
1.1. Einführung
Der Begriff der Gesundheit ist nicht leicht zu fassen, obwohl er universell ist. Seine Bedeutung hat sich im Laufe der Geschichte stark gewandelt, von der magisch-religiösen Auffassung prähistorischer Menschen bis hin zum wissenschaftlichen und rationalen Verständnis des heutigen Zeitalters.
Es wurde oft festgestellt, dass Gesundheit die Abwesenheit von Krankheit sei. Dies ist jedoch ein vager Begriff, da es viele Zwischenstufen gibt, in denen es schwierig ist, eine klare Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit festzulegen. Zudem kommt es vor, dass eine Person objektiv gesund ist, aber an einer Krankheit leidet (wie Bluthochdruck), ohne es zu wissen. Umgekehrt fühlen sich Menschen oft schwach und krank, obwohl objektiv keine erkennbare körperliche Veränderung oder Ungleichgewicht vorliegt.
1.2. Konzept von Gesundheit
Früher wurde Gesundheit wie folgt definiert: die Abwesenheit von Krankheit und Behinderung. Diese Definition ist ungenau, da sie keine klaren Grenzen zwischen gesund und krank zieht und nicht immer alle Zustände berücksichtigt. So wurde beispielsweise Adipositas einst als ein Zeichen von Gesundheit angesehen, während sie heute als eine zu behandelnde Krankheit gilt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als: Der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen.
Diese Definition zeichnet sich aus durch:
- Sehr utopisch: Es ist schwierig, einen Zustand des vollständigen Wohlergehens in allen Bereichen zu erreichen. Man muss die dynamische Natur des Menschen und seines Gesundheitszustandes berücksichtigen. Eine Person schwankt zwischen verschiedenen Gesundheitsgraden, ohne dass man immer sagen kann, warum sie nicht als „gesund“ gilt.
- Subjektiv: Sie hängt von der individuellen Auffassung des Einzelnen ab. Zwei Personen können sich in der gleichen physischen und sozialen Situation befinden, aber eine unterschiedliche Wahrnehmung ihres Wohlergehens haben. Nach dieser Definition könnte eine Person sich gesund fühlen, während eine andere sich nicht gesund fühlt.
Nach dieser Definition könnte eine Person, die die ganze Nacht wach war und schlecht geschlafen hat, oder die einen geliebten Menschen verloren hat oder betrogen wurde, als ungesund gelten. Hingegen könnten euphorische Drogenabhängige oder Personen mit einer frühen, symptomfreien Krankheit (wie ein Tumor im Frühstadium) sich selbst als gesund einschätzen.
1.3. Gesundheit und Indikatoren
Die körperliche Gesundheit einer Person wird durch die Untersuchung ihrer wichtigsten physiologischen Parameter bestimmt. Diese Parameter geben Aufschluss über:
- Den Betriebszustand der einzelnen Organe, Geräte und Systeme unseres Körpers.
- Den Grad der Koordination zwischen ihnen.
Die am häufigsten untersuchten Parameter sind die Vitalparameter:
- Körpertemperatur: Die menschliche Körpertemperatur ist sehr stabil, da sie durch einen Regulationsmechanismus im Hypothalamus des Gehirns gesteuert wird. Ihr Wert liegt bei etwa 37 °C.
- Gewicht: Gibt den Grad der Normalität des Körpers an. Die Referenzwerte variieren je nach Größe, Geschlecht, Alter und Konstitution (sportlich, mittel, fleischig). Das Gewicht sollte im nüchternen Zustand, barfuß und mit minimaler Kleidung bestimmt werden.
- Puls: Ist das Ergebnis von Druckschwankungen, die während des Herzzyklus durch die Ausdehnung und Kontraktion der Arterienwände entstehen. Es ist eine Methode zur Bestimmung der Herzfrequenz und abnormaler Rhythmen.
- Blutdruck: Ist der Druck in den großen Arterien, der seine Maximalwerte erreicht. Dieser Druck ist während des Herzzyklus nicht konstant, weshalb man Maximal- und Minimaldruck misst.
- Vitalkapazität: Dieser Parameter beschreibt das maximale Luftvolumen, das bei einer Lungenventilation (Inspiration und Exspiration) ausgetauscht werden kann. Die Vitalkapazität ist sehr variabel und hängt von den anatomischen und physiologischen Gegebenheiten des Einzelnen ab.
- Blutbild (Hämogramm): Ist eine Reihe spezifischer Analysen über: a) Blutzellen (Erythrozyten und Leukozyten) und b) Thrombozyten. Sie liefern wertvolle Informationen über verschiedene physiologische Prozesse (Immunität, respiratorische Aktivität usw.).
- Zusammensetzung der Plasmachemie: Die Bestimmung der Plasmaproteine zeigt die Wirksamkeit verschiedener Stoffwechselprozesse (intestinale Resorption, Ausscheidung, Leberfunktion usw.), die im Körper ablaufen.
- Zusammensetzung des Urins: Die chemische Analyse des Urins liefert Daten über die Wirksamkeit der Ausscheidungsverfahren, die über die Nieren ablaufen.
2. Konzept der Krankheit
Das Wörterbuch definiert Krankheit als: eine Veränderung oder Abweichung vom physiologischen Zustand eines oder mehrerer Körperteile, die sich durch charakteristische Symptome oder Anzeichen manifestiert und die das Leben beeinträchtigen kann.
Daher hat die Krankheit, wie die Gesundheit, einen subjektiven Aspekt (was der Patient fühlt, die Symptome) und eine objektive Seite (die Anzeichen, die äußeren Manifestationen).
Wir definieren Krankheit als: eine organische oder funktionelle Beeinträchtigung, die nachteilige Auswirkungen auf den Wohlfahrtszustand einer Person hat.
Die Klassifizierung der Krankheiten nach ihrer Ursache:
- Traumatische Erkrankungen: Entstehen durch Brüche oder Verletzungen des Bewegungsapparates. Dies sind Erkrankungen wie Zerrungen, Luxationen und Knochenbrüche.
- Umweltbedingte Erkrankungen: Durch physikalische Einwirkungen der Umwelt (Kälte, Hitze, Strahlung). Hitzschlag und Erfrierungen sind eindeutige Beispiele für diese umweltbedingten Krankheiten.
- Toxische Erkrankungen: Durch die Aufnahme oder Inhalation von für den Körper schädlichen Produkten oder von Produkten, die zwar zugelassen sind, aber in Mengen über der Toleranzgrenze liegen. Zum Beispiel Vergiftungen durch Chemikalien, wie die Einnahme giftiger Pilze oder Tierbisse.
- Infektionskrankheiten: Sie sind eine sehr wichtige und weit verbreitete Gruppe von Krankheiten, die durch einen infektiösen Erreger (Viren, Bakterien, Pilze usw.) verursacht werden. Sie können von Person zu Person übertragen werden und sich ausbreiten. Zum Beispiel Tuberkulose, Cholera usw.
- Stoffwechselerkrankungen (Metabolische): Veränderungen im Stoffwechsel, entweder durch Vererbung oder durch Ernährungsstörungen. Zum Beispiel Diabetes, Gicht.
- Degenerative Erkrankungen: Entstehen durch anatomische und funktionelle Veränderungen des Gewebes eines Organs oder Organsystems. Zum Beispiel der Myokardinfarkt, verursacht durch die Nekrose eines Teils des Herzens aufgrund einer Blockade der Koronararterien.
- Neoplastische Erkrankungen: Sie sind gekennzeichnet durch eine abnormale Zellvermehrung in einem Organ. Zum Beispiel Krebs.
- Psychische Erkrankungen: Beeinflussen das Verhalten des Individuums und können verursacht werden durch: a) Organische Hirnschädigung (z. B. Psychosen und Demenzen) oder b) Eine anatomische Grundlage haben (z. B. Phobien).