Gewöhnung, Sensibilisierung und Klassische Konditionierung
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Gewöhnung und Sensibilisierung: Nicht-assoziatives Lernen
Nicht-assoziatives Lernen kommt in allen vorkommenden Arten vor und ist für den Organismus wesentlich, um sich an seine Umwelt anzupassen. Es hilft, Verhalten effektiv zu organisieren und zu leiten, indem die Reaktion auf irrelevante Reize reduziert wird. Es gibt angeborenes oder nicht-assoziatives Lernen, da keine Zuordnung von Ereignissen das Ergebnis der Erfahrung ist.
Unterschiede
- Habituation: Vermindertes Ansprechen auf eine moderate, repetitive Stimulation.
- Sensibilisierung (Awareness): Erhöhung der Antwort auf Umweltereignisse.
Klassische Konditionierung nach Pawlow
Das klassische Experiment wurde von Pawlow durchgeführt, der die Speichelsekretion bei Hunden untersuchte.
Elemente der Klassischen Konditionierung
- Unkonditionierter Reiz (UR): Verursacht eine unmittelbare Reaktion (z.B. Futter).
- Unkonditionierte Reaktion (UCR): Die natürliche Reaktion (z.B. Speichelfluss auf Futter).
- Neutraler Reiz (NS): Reiz, der zunächst keine Reaktion auslöst (z.B. Glocke und Licht).
- Konditionierter Reiz (CS): Der neutrale Reiz, der mit dem UR verbunden wird (z.B. Glocke nach Assoziation).
- Konditionierte Reaktion (CR): Die erlernte Reaktion auf den CS (z.B. Speichelfluss auf die Glocke).
Man lernt, Reize zu assoziieren, also den neutralen Reiz (NS) mit dem unkonditionierten Reiz (UR) zu verbinden.
Gesetze der Klassischen Konditionierung
1. Erwerb (Akquisition)
Dies ist das Auftreten der konditionierten Reaktion (CR) als Folge der Vereinigung des konditionierten Reizes (CS) und des unkonditionierten Reizes (UR).
Mit einer Erhöhung der Anzahl der Paarungen steigt die Intensität der CR. Es müssen vermehrt Paarungen stattfinden, bis die Intensität der CR einen bestimmten Punkt erreicht, der sich stabilisiert. Dieses „Lernplateau“ wird als Plateau bezeichnet.
2. Löschung (Extinktion)
Wenn eine konditionierte Reaktion (CR) erworben wurde, hält sie an, solange sie zumindest gelegentlich mit dem UR verbunden wird. Wenn jedoch nur der CS ohne den UR präsentiert wird, wird die CR nicht weiter verstärkt und nimmt schließlich ab, bis sie verschwindet. Die Löschung ist eine Verringerung der CR durch das Ausbleiben des UR nach Präsentation des CS.
3. Spontane Erholung
Das Wiederauftreten der CR nach einer Ruhezeit, die durch die Löschung hervorgerufen wurde. Dies geschieht ohne weitere Konditionierungstests.
4. Generalisierung
Prozess, durch den Organismen die CR auf einen neuen Reiz zeigen, der dem ursprünglichen CS in gewisser Weise ähnelt (z.B. Hunde speicheln bei ähnlichen Glockentönen oder Albert weinte bei Kaninchen, Ratten, Bisons etc.).
5. Diskriminierung
Der Prozess, der der Generalisierung entgegensteht. Lebewesen reagieren nicht nur auf ähnliche Reize, sondern können auch zwischen verschiedenen Reizen diskriminieren, d.h. eindeutig auf unterschiedliche CS reagieren. Die Fähigkeit zur Unterscheidung hat einen Überlebenswert, da oft unterschiedliche Reize unterschiedliche Konsequenzen nach sich ziehen.
6. Gegenkonditionierung (Kontrakonditionierung)
Verfahren, das eine bestimmte CR durch eine andere CR ersetzt, die mit der ersten unvereinbar ist (z.B. Furcht kann nicht mit Entspannung koexistieren, ebenso wenig wie Traurigkeit mit Freude).
Um eine Gegenkonditionierung durchzuführen, wird ein Verhalten, das eine bestimmte CR auslöst, mit einem UR gepaart, der eine inkompatible Reaktion hervorruft. Beispiel: Beim kleinen Albert wurde die Angst vor der weißen Ratte (CS) entfernt. Die Ratte wurde in einem Käfig präsentiert, während er ruhig war (unkompatibler UR/Situation). Durch die wiederholte Assoziation der Ratte (CS) mit der ruhigen Atmosphäre (UR) wurde die konditionierte Angstreaktion (CR) durch ein neues Gefühl der Ruhe und des Wohlbefindens ersetzt.
Konditionierung höherer Ordnung
Hierbei wird ein neuer CS mit einem bereits konditionierten CS gepaart. Nachdem mehrere Paarungen zwischen dem neuen CS und dem ursprünglichen CS stattgefunden haben, löst der neue CS die ursprüngliche CR aus.