Gips: Zusammensetzung, Hydratation & Eigenschaften im Bauwesen

Eingeordnet in Technologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,02 KB

Gips: Zusammensetzung, Hydratation & Eigenschaften im Bauwesen

Zusammensetzung von Handelsgips

Handelsüblicher Gips setzt sich aus einer Mischung von Hemihydrat (HH) und Anhydrit zusammen, ergänzt durch einige Dihydrat (DH)-Kerne und Verunreinigungen, die aus dem Steinbruch stammen. Die genauen Proportionen können variieren.

Arten von Gipsverunreinigungen

Nach der Gewinnung des Gipses können zwei Hauptarten von Verunreinigungen unterschieden werden:

  • Natürliche Verunreinigungen: Diese stammen direkt aus dem Gipssteinbruch und sind im Rohmaterial enthalten.
  • Prozessbedingte Verunreinigungen: Diese entstehen während des Herstellungsprozesses, wie zum Beispiel unvollständig gebrannter (incocidos) oder überbrannter (verkocht) Gips.

Hydratationsprozesse von Gips

Die Hydratation von Gips kann auf zwei Arten erfolgen:

  1. Bildung einer übersättigten Lösung: Hierbei entsteht eine übersättigte Lösung, die in einer topochemischen Ausfällung von DH-Hydrat gipfelt.
  2. Direkte DH-Kristallisation: Diese erfolgt ohne vorherige Auflösung der wasserfreien Phasen. Das Wasser dringt ein, ohne den Gips aufzulösen, und befeuchtet die Körner, wodurch DH direkt auf dem Korn kristallisiert. Da DH eine geringe Löslichkeit besitzt, wird die Solubilisierung der anderen Phasen fortgesetzt, bis eine übersättigte DH-Lösung entsteht.

Gips und seine Wechselwirkung mit Metallen

Einfluss auf Gusseisen und Stahl

Der Kontakt von Gips mit Gusseisen oder Stahl kann die Bildung unlöslicher Produkte fördern. Diese Produkte wirken als Barriere und verhindern spätere Korrosionsreaktionen. Gips trägt somit dazu bei, Korrosion zu verhindern, insbesondere wenn das Material im Kontaktbereich umgewandelt wird. Dies gilt auch für Druckguss.

Einfluss auf Blei

Bei Kontakt mit Blei bildet Gips ein sehr unlösliches Bleisulfat in Form einer dünnen Schicht, die das Material schützt.

Einfluss auf Aluminium

Aluminiumguss, der häufig im Metallbau verwendet wird, ist bereits durch eine schützende Aluminiumoxidschicht vor Korrosion geschützt. Gips hat hier einen ähnlichen schützenden Effekt wie bei Gusseisen und Stahl.

Einfluss auf Kupfer

Kupfer neigt unter normalen Umständen wenig zur Korrosion. Der Kontakt mit Gips hat sich als sehr stabil erwiesen, es sei denn, es bildet sich Wasser zwischen den Materialien, was Korrosion fördern könnte.

Arten und Anwendungen von Gips

Gipsarten im Bauwesen

Im Bauwesen werden verschiedene Gipsarten unterschieden, oft nach Normen wie DIN EN 13279:

  • YG (Baugips, grob)

    Dieser Gips wird aus Calciumsulfat-Anhydrit II hergestellt und ist für grobe Bauarbeiten geeignet.

  • YF (Baugips, fein)

    Ähnlich wie YG, jedoch mit feinerer Körnung für Putzarbeiten.

  • YP (Fertigteilgips)

    Dieser Gips zeichnet sich durch höhere Reinheit und Festigkeit aus und wird für die Herstellung von vorgefertigten Bauteilen verwendet.

  • E-30 (Gips mit Zusatzstoffen)

    Gips mit speziellen Zusatzstoffen, die den rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen.

  • E-35 (Spezialgips)

    Ein Spezialgips mit höherer Reinheit als die anderen Typen.

Anwendungsbereiche der Gipsarten

Die verschiedenen Gipsarten finden spezifische Anwendungen:

  • YG-Paste

    Wird für die Erstellung von Trennwänden (Tabikes) verwendet.

  • YF

    Ideal für feine Putzarbeiten oder zum Glätten von Oberflächen.

  • YP

    Für die Herstellung von vorgefertigten Trennwänden und anderen Bauteilen.

  • E-30

    Einsatz bei der Ausführung von vorgefertigten Elementen, auch für Trennwände und technische Anwendungen.

  • E-35

    Primär für Maler- und Lackierarbeiten.

Verwandte Einträge: