Globalisierung: Definition, Ursachen, Funktionsweise und Folgen

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Was ist Globalisierung?

Die Globalisierung ist der Prozess der Entstehung eines einheitlichen Wirtschaftsraums auf globaler Ebene. Sie umfasst die Produktion und Zirkulation von Waren und Dienstleistungen, die durch die Gesetze des Marktes geregelt werden. Ihre Ausweitung basiert auf neuen Technologien, welche die Fähigkeit zur Erzeugung und Übermittlung von Informationen vervielfachen. Dies ermöglicht es Unternehmen, synchron und in Echtzeit zu arbeiten, was die finanzielle Konzentration fördert.

Produktion und Märkte sind durch ein dichtes Netzwerk verbunden, das Unternehmen und Regionen miteinander verknüpft. Die Bedeutung des Entfernungsfaktors wird dadurch reduziert, wodurch der Mythos vom globalen Dorf entstanden ist.

Ursachen der Globalisierung

Die Hauptursachen für die Globalisierung sind:

  1. Verbesserte Transportbedingungen: Die weltweite Erleichterung der Bewegung von Gütern und Personen macht auch entlegenere Orte zugänglich.
  2. Fortschritte in der Telekommunikation: Technologien wie Satellit, Internet, Fax, Mobilfunk und Fernsehen ermöglichen weltweite Verbindungen aller Art. Dadurch wird die räumliche Distanz zwischen Regionen irrelevant, und die Welt wird zum globalen Dorf.
  3. Verallgemeinerung des kapitalistischen Systems: Das System basiert auf Privateigentum, freiem Wettbewerb zwischen Unternehmen und dem Streben nach maximalem Gewinn. Die nahezu globale Ausdehnung des Kapitalismus wurde durch das virtuelle Verschwinden der kommunistischen Volkswirtschaften seit den frühen 1990er Jahren und den Niedergang der Subsistenzwirtschaften (Autoconsumo) begünstigt.
  4. Ausweitung der neoliberalen Ideologie: Diese Ideologie basiert auf der vollständigen Freiheit der Märkte, erleichtert das Verschwinden von Handelshemmnissen und fördert die Entwicklung des Welthandels in allen Bereichen.
  5. Einfluss internationaler Akteure: Multinationale Konzerne und internationale Organisationen fördern die allgemeine Funktionsweise der Wirtschaft und beeinflussen globale politische, soziale, kulturelle und ökologische Entscheidungen.

Internationale Organisationen, die Globalisierung fördern

Zu den wichtigsten internationalen Organisationen, die den Globalisierungsprozess vorantreiben, gehören die Welthandelsorganisation (WTO), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Vereinten Nationen (UNO).

Die Funktionsweise der Globalisierung

1. Wirtschaftliche Globalisierung

Die wirtschaftliche Globalisierung beinhaltet eine globale Interdependenz in der Produktion, im Austausch und im Verbrauch von Gütern:

  • Produktion: Die Produktion wird tendenziell auf globaler Ebene organisiert. Technologien ermöglichen es, die Produktion in Phasen aufzuteilen und jede Phase an den vorteilhaftesten Standorten anzusiedeln. Diese Strategie wird insbesondere von multinationalen Unternehmen genutzt, die ihre Tochtergesellschaften in Regionen ansiedeln, die Vorteile bei natürlichen Ressourcen oder auf dem Arbeitsmarkt bieten.
  • Austausch: Der Austausch von Waren, Kapital, Dienstleistungen, Informationen und Technologien verbreitet sich weltweit durch die schrittweise Beseitigung von Handelsschranken und die Schaffung regionaler Freihandelsabkommen. Zudem erfolgt der Austausch dank der Entwicklung von Transport und Telekommunikation mit hoher Geschwindigkeit.
  • Konsum: Der Konsum tendiert dazu, sich über den gesamten Planeten auszubreiten, da große Unternehmen bestimmte Präferenzen und Verhaltensweisen durch Werbung und Medien verbreiten.

2. Politische, soziale, kulturelle und ökologische Globalisierung

Die Globalisierung wirkt sich auch auf politische, soziale, kulturelle und ökologische Bereiche aus:

  1. Internationale Politik (Geopolitik): Nach dem Ende des Kalten Krieges (1990) wurden die USA zur einzigen Supermacht. Zusammen mit den zwei anderen großen kapitalistischen Wirtschaftszentren, der Europäischen Union und Japan, bilden sie die sogenannte Triade der Macht. Ihr globaler Einfluss ist enorm, da ihre Richtlinien in großen internationalen Organisationen die Politik vieler Staaten der Erde entscheidend prägen.
  2. Sozialer Bereich: Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und unqualifizierte Arbeitskräfte wird durch internationale Migration globalisiert.
  3. Kultureller Bereich: Wissenschaft, Kunst, kulturelle Leitbilder und Kommunikation werden globalisiert. Beispielsweise verbreiten sich künstlerische und musikalische Modelle dank der schnellen Verbreitung durch die Medien und die Werbung wichtiger Unternehmen weltweit.
  4. Umweltbereich: Umweltprobleme erreichen ebenfalls globale Ausmaße (Treibhauseffekt, Abbau der Ozonschicht, Abholzung).

Folgen der Globalisierung (Positive und Negative Auswirkungen)

Die Globalisierung hat weitreichende positive und negative Folgen in verschiedenen Bereichen:

1. Wirtschaftliche Folgen

  • Positiv: Erweiterung der Handelsmöglichkeiten und der Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen.
  • Negativ: Zunahme des Gewichts und der Macht großer multinationaler Konzerne zulasten inländischer und kleiner Unternehmen.

2. Politische Folgen

  • Negativ: Die Autonomie der Länder wird eingeschränkt, da sie von den Interessen der Großmächte und der Macht multinationaler Konzerne beeinflusst wird. Dies kann zu politischer Instabilität in einigen Regionen führen, in denen Regierungen extreme Reaktionen auf westliche Politik zeigen.

3. Soziale Folgen

  • Positiv: Steigerung des Lebensstandards und der Beschäftigung; Verbreitung medizinischer und gesundheitlicher Fortschritte.
  • Negativ: Bedrohung der Arbeitsbedingungen durch Flexibilisierung, unsichere Arbeitsplätze und sinkende Löhne. Förderung von Migrationsbewegungen zwischen reichen und armen Ländern. Verbreitung von Problemen wie AIDS und internationalen kriminellen Netzwerken (Mafia, Drogenhandel, Terrorismus).

4. Kulturelle Folgen

  • Positiv: Verbreitung von Wissenschaft, Technologie und Kultur.
  • Negativ: Möglicher Verlust der kulturellen Identität in bestimmten Regionen.

5. Ökologische Folgen

  • Positiv: Förderung des Umweltbewusstseins und internationaler Umweltabkommen.
  • Negativ: Große ökologische Auswirkungen, da ein Wirtschaftsmodell gefördert wird, das auf unbegrenztem Wachstum von Produktion und Konsum basiert.

6. Folgen in der internationalen Arena

  • Positiv: Zunehmende globale Vernetzung.
  • Negativ: Förderung einer internationalen Arbeitsteilung, die die Ungleichheiten zwischen den Regionen verstärkt.

Antiglobalisierungsbewegungen

Als Reaktion auf die negativen Folgen der Globalisierung sind Antiglobalisierungsbewegungen entstanden. Diese Bewegungen setzen sich aus sehr unterschiedlichen Organisationen zusammen.

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