Glossar der Kunst: Architektur, Skulptur und Malerei

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Architektonische Elemente: Säulen und Pfeiler

Pfeiler: Ein vertikales Stützelement mit rechteckigem, polygonalem oder kreuzförmigem Querschnitt. Er ist in der Regel robuster als eine massive Säule.

Pilaster: Eine an der Wand befestigte Teil-Säule. Ähnlich wie die freistehende Säule verfügt der Pilaster über eine Basis am unteren Ende und ein Kapitell am oberen Abschluss.

Säule: Ein vertikales, tragendes Element mit charakteristischem, in der Regel zylindrischem Querschnitt.

Definitionen baulicher Strukturen

Architrav (Kante): Ein horizontales Element, das Lasten vom Dach vertikal auf die Stützen überträgt. Dächer können flach oder als Architrav-Konstruktionen ausgeführt sein.

Bogen (Arch): Ein gebogenes Element, das die Lasten der Abdeckung seitlich ableitet. Sein Einsatz ermöglicht es, Räume zu überspannen, Wände zu entlasten und die Bauhöhe zu vergrößern.

Tonnengewölbe (Runde): Ein gewölbter Dachabschnitt, der durch die Verschiebung eines Bogens entlang einer Längsachse entsteht. Er umfasst den Raum zwischen zwei Wänden oder zwischen Pfeilern und Säulen.

Kuppel (Cupula): Ein Gewölbe, das durch die Drehung eines Bogens um seine vertikale Achse (den Schlussstein) gebildet wird.

Bildhauerei: Techniken und Formen

Modellieren: Hierbei gibt der Künstler einem Material Form, indem er ein Bild mit den Fingern oder Werkzeugen aus formbaren Stoffen wie Wachs, Gips oder Ton erschafft.

Bildhauerei (Cut): Die Bearbeitung von spaltbarem Material aus einem Block, wie etwa Stein, Marmor oder Holz.

Gussverfahren (Clearing): Der Prozess des Gießens, bei dem ein Originalmodell vorbereitet wird, um es später in Metall (meist Bronze) zu reproduzieren.

Freiplastik (Rundplastik): Eine Skulptur, die nicht mit einem Hintergrund verbunden ist und von allen Seiten betrachtet werden kann.

Relief: Eine Form der Skulptur, die der Malerei nahesteht, aber plastische Tiefe zur Darstellung nutzt. Man unterscheidet:

  • Hochrelief: Die Skulptur ragt fast vollständig (mehr als die Hälfte ihres Volumens) aus dem Hintergrund heraus.
  • Halbrelief (Mittelrelief): Die Darstellung entspricht etwa der Hälfte der Figur.
  • Flachrelief: Die Tiefe der Darstellung beträgt weniger als die Hälfte der eigentlichen Figur.

Maltechniken und Perspektiven

Tempera: Eine Maltechnik, die ursprünglich oft für Wandbilder verwendet wurde. Generell wird hierbei Eigelb mit dem Milchsaft (Latex) von Bäumen und Wasser vermischt. Diese Technik wurde besonders von Malern der Renaissance geschätzt, teils auch in Kombination mit der Freiluftmalerei, um Lasuren (Veladuren) zu erzielen.

Luftperspektive (Vogelperspektive): Erreicht Tiefe durch visuelle Effekte, Lichtkontraste, Farben, Schattierungen und die Nuancierung von Formen.

Geometrische Perspektive (Linearperspektive): Erzeugt Tiefe durch geometrische Linien, die in einem Fluchtpunkt zusammenlaufen.

Fresko: Die häufigste Form der Wandmalerei. Sie erfolgt auf nassem Kalkputz, der als Träger für in Wasser gelöste Pigmente dient. Nach der ersten Schicht folgt eine zweite aus Kalk und Sand (Enblanquiment). Die Ausführung eines Freskos erlaubt keine nachträglichen Korrekturen.

Ölmalerei: Die am häufigsten verwendete Technik auf Holz oder Leinwand, bekannt seit der Antike. Sie besteht aus einer Mischung von Pigmenten mit Öl (meist Leinöl). Die Vorteile sind die leuchtenden Farben und die Möglichkeit zur Korrektur.

Zeichnung und wasserbasierte Techniken

Zeichnung: Meist die Vorstufe einer künstlerischen Leistung. Seit dem 18. Jahrhundert gilt sie jedoch als eigenständige Kunstform. Merkmale sind die relative Kürze der Ausführung und die Verwendung von Materialien wie Bleistift, Feder, Kohle oder Rötel.

Aquarell: Eine Malerei mit transparenten Farben und Gummi Arabicum als Bindemittel, ohne Verwendung von Deckweiß. Im Gegensatz dazu steht die Gouache, bei der opake, teigige Farben unter Verwendung von Weiß zum Einsatz kommen.

Glaskunst, Mosaik und Druckgrafik

Glasmalerei: Farbige Gläser, die nach Art eines Mosaiks auf Basis einer Vorzeichnung zusammengesetzt werden. Die bemalten Stücke werden im Ofen gebrannt, mit Bleiruten verbunden und in Eisenkonstruktionen in Kirchen oder Gebäuden montiert.

Mosaik: Wird als Bodenbelag oder Wanddekoration verwendet. Es besteht aus kleinen Steinchen (Tesserae) aus Stein, Marmor oder Granit. Man unterscheidet:

  • Opus sectile: Große, geformte Platten.
  • Opus tessellatum: Regelmäßige, würfelförmige Steinchen.
  • Opus vermiculatum: Sehr kleine Steinchen für feine Formen.

Gravur und Druckgrafik: Ein wichtiges Merkmal ist die Möglichkeit der mehrfachen Reproduktion. Das Bild wird auf einen Träger aufgebracht und mittels einer Presse auf Papier oder Stoff übertragen. Die Methoden unterteilen sich in:

  • Hochdruck (Holzschnitt)
  • Tiefdruck (Kupferstich)
  • Flachdruck (Lithographie)
  • Durchdruck (Siebdruck) sowie fotomechanische Verfahren.

Man unterscheidet zudem zwischen der Originalgrafik (Schöpfung eines neuen Werkes) und der Reproduktionsgrafik (Kopie eines bestehenden Gemäldes oder Bauwerks).

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