Die Goldenen Zwanziger und die Weltwirtschaftskrise

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Der Aufschwung in den Vereinigten Staaten (1922–1929)

Die Roaring Twenties (Goldene Zwanziger) in den Vereinigten Staaten, zwischen 1922 und 1929, waren von einem dramatischen Anstieg der industriellen Produktion und der Exporte geprägt. Dieser Aufschwung gab neuen Industrien starken Auftrieb:

Neue Schlüsselindustrien

  • Elektroindustrie: (Elektrizität, Telefon, Kino)
  • Geräteherstellung: (Kühlschränke, Radios)
  • Chemische Industrie: (Öl-Raffination, Reifen, Düngemittel, pharmazeutische Produkte)
  • Luftfahrtindustrie
  • Neue Energiequellen: (Strom und Erdöl)

Massenproduktion und Konsumgesellschaft

Die Automobilindustrie war das Symbol dieser neuen Ära der Fertigung. Ihre Produktion vervierfachte sich und sie nahm den zweiten Platz in der US-Industrie ein. Dies wurde durch die Einführung der Massenproduktion ermöglicht:

Rationalisierung der Arbeit

  • Anwendung neuer Methoden zur Rationalisierung der Arbeit (*Taylorismus*).
  • Standardisierte Fließbandproduktion (*Fordismus*).

Das Ergebnis war eine Steigerung der Produktion und niedrigere Preise durch maximale Kostenreduktion.

Entwicklung des Massenkonsums

Ein wichtiges Novum war die Entwicklung der Werbung (z. B. Radio, Plakate) und neuer Systeme für Ratenkäufe. Der Kauf auf Kredit (Mietkauf) stimulierte den Verkauf und ermöglichte es Menschen mit durchschnittlichen Löhnen, Produkte zu erwerben. Es entwickelte sich ein Massenkonsum.

Unternehmenskonzentration

Ein weiteres wichtiges Merkmal war die Unternehmenskonzentration. Große Konzerne wurden in den USA durch Fusionen oder Zusammenschlüsse geschaffen.

Die Lage in Europa und die Weltwirtschaftskrise

Die europäischen Mächte Frankreich und Deutschland verzeichneten aufgrund des notwendigen Wiederaufbaus beider Länder zunächst ein deutliches Wachstum in der industriellen Fertigung.

Die Weltwirtschaftskrise betraf mehr oder weniger alle Volkswirtschaften der Welt, insbesondere die Industrieländer, die stärker in den Welthandel eingebunden waren.

Die am stärksten betroffenen europäischen Länder

Die Länder Westeuropas, insbesondere Deutschland und Österreich, waren am stärksten betroffen, da die Rückzahlungen der Investitionskredite (US-Kredite) die gewährten Kredite überstiegen.

Deutschland und Österreich

Diese beiden Länder erlitten die brutalsten Folgen der Krise. Große deutsche Banken mussten aufgrund des Ansturms von Einlegern, die ihr Geld abheben wollten, schließen.

Vereinigtes Königreich

Die Krise schien zunächst weniger heftig. Das Vereinigte Königreich entschied sich für eine weitreichende Lösung: die Aufgabe des Goldstandards im Jahr 1931.

Frankreich

In Frankreich setzte die Krise später ein und war weniger tiefgreifend.

Soziale und politische Folgen der Krise

Es wird geschätzt, dass es in der industrialisierten Welt im Jahr 1932 etwa 30 Millionen Arbeitslose gab:

  • 12 Millionen in den USA
  • Über 6 Millionen in Deutschland
  • Über 2 Millionen in Großbritannien

Elend und soziale Spaltung

Elend und die Angst vor Hunger verbreiteten sich, besonders unter Arbeitern und Bauern. Aber auch die Mittelschicht war betroffen. Die Angst vor der Proletarisierung verbreitete sich, da viele ihre Ersparnisse und ihre soziale Position verloren. Die Kluft zwischen Arm und Reich vertiefte sich, und der gesellschaftliche Unmut wuchs stark an.

Politische Polarisierung und Extremismus

Das Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber der Macht und dem kapitalistischen Wirtschaftssystem bewirkte eine starke politische Polarisierung in den europäischen Ländern. Es kam zu Streiks, Demonstrationen und „Hungermärschen“.

Die Angst vor der „Roten Gefahr“ (Kommunismus) führte dazu, dass Tausende Bürger sich dem Kommunismus zuwandten. Gleichzeitig stiegen rechtsextreme politische Gruppen auf, deren Hauptziel es war, eine Revolution zu verhindern.

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