Goldenen Zwanziger, Weltwirtschaftskrise und New Deal

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Die Goldenen Zwanziger: Wohlstand und Konsum

Das Jahrzehnt der 1920er Jahre wird oft als die „Happy Twenties“ oder die Goldenen Zwanziger bezeichnet. Es war eine Zeit des Wohlstands, in der versucht wurde, die Schrecken des Ersten Weltkriegs (IGM) zu vergessen. Der Konsum wurde gefördert, um eine egalitäre Gesellschaft zu schaffen. Frauen erlebten eine Liberalisierung der Sitten und eine größere Eigenständigkeit.

Die USA prägten den Ausdruck „American Way of Life“, der den durch Konsum geschaffenen Wohlstand beschrieb. Es war auch das Zeitalter der:

  • Wolkenkratzer und Flugzeuge
  • Autos, Elektrizität und Radio
  • Gangster und des Alkoholverbots (Prohibition)

Die Große Depression (Great Depression)

Die wohlhabende Gesellschaft der 1920er Jahre litt in den 1930er Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, bekannt als die Große Depression. In den USA und Europa füllten Arbeitslose und Migranten die Suppenküchen (Essensausgaben) massenhaft.

Die Krise hatte weitreichende politische Folgen: Sie führte zu wachsender staatlicher Intervention auf Kosten individueller Freiheiten und begünstigte das Wachstum autoritärer politischer Projekte.

Die Ursachen der Krise von 1929

Nach dem Ersten Weltkrieg (IGM) war die europäische Nachfrage nach Industrie- und landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus den USA gesunken. Die bereits bestehende Überproduktion wurde durch den maßlosen Konsumismus der 1920er Jahre noch verstärkt. Es gab eine massive Spekulation mit Aktien, was zu einer Blase führte. Gleichzeitig stieg die Inflation, und die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse brachen zusammen.

Der Schwarze Donnerstag und die Folgen

Am 24. Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) fielen die Aktienkurse drastisch. Anleger versuchten, ihre Aktien massenhaft zu verkaufen, und die Panik wurde kollektiv. Verzweifelte Menschen begingen Selbstmord.

Dies war der Anfang einer großen Krise:

  • Banken verloren ihre Liquidität.
  • Fabriken mussten schließen und Massenentlassungen vornehmen.
  • Der Konsum brach zusammen, da staatliche Subventionen zurückgezogen wurden.

Die USA hatten Europa Anleihen für den Wiederaufbau gewährt. Mit Beginn der Krise forderten die europäischen Länder die Rückzahlung dieser Anleihen, was die Krise international verschärfte.

Lösungsansätze zur Bewältigung der Krise

Die meisten europäischen Länder ergriffen protektionistische Maßnahmen, um ihre Wirtschaft zu schützen. Dies führte zu extremen Fällen wie Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien, wo die Militarisierung der Wirtschaft eine Lähmung des Handels und eine sehr aggressive Außenpolitik zur Folge hatte.

Der klassische Liberalismus erwies sich als unwirksam bei der Lösung der Krise. Daher wurden neue Wirtschaftspolitiken entwickelt, die auf folgenden Säulen basierten:

  • Erhöhung der Inlandsnachfrage
  • Steigerung der Produktionsplanung
  • Einführung eines Systems der sozialen Sicherheit zur Linderung der Auswirkungen der Arbeitslosigkeit

Diese Ansätze erforderten eine Vertiefung der öffentlichen Ausgaben und eine stärkere staatliche Intervention. Zwei Haupttheorien und Lösungen dominierten:

1. Der New Deal in den USA

Der New Deal war die Lösung, die US-Präsident Roosevelt nach 1933 einführte. Im Gegensatz zu den extremen protektionistischen Lösungen in Europa (wie in Nazi-Deutschland) war der New Deal moderater. Er betonte, dass der Staat lediglich den Weg weisen sollte, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

2. Die neue ökonomische Theorie: Keynesianismus

Der Keynesianismus, benannt nach John Maynard Keynes, stellte die erste Alternative zu den ökonomischen Theorien des Liberalismus von Adam Smith dar. Keynes verteidigte seine Theorie in seinem Werk „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“.

Seine Theorie basiert auf der Analyse der Nachfrage und ihrer Beziehung zur Beschäftigung. Sie forderte das Eingreifen des Staates, um die Nachfrage zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen und dadurch einen politischen Multiplikatoreffekt auszulösen.

Die kulturelle und künstlerische Welt der 1920er Jahre

In der Kunst begann eine Spannung zwischen der Kunst von Minderheiten (Avantgarde) und der industriellen Kunst, die für die breite Masse geschaffen wurde. In intellektuellen Kreisen dominierte der Pessimismus, der durch die Erfahrungen des Krieges hervorgerufen wurde.

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