Góngora, Culteranismo und Conceptismo im Barock

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Conceptismo (Konzept) im Barock

Konzept: Das Conceptismo spiegelt eine barocke Ästhetik wider, die im Verstand (Vernunft) zentriert ist. Die Fülle der Ideen oder Konzepte neigt durch Paradoxon, Antithese und Polysemie dazu, die Prägnanz des Ausdrucks zu betonen. Aus Gründen der Kürze verwendet es häufig elliptische Sprache und oft Metaphern; manchmal wirkt es abfällig. Es war vor allem in der Prosa präsent, weniger in der Poesie. Quevedo und Gracián sind Vertreter klarerer conceptistischer Konzepte.

Culteranismo: Stil der Góngora

Culteranismo: Culteranismo ist die abfällige Bezeichnung für den Stil Góngoras. Dieser Stil gilt als schwierig und wurde oft als dunkel bezeichnet. Die culteranistische Poesie folgte einem Trend, den Fernando de Herrera in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts anstieß: Sie zielte darauf ab, eine poetische Sprache zu entwickeln, die sich von der gemeinen Sprache unterscheidet.

Kennzeichnend für das Culteranismo ist die Intensivierung und Akkumulation rhetorischer Mittel durch die Dichter des Barock. Die culteranistische Literatur strebt formale Brillanz an und zeichnet sich durch reichhaltige, oft hyperbolische Metaphern und Bilder aus, die schwer zu interpretieren sind. Sie enthält ein sektiererisches Glossar (Neologismen), imitiert lateinische Syntax und macht zahlreiche mythologische Anspielungen, meist durch Umschreibungen. Culteranismo war vor allem in der Poesie ausgeprägt und weniger in der Prosa; Góngora verteidigte diese poetische, elitäre Haltung und ist der herausragendste Vertreter dieses Trends.

Weitere Modelle der Poesie im 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert existierten neben Conceptismo und Culteranismo weitere poetische Modelle: ein einfacheres Modell, vertreten von Lope de Vega, sowie die meditative Lyrik, vertreten u. a. von den Brüdern Horacio und Argensola.

Leben von Luis de Góngora

Vida — Luis de Góngora: Luis de Góngora wurde in Córdoba in eine Adelsfamilie geboren. Seine Vorliebe für Luxus und seine Spielschulden passten nicht zu einem religiösen Leben. Im Jahre 1617 wurde er zum Priester geweiht und diente als Kaplan des Königs. Góngoras Werk war gefürchtet und zugleich angesehener Dichtung; zu seiner Zeit galt er als ein brillanter culteranistischer Poeta, der eine neue poetische Sprache für den Gottesdienst und die Elite erfand.

Góngoras Werk und Stilelemente

Da Góngora sowohl die kultivierte, culteranistische Poesie (die das Culteranismo entwickelte) als auch die traditionelle Poesie (seine Romanzen und Letrillas) pflegte, lassen sich in seiner Dichtung oft zwei Aspekte beobachten:

  • Dunkle Poesie — die schwer zu interpretierende, culteranistische Seite.
  • Gelehrte Poesie — stark gebildet, mit zahlreichen Anspielungen und klassischen Bezügen.

Seit seiner Schaffensphase schrieb Góngora auch Sonette; dieser Trend verstärkte sich nach 1609, als er Córdoba verließ und desillusioniert von der Atmosphäre des Hofes in den Ruhestand ging. Danach schrieb er seine großen culteranistischen Gedichte: Die Fabel von Polyphem und Galatea und La Soledad (Die Einsamkeit). Diese Werke riefen widersprüchliche Reaktionen hervor: in der Öffentlichkeit und bei anderen Dichtern wechselten Bewunderung und Ablehnung einander ab.

Der neue Stil Góngoras, das Culteranismo, zeichnet sich aus durch:

  • Intensivierung des lexikalischen und syntaktischen Reichtums (z. B. Hyperbaton),
  • Akkumulation von Metaphern und Verzierungen,
  • Fülle mythologischer Anspielungen und spielerischer Konzepte.

Die Fabel von Polyphem und Galatea

Die Fabel von Polyphem und Galatea ist ein Gedicht in Oktaven. Es erzählt die ungeheure Wut des Zyklopen Polyphem über seine Liebe zur Nymphe Galatea, als er die Liebe der Nymphe zu dem jungen Acis entdeckt. Polyphem wirft einen Stein, der den Jungen zerdrückt; dessen Blut wird zur Quelle, aus der ein Fluss entsteht.

La Soledad (Die Einsamkeit)

Die Einsamkeit. Góngora plante ein langes Gedicht in vier Teilen, vollendete aber nur knapp den ersten (ca. 2.000 Verse) und fast fertig den zweiten (ca. 900 Verse). Im ersten Teil der Einsamkeit wird die Geschichte eines jungen Schiffbrüchigen erzählt, der an den Strand gelangt, wo er einen Ziegenhirten antrifft. Im zweiten Teil begegnet der einsame Jüngling anderen Fischern und Mädchen. Das Interesse richtet sich weniger auf die Handlung, die nur als Vorwand dient, sondern auf die Hymne an die Natur, das einfache und demütige Leben und die Beschreibung alltäglicher Gegenstände. Auffällig ist der überraschende Kontrast zwischen dem einfachen Sujet und dem Glanz sowie dem Reichtum der Sprache.

Letrillas und Romanzen

Letrillas, Romanzen repräsentieren die traditionelle Facette Góngoras. Sie wurden nicht veröffentlicht, sondern mündlich überliefert und später in Romanceros gesammelt. Góngoras Romanzen behandeln alle Themen: pastoral, lyrisch, maurisch, mythologisch, von Gefangenen usw. Manchmal mischt er in einer Romanze einen klassisch-mythologischen mit einem burlesken Ton. Seine Balladen und satirischen Letrillas sind meist durch den burlesken Begriff geprägt.

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