Gorbatschows Perestroika: Ursachen, Auswirkungen und das Ende der UdSSR

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Gorbatschows Perestroika: Wirtschaftliche und politische Reformen

Wirtschaftliche Herausforderungen und Perestroika

Die Dezentralisierung führte nicht zu einer wirtschaftlichen Zersplitterung oder einem Anstieg des Schwarzmarktes, wie befürchtet. Aus Sicht der wirtschaftlichen Perestroika sollte die Wirtschaft angekurbelt werden. Allerdings wurden die erwarteten Ergebnisse nicht erzielt, was zu sozialer Unzufriedenheit führte, obwohl die Reformen in anderen Bereichen hohe Erwartungen weckten.

Neue Denkansätze für Frieden und Sicherheit

Die Perestroika wirkte sich positiv auf das sogenannte „Neue Denken“ in Bezug auf Frieden und Sicherheit aus. Dies führte zur Unterzeichnung wichtiger Abrüstungsverträge, die praktisch den Weg für das Ende des Kalten Krieges ebneten.

Glasnost und politische Öffnung

Ein weiterer Schwerpunkt war die Glasnost (Offenheit), die eine nahezu vollständige Öffnung der Diskussionsbereiche für alle Themen ermöglichte – im Grunde eine freie Meinungsäußerung. Es gab freie und geheime Wahlen innerhalb der Partei sowie strukturelle Änderungen, um den Sowjets eine größere Rolle zu geben. Darüber hinaus wurde der gleiche Schutz für alle Bürger gebilligt und die Erklärung der UN-Menschenrechtskommission unterzeichnet.

Starke Opposition gegen Gorbatschows Reformen

Die konservative und die reformorientierte Opposition

Gorbatschows Perestroika stieß auf starke Opposition:

  • Konservative: Diese Gruppe, repräsentiert durch die Unbeweglichkeit der KPdSU (die sogenannte Nomenklatura), befürchtete, dass die neue Situation ihre privilegierte Stellung, insbesondere in der Armee, beeinträchtigen würde.
  • Reformer: Diese Gruppe forderte schnellere und tiefgreifendere Reformen. Sie unterstützten die Glasnost, begannen jedoch, unter der Hegemonie von offenen Befürwortern des Kapitalismus und zunehmend nationalistischen politischen Führern zu stehen. Boris Jelzin war einer dieser Reformer mit einem Konzept für eine kapitalistische Reform.

Der Weg zum Ende der UdSSR

Semi-demokratische Wahlen und der Zerfall

Im Sommer 1988 wurden semi-demokratische Wahlen zum Volksdeputiertenkongress und gleichzeitig Kommunalwahlen in den Republiken abgehalten. Dies markierte den Anfang vom Ende der UdSSR. Es kam zur Entfremdung der KPdSU, deren Gruppen sich zu neuen Kräften sammelten, während die wirtschaftlichen Indikatoren fielen.

Osteuropa und der Staatsstreich

Im Sommer/Herbst 1989 kam es zu den sogenannten Samtenen Revolutionen in Osteuropa. Plötzlich stand die Sowjetunion ohne den Satellitenstaatengürtel da, der seit dem Zweiten Weltkrieg den Kalten Krieg geprägt hatte.

Als Reaktion darauf gab es in der Sowjetunion einen gescheiterten Staatsstreich konservativer Sektoren der KPdSU und der Armee. Das entstandene Machtvakuum nutzte Boris Jelzin, um die Rechtswidrigkeit der KPdSU durchzusetzen. Darauf folgten die Unabhängigkeitserklärungen der baltischen Republiken, denen sich bald der Kaukasus anschloss. Schließlich führte die Unterzeichnung zur Auflösung der Sowjetunion. Dies bedeutete das Ende der größten politischen Struktur der damaligen Welt und einer Ära, die die Welt maßgeblich bestimmt hatte.

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