Gotische Skulptur: Merkmale, Themen und Entwicklung

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1. Einzelheiten der Gotischen Skulptur

1.1 Stilistische Entwicklung und allgemeine Merkmale

Die gotische Skulptur entwickelte sich stilistisch in verschiedenen Phasen:

  • Übergangsphase (Ende 12. Jh.): Abkehr von der hieratischen und frontalen Darstellung der Romanik.
  • 13. Jahrhundert: Längliche Falten, einfache Verzierungen, dreieckiges Gesicht, stereotypisches Lächeln.
  • 2. Hälfte des 14. Jh.: Schlanke Figuren, geschwungene Linien, detaillierte Gewänder mit unzähligen Falten ("Internationaler Stil").
  • 15. Jahrhundert: Reaktion auf den vorherigen Stil; dickere und schwerere Figuren mit größerem Realismus.

1.2 Themen und Funktionen

A) Gekreuzigter Christus

Nicht mehr unbeweglich wie in der Romanik, zeigt der gotische Christus den Schmerz und das Leiden der Passion. Die Darstellung soll emotional berühren.

B) Maria mit Kind

Maria erscheint nicht mehr unbeweglich und frontal wie in der Romanik. Das Kind ist ebenfalls nicht mehr frontal, ausdruckslos und autoritär.

C) Die Pietà

Die Darstellung der Jungfrau Maria mit dem toten Sohn im Arm, bekannt als "Pietà", wird häufiger und erlangt in der Renaissance große Bedeutung.

D) Weitere Themen

Weitere Themen umfassen Szenen aus dem Leben Christi und der Jungfrau (z.B. Kreuzigung, Grablegung, Krönung) sowie Heilige und Märtyrer.

1.3 Reliefs an der Fassade von Tempeln

Die Reliefs spiegeln die allgemeinen Merkmale und die Entwicklung der gotischen Skulptur wider, insbesondere ihren erzählerischen Charakter.

  • Tympanon: In der Gotik horizontal in Streifen oder Friese unterteilt, im Gegensatz zur Romanik.
  • Archivolten: Im Gegensatz zur Romanik nun längs angeordnet.
  • Gewände: Mit Propheten, Heiligen und Aposteln, die in Regalen und unter Vordächern mit gotischem Maßwerk stehen.
  • Trumeau: Mit Statuen der Jungfrau Maria, Christus und Heiligen, ebenfalls unter einem Baldachin aus gotischem Maßwerk.

1.4 Neue Gattungen

A) Retabel

Die Retabel, ursprünglich klein, entwickelten sich im Laufe des späten Mittelalters zu gewaltigen Werken. Sie bestehen aus Holz- oder Alabasterrahmen, die in vertikale und horizontale Streifen unterteilt sind und freistehende Statuen, Reliefs und Gemälde enthalten.

B) Chorgestühl

Das Chorgestühl ist ein weiteres Beispiel für gotische Skulptur mit religiösen und weltlichen Themen.

C) Grabmäler

Die Grabmäler spiegeln den wachsenden Individualismus und die Sorge um das eigene Andenken wider.

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