Griechische Architektur: Von Kreta bis zur Klassik
Eingeordnet in Geologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,92 KB
Griechenland: Minoische und Mykenische Kultur
Hintergrund
- Kreta: Insel zwischen Mittelmeer und Ägäis.
- Geschichte: Die kretische Zivilisation (Neolithikum, Bronzezeit) erlangte durch Handel und Expansion die Vormachtstellung.
- Kultureller Einfluss: Kretische Kultur und Peloponnes (Mykenische/Messenische Kultur).
Architektonische Merkmale der Ägäis
- Bauten: Paläste, Villen, Wohnungen und Gräber, oft labyrinthartig angelegt.
- Konstruktion: Gute Grundrisse, Fenster, runde Säulen (architektonische Beratung und Unterstützung).
- Besonderheiten: Einfache, aber geniale Kanalisationssysteme auf Kreta.
- Befestigung: Städte auf Kreta hatten keine Mauern; Städte auf dem Peloponnes (Mykene) waren befestigt.
- Palastform: Die Herrscher residierten in einem Palasttyp namens Megaron.
- Gräber: Es wurden Schachtgräber und Rundgräber (Kuppelgräber) gebaut (z. B. Mykenische Kunst).
- Materialien: Stein, Ton und Holz.
Wichtige Bauwerke
Kreta (Minoisch)
- Knossos, Phaistos, Malia (isopathische Anlagen).
Peloponnes (Mykenisch)
- Mykene und Tiryns.
- Das Schatzhaus des Atreus (in Attika/Mykene).
Merkmale der Griechischen Kultur
Die griechische Kultur entwickelte sich im östlichen Mittelmeer, in der Ägäis, im Ionischen Meer und auf der Balkanhalbinsel.
Grundprinzipien
- Anthropozentrismus: Der Mensch steht im Mittelpunkt.
- Menschlicher Maßstab: Fokus auf Ästhetik und Proportion.
- Religion: Polytheistisch.
Historische Perioden
- Homerische Zeit (1100–750 v. Chr.): Beginn der Olympischen Spiele.
- Archaische Zeit (750–450 v. Chr.): Vor den Perserkriegen.
- Klassisches Griechenland (450–338 v. Chr.): Bau des Parthenon und des Erechtheion.
- Hellenistische Zeit (338–146 v. Chr.): Griechenland wird Provinz Mazedoniens.
- Römische Zeit (ab 146 v. Chr.): Griechenland wird Teil des Römischen Reiches.
Anthropozentrisches Weltbild und Architektur
- Anthropozentrismus: Die Götter besitzen menschliche Natur.
- Human Scale: Basierend auf mathematischer Argumentation und Proportion; Integration von Malerei und Bildhauerei.
- Bausystem: Stütz- und Sturzsystem (Tragbalken). Bogen oder Gewölbe wurden nicht verwendet.
- Bauwerke: Tempel, Arkaden (*Stoa*), Wohnhäuser, die Agora, Propyläen.
Der Griechische Tempel
- Der Tempel war primär dazu bestimmt, von außen sichtbar zu sein.
- Frühe religiöse Gebäude (Geometrische Periode) bestanden aus Holz und Lehm.
- Der Tempel ist durch seine Harmonie definiert.
- Es gibt drei klassische Säulenordnungen: Dorisch, Ionisch und Korinthisch.
- Perfektionismus: Ein zentrales Anliegen war die Vollendung der Werke, sichtbar in den präzise gearbeiteten Wänden.
- Materialien: Zuerst Ziegel, Holz oder Lehm (*Adobe*). Später wurde weißer Marmor üblich.
- Funktion: Der Tempel wurde um die Statue der Gottheit (nicht für die Gläubigen) gebaut.
Merkmale und Klassifikation des Griechischen Tempels
- Grundform: Rechteckig, ausnahmsweise rund (*Tholos*, z. B. der Tempel des Apollon in Delphi).
- Innenraum: Geteilt in drei Bereiche: Vorhalle (*Pronaos*), Hauptraum (*Naos* oder *Cella*) und Rückhalle (*Opisthodomos*).
Klassifikation nach Säulenstellung
- In antis: Die Säulen der Veranda stehen zwischen den verlängerten Seitenwänden (*Anten*).
- Prostylos: Die Säulen der Veranda stehen frei und nehmen die gesamte Breite der *Cella* ein.
- Amphiprostylos: Wie *Prostylos*, aber mit Säulen an der Vorder- und Rückseite.
- Peripteros: Die *Cella* ist von einem umlaufenden Säulengang umgeben.
- Dipteros: Die *Cella* ist von einem doppelten Säulenumgang umgeben.
Klassifikation nach Säulenanzahl an der Fassade
Je nach Anzahl der Säulen an der Fassade spricht man von *Distylos* (zwei), *Tetrastylos* (vier), *Hexastylos* (sechs) oder *Oktastylos* (acht).
Theater und Stadion
- Griechisches Theater: Kreisförmig, die Sitzreihen (*Tribünen*) wurden oft in den Hang gebaut.
- Griechisches Stadion: Nutzte ebenfalls die Hanglage für die Tribünen; es fehlte die zentrale Trennwand (*Spina*), die im römischen Zirkus üblich war.
Die Griechischen Säulenordnungen
Die Säule ist der zentrale Bestandteil der Ordnung. Die Ordnung bestimmt die Form, Anordnung und Proportion aller Teile des Tempels. Das Modul (Grundmaß) ist nicht festgelegt. Ausschlaggebend ist das *Kapitell* der jeweiligen Ordnung.
Morphologische Merkmale der Ordnungen
- Dorische Ordnung: Besitzt keine Basis (steht direkt auf dem Stylobat).
- Ionische Ordnung: Das Kapitell besteht aus *Voluten* (Spiralen). Der Schaft weist 24 Kanneluren (vertikale Rillen) auf und steht auf einer Basis.
- Korinthische Ordnung: Das Kapitell ist mit Akanthusblättern verziert; der *Abakus* (Deckplatte) ist oft profiliert.
Allgemeine Konzepte und Optische Verfeinerungen
- Fokus auf Schönheit und Licht, Vernachlässigung des Innenraums.
- Optische Verfeinerungen: Um die Illusion gerader Linien zu erzeugen, wurden keine echten geraden Linien verwendet. Dazu gehören:
- *Entasis* (leichte Schwellung) der Säulen.
- Neigung der Säulen nach innen.
- Krümmung der äußeren Oberflächen (z. B. des Stylobats und der Mauern).
- Lösung für das Eckproblem im dorischen Tempel (Anpassung der Metopen und Triglyphen).
Stadtplanung und Bausysteme
- Akropolis: Die befestigte Oberstadt (Gipfel des Berges).
- Milet: Erste Stadt mit gitterförmigem Grundriss (Hippodamisches Schema).
- Hippodamisches Schema: Rechtwinklige Kreuzung der Straßen (90 Grad), klare Trennung der Stadtzentren.
- Stoa: Langes Gebäude mit Kolonnaden, genutzt für Geschäfte und Büros.
Bausysteme und Materialien
- Materialien: Stein, bevorzugt Marmor, sowie Lehm und Holz.
- Fügung: Die Blöcke wurden passgenau gefügt (*Anathyrosis*).
- Befestigung: Verwendung von Metallklammern und Dübeln aus Bronze oder Eisen zur besseren Verbindung.
- Fundamente: Isolierte Säulenfundamente oder durchgehende Mauern.