Griechische Kunst: Architektur, Skulptur und Städtebau

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Einführung

Griechische Kunst – aus dem Mittelmeerraum: Ab ca. 8. Jh. v. Chr. wurde eine klassische Zivilisation geboren und entwickelte jene kulturellen Grundlagen, die die Zukunft der westlichen Zivilisation bestimmen sollten. Die griechische Welt stand in Kontakt mit Ägypten. Griechenland gewann an Stärke durch die Expansion in Kolonien. Griechenland beeinflusste die Entwicklung Roms. Die römische Entwicklung wurde ab ca. 2. Jh. v. Chr. maßgeblich von den hellenistischen Gebieten geprägt; nach der Zeit der Republik wurde Rom zum größten und mächtigsten Reich der Antike.

Architektur

Die Entwicklung der Polis führte zu spezifischen architektonischen Typen. Die wichtigsten Materialien sind Stein und Marmor. Es dominierte die Trägerbauweise mit Architrav (Lintel). Die griechische Architektur ist geprägt von den drei klassischen Ordnungen: dorisch, ionisch und korinthisch. Die Architektur orientierte sich am Maß des Menschen; sie wurde perfekt ausgeführt und korrigierte optische Mängel durch proportionalen Ausgleich.

Die wichtigsten Gebäude

  • Tempel: Der Tempel ist die Heimstätte der Gottheit, errichtet zur Ehrung und zum Schutzpatron der Stadt. Tempel standen oft auf der Akropolis. Sie dienten rituellen Handlungen und waren baulich erhöht. Die Grundrissformen konnten rechteckig (Pronaos, Naos/Naos-Schiff und Opisthodomos), kreisförmig oder andere Typen sein.
  • Theater: Für dramatische Aufführungen – Tragödien und Komödien – zu Ehren der Götter. Sie lagen in unmittelbarer Nähe zu Heiligtümern und wurden besonders in hellenistischer Zeit ausgebaut. Wichtige Teile sind Cavea (Zuschauerraum), Orchester und Bühne (Skene).
  • Agora: Marktplatz und politisches Zentrum.
  • Stoas: Arkaden, oft die Seite der Agora säumend.
  • Griechisches Haus: Typisch mediterranes, nach außen geschlossenes Haus mit offener Terrasse und Innenhof.

Städtebau

Aus den Siedlungen im Mittelmeerraum entstanden neue Städte; ihr Planungsbedarf nahm zu. Ein gebräuchliches Modell war der orthogonale (rechtwinklige) Grundriss. Dieses Planungsprinzip ist u. a. mit Hippodamos von Milet verbunden.

Skulptur

Die skulpturale Forschung suchte die Schönheit, basierend auf dem Anteil oder Canon. Ziel war Naturalismus und die Wiedergabe der Natur, insbesondere des Menschen. Die Studie des menschlichen Körpers steht im Zentrum des anthropozentrischen Verständnisses der griechischen Kultur. Häufig verwendete Materialien sind vor allem Marmor und Bronzeguss. Skulpturen waren oft polychrom (bemalt).

Entwicklung und Perioden

1) Archaische Periode (ca. 7. Jh. bis 480 v. Chr.): Deutlicher ägyptischer Einfluss, hieratische Figuren mit stilisierter Anatomie; repräsentativ sind die Skulpturen der Kouros und Kore, meist in Rundbildhauerei, Stein.

2) Klassische Zeit (480–350 v. Chr.): Schritt in Richtung Naturalismus; Ablösung der frontalen Steifigkeit der archaischen Gesichter durch einen ruhigen Ausdruck. Gewanddarstellungen mit großen Falten, perfekte Anatomie und Schönheitsideal.

a) Frühklassizismus

1. Hälfte des 5. Jh. v. Chr.: Myron (Myron) stellt den menschlichen Körper in spannungsvollen, dynamischen Posen dar; bekanntestes Werk: Diskobolos. Polyklet (Polykletos) formuliert den Kanon der Proportionen ("sieben Köpfe" als Maß) und führt die Kontraposthaltung ein. Wichtige Werke: Doryphoros und Diadumenos.

b) Hochklassizismus

2. Hälfte des 5. Jh. v. Chr.: Phidias (Pheidias) verkörpert das Ideal der klassischen Schönheit; er beherrscht die Technik besonders feiner Drapierung ("nasse Tücher"). Bedeutende Arbeiten sind die freien Götterstatuen, die Athene-Statuen und die Reliefarbeiten des Parthenon.

c) Spätklassizismus / Postklassizismus

Ca. 4. Jh. v. Chr. bis 1. Hälfte des 3. Jh. v. Chr.: Praxiteles bringt eine Verfeinerung der Formen, eine Aura von Sinnlichkeit und Zartheit in die Figuren; oft ein melancholischer Gesichtsausdruck. Bedeutende Werke: Hermes mit dem Dionysos, der Aphrodite von Knidos. Der klassische Ruhecharakter weicht; Charaktere und Themen werden expressiver und tragischer.

Lysippos (Lysippos) setzte einen neuen Kanon (etwa 8 Köpfe als Maß) und arbeitete vornehmlich in Bronze; seine Werke zeichnen sich durch Detailreichtum und veränderte Proportionen aus. Wichtige Arbeiten: Ares (Ares Ludovisi) und der Apoxyomenos (Apoxymenos).

Hellenistische Plastik

Ab 323 v. Chr. und im Verlauf des Hellenismus traten zwei Tendenzen hervor: ein idealisierender Realismus und ein naturalistischer Realismus mit starker Ausdrucksbetonung. Bedeutende Schulen sind Rhodos (z. B. Agesander, Polydoros und Athenodoros) und Pergamon: Darstellung besiegter Kelten und Gallier sowie monumentale Reliefs.

Weitere wichtige Werke und Entwicklungen der hellenistischen Bildhauerei sind monumentale Kompositionen, intensive Bewegungsdarstellung, pathosbetonte Themen und eine größere Vielfalt an Sujets (z. B. Trauer, Alter, Pathos).

Zusammenfassung
  • Die griechische Kunst entwickelte sich aus dem Mittelmeerraum und beeinflusste nachhaltig die römische Kultur.
  • Architektur: Stein, Marmor, dorische, ionische und korinthische Ordnung; Tempel, Theater, Agora, Stoa und Wohnhaus sind charakteristische Bautypen.
  • Skulptur: Von archaischer Stilbildung über klassische Ideale bis zur emotionalen Vielfalt des Hellenismus; Materialien vor allem Marmor und Bronze, häufig polychrom.
  • Städtebau: Orthogonale Pläne (Hippodamos von Milet) prägten die Planung neuer Städte.

Hinweis: Namen historischer Künstler (z. B. Myron, Polyklet, Phidias, Praxiteles, Lysippos) und wichtige Monumente (z. B. Parthenon) wurden zur Klarheit standardisiert. Reihenfolge und Inhalte der historischen Perioden wurden sprachlich und orthografisch korrigiert, ohne wesentliche inhaltliche Informationen zu entfernen.

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