Griechische und Lateinische Literatur: Ein Überblick
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,11 KB
Die epische Tradition
Die epische Tradition geht auf Homer zurück, einen blinden Sänger aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., dem die Urheberschaft der beiden großen griechischen Epen zugeschrieben wird: die Ilias und die Odyssee. Wahrscheinlich gab es bereits viele Lieder, die die Taten alter Krieger verherrlichten, und Homer konsolidierte sie lediglich, verlieh ihnen Struktur und Einheit, ohne dabei von ihrer ursprünglichen Form abzuweichen. Griechische Epen wurden vorgetragen, bevor sie schriftlich fixiert wurden. Sie gediehen in aristokratischen Umfeldern mit wenig Teilhabe der einfachen Bevölkerung. Die Götter sind aktiv beteiligt, ähneln in ihrem Verhalten den Menschen und greifen oft in deren Leben ein. Über ihnen steht das Schicksal.
Die Odyssee schildert die zahlreichen Abenteuer des Odysseus, eines griechischen Anführers aus dem Trojanischen Krieg, auf seinem Heimweg zu seiner Frau und seinem Sohn. Das Schlachtfeld der Ilias wird hier durch das Meer ersetzt.
Die lyrische Dichtung
Die Griechen nutzten den lyrischen Gesang bei Festen, wobei Lieder von der Harfe begleitet wurden. Daher stammt der Name „Lyrik“, der heute den Ausdruck inniger Gefühle und Emotionen der Seele bezeichnet. In den Liedern eines Solisten drückte der Dichter persönliche Gefühle aus, während in einem Chor der Dichter zum Sprecher der Gefühle der Gruppe wurde.
Das griechische Theater
Das griechische Theater ist ein Auswuchs der Chorlyrik, insbesondere der Lieder, die Bauern zu Ehren von Dionysos, dem Gott des Weins und der Fruchtbarkeit, sangen. Es entwickelte sich zu einem der höchsten Gipfel der griechischen Literatur in zwei Hauptformen:
- Tragödie: Ein Drama, das sich um große menschliche Leidenschaften dreht, verankert in mythologischen Figuren. Das Ergebnis ist oft tödlich, um Angst und Mitleid zu verbreiten. Die drei großen Tragiker des 5. Jahrhunderts v. Chr. waren Aischylos, Sophokles und Euripides.
- Komödie: Das Stück zielt darauf ab, durch Humor und Satire zu unterhalten und allgemeine menschliche Fehler aufzuzeigen. Die Figuren sind keine Götter oder Helden, sondern lebendige Charaktere. Der bedeutendste Vertreter war Aristophanes.
Die lateinische Literatur
Die lateinische Literatur des Römischen Reiches ist für die Verbreitung der griechischen Kultur verantwortlich, auch als diese bereits im Niedergang begriffen war. Drei Eigenschaften charakterisieren die lateinische Literatur:
- Abhängigkeit vom Griechischen: Die wichtigsten Gattungen (Epos, Lyrik und Drama) orientierten sich an griechischen Vorbildern.
- Mythologie: Diese wurde mit geringen Abweichungen von den Griechen übernommen.
- Zeitliche Ausdehnung: Die Werke entstanden über die gesamte Dauer des Römischen Reiches, bis ins Mittelalter und die Renaissance hinein.
Die bedeutendsten Genres und Autoren waren die Komödie (Plautus), das Epos (Vergil) sowie die Dichtung (Horaz und Ovid).