Die griechische Naturphilosophie: Physis und Arche

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Der Begriff Physis

Der Begriff Physis wird in der griechischen Philosophie in zwei Hauptbedeutungen verwendet:

  • Als Gesamtheit aller Wesen, die das Universum bevölkern, mit Ausnahme der vom Menschen geschaffenen Dinge.
  • Als das innere, beständige Wesen der Dinge.

Merkmale der Natur in der griechischen Philosophie

Die griechische Naturphilosophie zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Notwendigkeit: Die Natur ist kein Chaos, sondern ein geordnetes Ganzes. Jedes Wesen hat seinen festen Platz.
  • Dynamik: Die Natur ist nicht statisch. Das Universum unterliegt einer ständigen Bewegung (z. B. Sterne, Jahreszeiten).
  • Lebendiger Organismus: Die griechischen Denker betrachteten das Universum nicht als Maschine, sondern als einen lebendigen Organismus, dessen innere Bewegung das Natürliche vom Künstlichen unterscheidet.

Natur und Wesen

Obwohl die Begriffe eng verwandt sind, gibt es Unterschiede:

  • Das Wesen ignoriert oft Veränderungen, während die Natur die Grundlage für Veränderungen und Variationen erklärt.
  • Die Natur ist das, was die Dinge wirklich sind, und bildet das Fundament hinter den bloßen Erscheinungen.
  • Sie fungiert als Prinzip der Einheit, das die Vielfalt (Pluralität) hervorbringt.

Die ersten Fragen der griechischen Philosophen

Die frühen Denker suchten nach Antworten auf folgende Fragen:

  • Was ist der Ursprung des Universums?
  • Was ist das letzte Substrat (die Grundlage) des Seins?
  • Welche Ursachen führen zur Umwandlung der Wesen?

Prinzip oder Arche der Dinge

Die Natur als Ursprung, aus dem alles hervorgeht, wird als Arche bezeichnet. Die Griechen definierten die Natur als:

  • Die authentische Realität der Dinge.
  • Das Gegenteil von dem, was künstlich oder konventionell ist.
  • Die Gesamtheit der Dinge, die nicht vom Menschen geschaffen wurden.

Die griechische Philosophie war die erste, die den Ursprung der Welt in der Natur selbst suchte und nicht in göttlichem Wirken, weshalb sie oft als materialistisch bezeichnet wurde.

Unterschiedliche Lösungen für den Ursprung (Arche)

A) Die Schule von Milet

Vertreter: Thales, Anaximander und Anaximenes.

  • Thales: Für ihn ist Wasser die Arche, da es essenziell für alles Leben ist und durch den Einfluss orientalischer Kosmologien geprägt wurde.
  • Anaximander: Die Arche ist das Apeiron (das Unbestimmte), das durch eine instinktive Bewegung die einzelnen Wesen hervorbringt.
  • Anaximenes: Die Arche ist die Luft, die durch Verdichtung und Verdünnung Feuer, Wasser und Erde erzeugt.

B) Die Schule der Pythagoreer

Vertreter: Pythagoras, Alkmaion und Archytas.

  • Für diese Schule ist der Ursprung der Dinge die Zahl.
  • Da sie primär Mathematiker waren, ist ihr Prinzip nicht physisch-materiell, sondern formal und abstrakt.

Das Problem von Sein und Schein

Die Philosophie sucht stets nach der Unterscheidung zwischen dem, was die Dinge wirklich sind (Natur), und dem, wie sie uns erscheinen.

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