Griechische Philosophie: Tugend, Glück und Ethik
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Homerische Gedichte und Gemeinschaft
Homerische Gedichte und Gemeinschaft: Die Praxis des Abendlandes wurde in Griechenland geboren. In den homerischen Gedichten (8.–7. Jh. v. Chr.) findet sich keine rein philosophische Denkweise, sondern eine literarische. Die Gegenwart ist ein Nachdenken über moralische Ränder: Gut (was der Gemeinschaft dient) und Tüchtigkeit (Fähigkeit zur Exzellenz). Man versucht, durch gute Leistungen der Gemeinschaft den besten Dienst zu erweisen.
Die sokratische Haltung
Sokrates gilt als der Schöpfer der abendländischen Praxis. Während viele Philosophen das Prinzip des Universums erforschten, konzentrierte sich Sokrates auf die Realisierung des Menschen in der Gesellschaft. Möglichkeiten des Nachdenkens:
- Die Haltung der Wahrheit für die Gesellschaft.
- Dem Dogmatismus opponieren.
- Die Wahrheit durch notwendige Reflexion und Dialog entdecken.
- Mäeutik: Die Kunst, die Wahrheit zu gebären.
- Moralische Konzepte, die für alle gelten.
- Weisheit als notwendige Tugend für das Glück (Moralischer Intellektualismus).
Drei Modelle des Glücks
Aristoteles sagt: „Alle wollen glücklich sein.“ Glück bedeutet, sich selbst zu verwirklichen und eigene Ziele zu erreichen (Eudämonismus). Glücklich sein heißt, autark zu sein, durch sich selbst zu bestehen und sich auf niemanden verlassen zu müssen. Glücklich sein bedeutet auch, Vergnügen zu empfinden und Schmerz zu vermeiden (Hedonismus).
Aristoteles und der Eudämonismus
Glück ist die endgültige Natur. Aristoteles sagt, dass alle Aktivitäten für ein Ziel realisiert werden. Das Glück ist das ultimative Ziel. Es ist:
- Perfekt: Es wird um seiner selbst willen gesucht.
- Ausreichend: Man will nichts anderes darüber hinaus.
- Gute Leistung: Die Ausübung der für den Menschen typischen Tätigkeit (Exzellenz).
Das Glück wird durch ein theoretisches Leben (Weisheit) und praktische Taten erreicht. Aristoteles unterscheidet zwischen Handlungen, die ein Ziel außerhalb ihrer selbst haben, und solchen, die um ihrer selbst willen ausgeführt werden (z. B. das Spazierengehen mit Freunden). Das höchste Glück besteht in der Ausübung der theoretischen Tätigkeit (Intellekt). Zwei Tugenden helfen dabei:
- Dianoetische Tugenden: Klugheit und praktische Weisheit.
- Ethische Tugenden: Einzelfallentscheidungen für das Leben in der Gesellschaft.
Glück als Autarkie: Die Zyniker und Stoiker
Die Zyniker
Der Begriff „Zyniker“ bezog sich auf eine Gruppe von Menschen, die eine Philosophie der radikalen Freiheit des Einzelnen gegen alle sozialen Normen und Institutionen vertraten. Der zynische Mensch lebt nach der Natur.
Die Stoiker
Man unterscheidet drei Perioden in der Stoa:
- Früher Stoizismus: (3. Jh. v. Chr.) Vertreten durch Zeno von Kition, Cleanthes und Chrysippus. Eine materialistische Lehre, beeinflusst von Heraklit.
- Mittlerer Stoizismus: (2.–1. Jh. v. Chr.) Vertreten durch Panetius und Posidonius. Aufnahme platonischer Elemente und Abkehr vom reinen Materialismus.
- Später Stoizismus: (1. Jh. n. Chr.) Vertreten durch Seneca, Epiktet und Mark Aurel. Fokus auf ethische, soziale und politische Themen im römischen Reich.
Das Ideal der Stoiker ist die Ausübung der Tugend durch die Annahme des Schicksals und den Kampf gegen die Leidenschaften.
Glück als Lust: Hedonismus und Epikureismus
Hedonismus: Eine philosophische Doktrin, die das Gute mit der Freude identifiziert. Als Hedonisten gelten Aristipp und Epikur von Samos. Epikureismus: Lehre des Epikur. Das höchste Ziel ist das Vergnügen, erreicht durch Autonomie und Ataraxie (Seelenruhe). Der Weise muss alles pflegen, was zum Glück beiträgt, und die Furcht vor den Göttern und dem Tod überwinden. Das System umfasst die Kanonik (Erkenntnislehre), die Physik (Atomismus) und die Ethik.
Der Utilitarismus
Ein moralisches System basierend auf dem Prinzip der Nützlichkeit. Entwickelt in England im späten 18. und 19. Jahrhundert.
- Jeremy Bentham: Quantitative Arithmetik der Genüsse (Lust maximieren, Schmerz minimieren).
- John Stuart Mill: Qualitativer Unterschied zwischen intellektuellen und sinnlichen Freuden.
- Herbert Spencer: Evolution als fortschreitende Harmonie und größtmögliches Glück für alle.