Griechische und Römische Religion: Orakel, Kulte und Mythen

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Das Orakel von Delphi und der Gott Apollo

Die Griechen glaubten, dass die Menschen ihr Schicksal durch das Orakel von Delphi erfahren konnten. Der Gott Apollo war der Gott des Orakels. Er sprach durch die Priesterin Pythia, die auf einem Dreifuß über einem Erdspalt saß, aus dem betäubende Gase aufstiegen.

In Delphi wurden die Priester befragt. Die Pythia antwortete, und die Priester übersetzten (wenn auch selten). Es wurden Fragen zu Liebe, Krieg, Wirtschaft und anderen Themen gestellt. Man glaubte, Apollo wisse alles über Vergangenheit und Zukunft, und versuchte, sich dieses Wissens zu bedienen.

Religiöse Praktiken in der griechisch-römischen Zivilisation

Rituale und Zeremonien

  • Gebete und Gaben: Handlungen, die Gaben an die Götter darstellten, um Gunst zu erlangen. Dazu gehörten Milch, Wein und Kuchen.
  • Opfergaben: Opfer an die Götter, die keine festen Standards hatten; jede Gottheit hatte unterschiedliche Anforderungen. Ein großes Blutopfer, bei dem 100 Ochsen dargebracht und gegessen wurden, nannte man Hekatombe (im Text fälschlicherweise als Holocaust bezeichnet).
  • Reinigung: Wurde mit Wasser durchgeführt, um Verunreinigungen durch Geburt oder Tod zu beseitigen.

Feste

Die Feierlichkeiten umfassten literarische Wettbewerbe mit Gedichten, Rezitationen und Instrumentalmusik.

Kommunikation mit den Göttern

Die Götter kommunizierten mit den Menschen durch geheimnisvolle Symbole oder göttliche Botschaften, die sich in Tieren und Naturphänomenen zeigten. Die Orakel übermittelten die Worte des Gottes durch die Interpretation einer Frau (Pythia) und eines Priesters.

Religiöses Personal

  • Priester: Führten die Zeremonien und religiösen Veranstaltungen bei Griechen und Römern durch.
  • Astrologen/Auguren: Interpretierten die Botschaften und leiteten daraus Vorhersagen ab.

Religiöse Organisation im Römischen Reich

Die römische Organisation war viel rigider als die griechische und zeichnete sich durch eine enge Verbindung von Staat, Politik und geistigem Leben aus. Die Priester waren in Kollegien organisiert:

  • Pontifices: Vertreten durch den Pontifex Maximus, zuständig für die Erstellung des Kalenders der Werktage und Feiertage.
  • Vestalinnen (Vestales): Priesterinnen der Göttin Vesta, die das heilige Feuer der Stadt Rom stets am Brennen hielten.
  • Fetialen (Feciales): Zuständig für Fragen des Völkerrechts, die Beziehungen zu anderen Völkern und die Ausarbeitung von Verträgen über Krieg und Frieden.

Religion und Familie

Der Pater Familias (Familienvater) war das religiöse Oberhaupt der Familie.

Glaube, Omen und Aberglaube

Zu den verbreiteten Glaubensvorstellungen und Aberglauben gehörten:

  • Die Deutung des Schicksals durch die Untersuchung der Eingeweide von Tieren (Opferschau).
  • Die Interpretation der Anwesenheit bestimmter Tiere als Omen.
  • Mythen über Kreaturen wie die Lamia, die Lebewesen verschlingt.
  • Die Angst vor Werwölfen, Hexen, Vampiren und Geistern, die nachts ihr Unwesen trieben.
  • Der Glaube, dass das Sehen eines schwarzen Hundes Unglück oder einen Unfall ankündigte.

Der Tod und die Unterwelt

Wenn ein Mensch starb, wurde die Seele in einem Boot in die Welt des Hades gebracht. Der Fährmann Charon war dafür verantwortlich, die Seelen über den Fluss Styx zu transportieren. Dafür mussten die Seelen eine Maut an den Fährmann zahlen.

Das Antike Theater

Komödie

Die Komödie ist die Nachahmung von gewöhnlichen Menschen, die die Laster des Hässlichen lächerlich macht. Sie behandelt Fehler und Irrtümer ohne Schmerz oder Verletzung.

Tragödie

Die Tragödie ist ein dramatisches Subgenre, das große, konfliktreiche Situationen darstellt, in denen die Charaktere von einem glücklichen zu einem unglücklichen Zustand übergehen. Sie soll beim Zuschauer Mitleid und Furcht hervorrufen.

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